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Studien zur Filmästhetik und Unterhaltungskultur
In sieben Beiträgen werden neue Befunde zum Fragenkomplex Liebe, Geschlecht, Erotik, Sex in Film und Unterhaltungskultur vorgestellt. Thematisiert werden die Filmversionen und anderen Medienfassungen des Romanklassikers 'Wuthering Heights', die Sexkomödien im Hollywoodkino von 1955 bis 1965, der Zeichentrickfilm 'Yellow Submarine' mit den Beatles, die Geschlechterkonstruktion in den Filmen von Joel und Ethan Coen, der sogenannte Bollywoodfilm, der Skandalfilm 'Intimacy' und ein Vergleich der beiden Amüsiermeilen 'Reeperbahn' in Hamburg und 'Strip' in Las Vegas. Erotik meint hier nicht nur den jeweiligen Gegenstand, sondern auch die ästhetische Weise seiner Darstellung sowie das wissenschaftliche Verstehen – die Lust der Erkenntnis.
Am Anfang des dritten Jahrtausends wirft Faulstichs spannender und facettenreicher Abschlussband der 'Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts' einen Blick zurück auf die 90er Jahre. Am 3. Oktober 1990 feierte Deutschland Wiedervereinigung. Doch mehr noch und vom nationalen Einheitsrausch überdeckt prägte das Jahrzehnt ein Weltphänomen: die Globalisierung. Dieser Widerspruch prägt sämtliche Kapitel dieser schillernden Kulturgeschichte: Arbeit und Wirtschaft / Geschlechterrollen / Bildung, Wissenschaft und Forschung/ Mode / Architektur und Design / Musik / Literatur / Film / Internet / TV / Werbung.
Walter Benjamin und seine Quellen
„Der Text ist ein Wald, in dem der Leser der Jäger ist“ notierte Benjamin für sein Passagen-Projekt. Das Buch erschließt Benjamins Arbeitsweise erstmals ausgehend von seiner eigenen Lektürepraxis.

Als lesender Jäger und Sammler durchforstete Benjamin Texte von Goethe, Marx, Kafka, Freud und vielen weiteren Autoren. Angesichts der Heterogenität seiner Quellen ist erstaunlich, dass sich in der Art seiner Lektüre methodische Eigenheiten wiederholen.
Burkhardt Lindner hat diesen Zugriff auf andere Autoren als „Entwendung“ beschrieben, mit der Benjamin „den fremden Text sich anverwandelt oder abstößt und damit in die eigenen Denkerfahrungen einsenkt“. Der Band erkundet verschiedene Dimensionen dieses Verfahrens und schärft den Begriff der Entwendung durch Einzelanalysen. So werden Denk- und Schreibweisen sichtbar, die bislang nicht als ein von Benjamin werkübergreifend angewendetes Verfahren aufgearbeitet wurden.
Die intellektuelle Offenheit und die Populärkultur der Weimarer Republik entsprechen ihren allgemeinen Tendenzen der Demokratisierung. Das ästhetische Monopol des Bildungsbürgertums wird in Frage gestellt, denn die Massen fordern Emanzipation und Partizipation.
Neue tendenziell egalitäre Unterhaltungsgenres wie der Rundfunk wenden sich an die Massen als Kulturadressaten und dringen in die überkommenen Kunstformen vor. Es entstehen Diskurse, die um die Topoi der Mechanisierung, der Reproduzierbarkeit und der Masse angesiedelt sind. Neben den Avantgardebewegungen werden jene Phänomene in den Blick gerückt, die von Kunst- und Filmgeschichte bislang als trivial, populistisch oder kitschig ausgeblendet wurden, die aber vielfach die Bilder lieferten, die das kollektive Bildwissen der Zeit prägten.