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Studien zu Hölderlin, Brentano, Eichendorff, Heine, Mörike, George und Rilke
Author: Ralf Simon
Den Topos, Poesie sei Rede in Bildern, arbeitet dieses Buch historisch, systematisch und bildtheoretisch auf und macht ihn durch Gedichtinterpretationen ästhetisch anschaulich.
Die lyrischen Texte von Hölderlin, Brentano, Eichendorff, Heine, Mörike, George und Rilke werden dabei in ein Begriffsfeld eingebunden, das von der Literaturwissenschaft ausgehend den ständigen Kontakt zur Bildtheorie sucht. Es werden Formationen poetischer Bildkritik entwickelt: Erhabenheit und Bildlichkeit, Theoriebild, Rhetorik der Textbilder, intelligible Bilder, paradoxe Bilder, ikonische Dissemination, anagrammatische Bildpolitik, Prosopopöie und Erblicktwerden, textuelle Zirkulationslogiken und Bildlichkeit, Verhältnis poetischer Bildkritik zur philosophischen Reflexion.
Kant und Herder zum Schema
Antwortet Herders Begriff des Metaschematisierens auf Kants Schematismus? Die Debatte, die aus dieser Frage resultiert, verhandelt die Vermittlung von logischem Begriff und Anschauung über die Begriffe des Schemas und des Bildes. Kants Problem, den Kategorien Anschauungsbezug zu sichern, führt auf den Schemabegriff, weist aber den des Bildes von sich. Herders ikonisches Sprachdenken führt hingegen Sprache und Bild in ein enges Verhältnis, leugnet aber die Möglichkeit der apriorischen Begriffe und des Kantschen Schematismus. Indem der vorliegende Band die Auseinandersetzung zwischen Kants Schematismuskapitel aus der Kritik der reinen Vernunft und Herders Metaschematisieren aus seiner Abhandlung Über Bild, Dichtung und Fabel in das Zentrum stellt, wird einerseits eine neue Sichtweise auf eine philosophiehistorische Auseinandersetzung gewonnen, andererseits aber eine der wesentlichsten Fragen der philosophischen Bilddebatte aufgenommen. Historisch wie systematisch arbeiten die Studien dieses Bandes an dem Problem des Verhältnisses von Bild und Schema und also an der Frage, ob und wie der Bildbegriff der philosophischen Debatte zugeführt werden kann.
Schreibszenen im Zeitalter der Manuskripte
Die Kulturtechnik des Schreibens ist eine komplexe Tätigkeit, die verschiedene Elemente voraussetzt. Die Literaturwissenschaft hat sich bislang weitgehend darauf beschränkt, die Geschichte des Schreibens aus der Perspektive seiner Semantik vornehmlich als Geschichte der Literatur, der Rhetorik und der Poetik zu behandeln. Schreiben aber setzt sich neben der Sprache (der Semantik des Schreibens) unabdingbar aus zwei weiteren Elementen zusammen: Um die in der Sprache formulierten Gedanken festhalten zu können, braucht man Schreibwerkzeuge, eine Technologie (die Instrumentalität des Schreibens), deren Benützung spezifische Gesten, d. h. ein Training voraussetzt (die Körperlichkeit des Schreibens). Die drei sich gegenseitig bedingenden Elemente Instrumentalität, Körperlichkeit und Semantik bilden gemeinsam eine Szene, auf der sich alle drei als Quelle möglicher Widerstände darstellen können, die im Schreiben überwunden werden müssen. Diese ‚Schreibszene‘ stellt die Frage nach ihrem Rahmen, ihren Rollenverteilungen und ﷓zuschreibungen und ihrer Regie. Alle