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Author: Michaela Boenke
In diesem Buch geht es um Theorien der Naturphilosophie, Physiologie und Psychologie im Vorfeld von Descartes. Ausgehend von der Kritik des Aristotelikers Pomponazzi am Platonismus des Ficino und basierend auf einer Darstellung medizinhistorischer Entwicklungen, wird die Verschärfung des metaphysikkritischen Ansatzes bei Girolamo Fracastoro und Bernardino Telesio verfolgt, der die tradierte Lehre von der Seele eliminierte und durch das stoisch-medizinische Konzept des im Gehirn residierenden spiritus ersetzte. Diese materialistische Naturtheorie und Psychologie wurde von Tommaso Campanella durch eine neuartige, aus dem Skeptizismus erwachsene Metaphysik überformt, die Descartes´ Beweis der res cogitans aus dem Zweifel vorweggenommen hat. Descartes´ Philosophie des cogito und seine Physio-Psychologie werden in ihrer Abhängigkeit von und Kritik an den damals fortschrittlichsten Theorien der Physio-Psychologie bedacht.
Die Spannweite der Interessen und Werke des Veroneser Arztes, Naturforschers, Philosophen und Gelehrten Girolamo Fracastoro (1476/78?-1553) ist ausserordentlich breit. Er verfasste Schriften zur Kosmologie (Homocentrica, 1538) und zur Medizin (De syphilide, 1530; De contagione, 1546), er entwarf eine auf spirituelle Erklärungen verzichtende Naturphilosophie (De sympathia et antipathia rerum, 1546), entwickelte eine sensualistische Erkenntnistheorie und verfasste eine einflussreiche Poetik (Naugerius sive de Poetica, 1546). Berühmt wurde er insbesondere für seine Studien zu Ansteckungskrankheiten und zur Syphilis, der er den Namen gab. Der Dialog „Turrius sive de Intellectione“ entwickelt eine sensualistische Erkenntnislehre unter Berücksichtigung gehirnphysiologischer Prozesse. Die Frage ist, wie es im Ausgang von sinnlichen Eindrücken zur komplexen „Welt im Geist“ kommen kann.
»De vita libri tres« ging aus drei ursprünglich eigenständigen Abhandlungen hervor und ist ein medizintheoretisches Werk mit praktischen Anleitungen zum Erhalt und zur Wiederherstellung der Gesundheit, zum Gewinn eines langen Lebens und zum Einfluss astrologischer Konstellationen auf die physische, psychische und geistige Verfassung insbesondere geistig tätiger Menschen.
Marsilio Ficino (1433–1499) gilt als Begründer des Renaissance-Platonismus. Er übersetzte im Auftrag Cosimo de Medicis die Hermes Trismegistos zugeschriebenen Schriften, die Werke Platons und Plotins sowie weitere spät-
antike und hermetische Schriften und ist Autor eines umfangreichen philosophischen und theologischen Werks.