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  • Author or Editor: Aage A. Hansen-Löve x
  • Literature and Cultural Studies x
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Neoprimitivismus in Wort- und Bildkunst der russischen Moderne
Series:  Anfänge
Der russische Neoprimitivismus im engeren Sinne war Anfang der 10er Jahre des 20. Jahrhunderts ein zentrales Stück der russischen Bildkunst an der Schwelle zwischen Symbolismus bzw. Jugendstil und Avantgarde, zwischen Neoimpressionismus, Futurismus und Suprematismus. Hauptvertreter dieser vitalen Strömung waren Klassiker der russischen Moderne: Michail Larionov, Natalija Goncarova, Kasimir Malevic, Vasili Kandinski u.v.a. Sie verbanden die in jener Periode nach Russland importierten westlichen Primitivismen eines Picasso oder Braque mit der so reichen eigenen Tradition einer noch voll lebendigen Exotik der eigenen Folklore, des Schamanismus und der eben erst als Kunst entdeckten Ikonen- und Freskenmalerei des Mittelalters.
Erstmals werden die intermediale Beziehung der neoprimitivistischen Bildkunst mit analogen Tendenzen in der Poesie der Symbolisten und Futuristen sowie die primitivistischen Tendenzen in der frühen Sowjetprosa untersucht.
Eine Anthologie
Neben der gut erforschten Verfremdungsästhetik des russischen Formalismus entwickelt sich in den 1920er Jahren eine bislang wenig rezipierte phänomenologische Formphilosophie. Interdisziplinäre Forschungsgruppen in Moskau und Leningrad arbeiteten an einer synthetischen Kunstwissenschaft.
Die Anthologie präsentiert grundlegende, teilweise auch im Original unpublizierte Texte erstmals in deutscher Übersetzung. Schlüsselkonzepte und -begriffe der sowjetischen phänomenologischen Ästhetik werden ebenso zugänglich wie originelle Ansätze, die für die aktuelle Ästhetik und Kunstwissenschaft von großem Interesse sind. Dies trifft auf exemplarische Studien der empirisch-psychologischen Kunstforschung sowie auf ausgewählte Lemmata aus dem »Wörterbuch der Begriffe der Kunstwissenschaften« zu, welches erst 2005 auf Russisch erscheinen konnte.