Beiträge zu diesem Sammelband dokumentieren, dass erst dieser umfassende Begriff des Schreibens in eine neue Dimension des Denkraums Literatur vorstößt: Ihre Experimentier- und Entdeckungsfreudigkeit besteht nicht zuletzt darin, sich an den Voraussetzungen des eigenen Schreibens aufzuhalten, diese zu thematisieren, zu reflektieren und zu problematisieren. Aus dem Inhalt MARTIN STINGELIN ‚Schreiben’. Einleitung MICHAEL STOLZ „Ine kan decheinen buochstap“. Bedingungen vorneuzeitlichen Schreibens am Beispiel der Überlieferung von Wolframs Parzival RÜDIGER CAMPE Das datierte Gedicht. Gelegenheiten des Schreibens in der Lyrik der Frühmoderne HEINRICH BOSSE „Wie schreibt man Madam?“ Lenz, Die Soldaten I/1 DAVIDE GIURIATO Johann Friedrich Oberlin und Herr L. ALFRED MESSERLI Schreiben im Feld JÜRGEN LINK Der Vorhang. Das Symptom einer generativ-poetischen Aporie in der goethezeitlichen Schreiburszene RALF SIMON Das Universum des Schreibens in Kuhschnappel (Jean Paul, Siebenkäs – Roman Jakobson) UWE WIRTH Die Schreib﷓Szene als Editions﷓Szene. Handschrift und Buchdruck in Jean Pauls Leben Fibel WOLFRAM GRODDECK „Ebenbild“ und „Narben“. Poetische Revision beim späten Hölderlin und der Ort der Handschrift CORI MACKRODT Wüste – Kleeblatt – Abgrund. Schriftorte und Schreiborte in Hölderlins Der Einzige SANDRO ZANETTI Doppelter Adressenwechsel. Heinrich von Kleists Schreiben in den Jahren 1800 bis 1803 REIMAR KLEIN „Unverstanden in der weiten Schöpfung“. Wilhelm Müllers schreibende Wanderer MARIANNE SCHULLER „…da wars immer als wär einer hinter mir der mirs einflüstre…“. Schreibszenen in Bettine von Arnims Günderode-Buch ROLAND REUß Handschrift in Druckschrift. Zur Diskussion des Verhältnisses von Kalligraphie und Typographie bei Paul Renner, Gerrit Noordzij und Stanley Morison
Mode, Pornographie und Sport
Der Band thematisiert den Zusammenhang von Kultur und Geschlecht in der literarischen Moderne. Mit der auf den ersten Blick vielleicht überraschenden Zusammenstellung von Mode, Sport und Pornographie werden drei gesellschaftliche Bereiche in den Mittelpunkt gerückt, deren Praktiken und Diskurse durch den gesellschaftlichen Modernisierungsprozess seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts hervorgebracht und verändert werden. Sie tragen aber auch selbst zu Prozessen der Modernisierung bei und überschneiden sich dadurch auf vielfache Weise. Im Zentrum stehen Praktiken, Darstellungen, Diskursivierungen und Medialisierungen des nackten, bekleideten und bewegten Körpers, die Möglichkeiten und Grenzen der Modernisierung reflektieren.
Referenzen
Moderne Literatur, so der Topos, ist selbstreferentiell. Heute jedoch schwingt das topologische Pendel der Theorie von der Selbst- zurück zur Weltreferenz.
Die Vorstellung einer adamitischen Namensprache (Gen 2, 19ff.), in der Wort und Ding sich auf magische Weise nahe sind oder sogar ineinanderfallen, zieht sich über Jahrhunderte durch Literatur und Sprachtheorie. Anders die Zeichen- und Kulturtheorie der 1970er und 1980er Jahre: Sie kennen keine auratisch-magische Referenz. Worte und Dinge sollen gar nicht mehr ursprünglich oder natürlich verbunden sein. Das hat sich, wie dieses Buch zeigt, gründlich geändert.

