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Eine Einführung in die Bildwissenschaft. 2. Auflage
Author: Martin Schulz
Kaum ein anderes Phänomen ist in den unterschiedlichsten Disziplinen so sehr in den Mittelpunkt begrifflicher Auseinandersetzung geraten wie die vielfältige Kultur der Bilder. Gibt es eine Wissenschaft vom Bild? Oder nur Wissenschaften von Bildern? Das Buch gibt einen Überblick über die verschiedenen – historischen wie aktuellen – Theorien und Methoden des vielzitierten iconic turn. Zugleich bietet dieser Überblick die Grundlage für eine neu zu definierende Ikonologie, in der nicht nur die Vielfalt der Bildphänomene aus unterschiedlichen Kulturen integriert, sondern auch die unterschiedlichen Modelle zu einer möglichst umfassenden Bildwissenschaft verknüpft werden können.
Seit der ikonischen Wende Anfang der 1990er Jahre ist die Frage aktuell geblieben, was denn ein Bild ist. Alle bisherigen Versuche, einen Nenner für das Bild zu finden, auf den sich ein „cours iconologique“ gründen könnte, waren wenig zielführend. Dies liegt zum einen an der Vielfalt der Disziplinen und ihrer verschiedenen Denkmodelle; zum anderen an der Vielfalt der Bildphänomene selbst, die es nicht im Singular gibt. Das Bild existiert ausschliesslich in pluralen Erscheinungsformen. Es ist ungemein beweglich und wandelbar, muss sich übermitteln und verwandeln, um Gestalt annehmen zu können. Bilder bewegen sich gleich Nomaden von einem Medium zu einem anderen und waren daher immer schon massgeblich am Austausch zwischen den Kulturen beteiligt. Dies gilt nicht nur für die Geschichte der Medien, sondern auch für die Wissenschaftskulturen und nicht zuletzt für die unterschiedlichen Bildkulturen selbst. Herausgeber: Birgit Mersmann, Martin Schulz unter Mitarbeit von: Nicola Behrmann, Markus Buschhaus, Julia Glesner, Anette Hüsch, Katrin Kärcher, Kristin Marek, Dominic Olariu und Matthias Weiß
Literatur | Geschichte | Recht
Der Begriff der Prosa bietet wohl das einzige Beispiel für einen rhetorischen Terminus, der zu einer Leitmetapher der Moderne avancierte. Seit dem 18. Jahrhundert eignet diesem Begriff ein irreduzibler Doppelsinn: Einerseits bezeichnet er eine (schrift-)sprachliche Ausdrucksweise, die im Unterschied zum Vers metrisch nicht gebunden ist, andererseits eine Denkweise und eine Verfassung der modernen Welt, die in dieser ungebundenen Ausdrucksweise die ihr angemessene sprachliche Form findet.Die Beiträge des vorliegenden Bandes erkunden diesen Zusammenhang aus einer interdisziplinären Perspektive unter Bezug auf literarische und historiographische Prosa sowie die Prosa des Rechts.
Ein wichtiges Desiderat der Bildwissenschaft bestand darin, das oszillierende Verhältnis zwischen der Technik der Bilder und der Bilder als Techniken der Kultur in seiner interkulturellen Vielfalt auszuloten. Es handelt sich um die zwei Seiten einer Medaille, die sich wechselseitig bedingen und zwei verschiedene Facetten des Technischen miteinander vereinen: Technik zum einen im ursprünglichen und allgemeinen Sinn als Fähigkeit, List und Kunstfertigkeit, mit bestimmten Mitteln Bildern herzustellen, sie überhaupt zu materialisieren, zu veräußerlichen, für alle sichtbar und dauerhaft für das kulturelle Bildgedächtnis zu machen. Technik soll zum anderen im Sinne von 'Kulturtechnik' als die erworbene Fähigkeit und Eigenschaft der Bilder verstanden werden, sichtbare Imaginationen, Wünsche und Illusionen zu erfinden, Interaktionen mit dem Imaginären und Möglichkeiten der Immersion anzubieten, zugleich Räume des Wissens, der Distanz und Reflexion zu schaffen; ferner Anwesenheit an die Stelle von Abwesenheit, Nähe an die Stelle unüberbrückbarer Ferne zu setzen und Diesseits und Jenseits miteinander zu verbinden. Der Band beleuchtet dieses Wechselverhältnis in vielen historischen, theoretischen, aber vor allem auch interkulturellen Perspektiven. Diese Technik der Bilder, die wiederum Kulturtechniken des Betrachtens und Bildpraxis bedingen und zugleich voraussetzen, scheint insbesondere mit den technischen Leistungen der Neuen Medien explizit geworden, hat aber, wie viele Beiträge zeigen, eine lange Vorgeschichte. Die leitende Frage, die von der Gegenwart aus in einem möglichst großen historischen und interkulturellen Spektrum gestellt wird, ist, inwieweit die kulturell besonderen und graduell sehr verschiedenen Techniken der Bilder sich zumindest in Fallbeispielen zu bestimmten Bildtechniken synthetisieren lassen.
Die Ethik des Zitierens
Zitate sollen nicht nur genau sein, sie sollen 'gerecht' sein, und doch können sie missbraucht werden: Eine Ethik des Zitierens versucht der Verpflichtung fremder Rede 'im Namen des anderen' nachzuspüren. Philologische und linguistische, rhetorische und intermediale Aspekte einer zwischen Fremdbestimmung und Neuinterpretation oszillierenden Zitatpraxis werden hier aus interdisziplinärer Perspektive untersucht. Strategien der Beglaubigung wie des Widerstreits, die mit dem Zitieren seit je verbunden sind, in der Rechtssprechung, der Theologie und der Geschichte, werden mit Analysen der Authentizität sowie des Plagiats gekreuzt, wobei das kulturgeschichtliche Spektrum des Bandes von der Antike bis in die unmittelbare Gegenwart reicht, zur Zitierpraxis des Bundesverfassungsgericht und des Films.