Funktionen des Bildbegriffs in der Philosophiegeschichte von Platon bis Nancy
Eine Philosophiegeschichte des Bildbegriffs. Die Relevanz des Bildes für das Denken ist vermeintlich erschöpfend diskutiert, was nicht zuletzt durch die umfassende Literatur zu Ästhetik, bildlichen Vorstellungen, mental images und der Rationalität der Metapher bekräftigt wird. Fast vergessen wurde dabei die Rolle, welche der Begriff des Bildes selbst im Denken des Abendlandes spielt und gespielt hat. Der bislang ausstehenden historischsystematischen Aufarbeitung will dieser Band nun endlich nachkommen, um nicht nur die Stellung des Bildes als einer zentralen Denkfigur zu exponieren, sondern dadurch auch den Bildbegriff selbst zu erhellen.
Der Band widmet sich Formen und Formgebungsprozessen von Zeit in der europäischen Literatur der Moderne. Den theoretischen Horizont des Bandes bilden aktuelle Forschungsansätze, in denen das Verhältnis von modernen Formtheorien zur Zeitlichkeit ästhetischer Prozesse reflektiert und problematisiert wird. Im Zentrum steht damit die Frage nach dem Wie der literarischen Zeitdarstellung. Die versammelten Beiträge zu Werken von Racine bis Egger untersuchen gattungsspezifische, rhetorische und poetologische Verfahren, durch die Zeit erfahrbar oder zumindest denkbar gemacht wird.
Formen und Funktionen von Pluralität in der ästhetischen Moderne
Der Band unternimmt die kritische Revision eines lange dominanten Diskurses über die ästhetische Moderne, der sie auf absolute Zeitgenossenschaft, Neuheit und Einstimmigkeit festzulegen suchte. Dagegen wird hier die Vielfalt als eigentliches Prinzip und kultureller Motor der ästhetischen Moderne herausgestellt. Diese Vielfalt hat ihren Grund im Wandel geschichtlicher Erfahrung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die mit dem Theorem der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen die Verzeitlichung der Einbildungskraft reflexiv in den Blick bekommt und damit die perspektivische Vielheit einander überlagernder Kulturen und Stile.
Politisches und religiöses Heil in der Moderne
Unsere Welt voller Untergänge und Katastrophen ist zugleich eine Welt voller Rettungen, Retter und Rettungsgeschichten. Täglich werden Rettungspakete geschnürt und Rettungsschirme gespannt, damit angesichts der drohenden Untergangsszenarien solches Rettungshandeln als alternativlos erscheine. Derartige Heilsversprechen lassen sich einerseits als Diskursinstrument zur Plausibilisierung und Invisibilisierung politisch kontingenten Handelns betrachten. Andererseits bilden sie ein zentrales und historisch tief eingewurzeltes Basisnarrativ unserer Kultur, welches die Beiträger von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart in ihrer religiöstheologischen, biopolitischen, sozialgeschichtlichen, technischen und medialen Dimension erkunden. Gegenstand sind literarische Texte sowie bioethische, populäre, ästhetische und politisch-philosophische Diskurse vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Lässt sich Recht fühlen? Gibt es normativ gesehen ein richtiges Fühlen? Seit über 200 Jahren dauert eine wissenschaftliche, politische und künstlerische Auseinandersetzung um die Funktion des Gefühls im Recht an.
Das Konzept des Rechtsgefühls im engeren Sinne entsteht im 18. Jahrhundert. Es fragt seither nach dem Verhältnis des Menschen zu normativen Ordnungen, nach Verantwortung und Teilhabe und nicht zuletzt nach dem richtigen Urteilen. Der Band folgt diesen historischen und systematischen Suchbewegungen und verbindet sie mit der aktuellen Debatte um »Law and Emotion«. Beiträge aus Rechts-, Literatur-, Geschichts- und Kulturwissenschaft erkunden konzeptionelle und funktionale Dimensionen rechtlichen Fühlens: als Teil der Rechtsprechung und Rechtsgenese, als Form politischen und ästhetischen Urteilens und als Modus der Formierung von Subjekt und Gesellschaft. Reflektiert werden so Deutungsmuster und Pro-
blemstellungen, welche die historischen und aktuellen Debatten mit erstaunlicher Persistenz überspannen.