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  • Author or Editor: Stefanie Diekmann x
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Abriß zur Diskursgeschichte eines Mediums
1975 legte der amerikanische Fotograf Joel-Peter Witkin an der University of New Mexico eine M.A. Thesis vor, die den Titel „Revolt against the Mystical“ trägt. Dieser obskure und zugleich faszinierende Text – Autobiographie, Hagiographie, ein Sammelsurium von Anekdoten – bildet den Ausgangspunkt für eine Reihe von Erkundungen in die Mythen- und Diskursgeschichte der Fotografie. Untersucht werden in vier Kapiteln: die Geschichte der Retusche zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit; der Konflikt zwischen apparatischem Medium und Signaturprinzip, das Konkurrenzverhältnis zwischen der frühen Fotografie und der Malerei; die Experimente und Spekulationen um eine Fotografie des Unsichtbaren; die Rezeption der ersten Fotos des Grabtuchs von Turin und schließlich das mythische Dispositiv vom mortifizierenden Blick der Medusa. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den fototheoretischen Debatten des 19. Jahrhunderts, in denen sich jene Erwartungen, Konzeptionen und Vorbehalte ausbildeten, die noch in den einhundert Jahre später entstandenen Aufzeichnungen des Fotografen Witkin virulent sind.
In 13 pointierten Beiträgen untersucht dieser Band die unterschätzte Bedeutung der Theaterfeindlichkeit für die Entwicklung der Theaterkunst und -theorie von der Antike bis zur Gegenwart.
Tatsächlich ist die Theaterfeindlichkeit nicht nur ebenso alt wie das Theater selbst und gerade in Phasen der ›Hochkonjunktur‹ von Theaterkunst und theatraler Aktivität besonders häufig anzutreffen. An ihren vielgestaltigen Äußerungen lässt sich außerdem aufzeigen, dass die Gegner des Theaters nicht selten aufmerksamer und sensibler für die medialen Eigenheiten, die Effekte und nicht zuletzt die Verführungskräfte des Theaters sind als dessen Fürsprecher, und dass sie ihre Einwände pointiert zu artikulieren verstehen.
Das Haus und seine Vorstellung in den Künsten und Wissenschaften
Ziel von In Da House ist es, die (fast) untergegangene Wissenschaft vom Haus als feste Kategorie der Kulturwissenschaften zurückzugewinnen, wo ansonsten alle Zeichen auf Transit, Fluidizität und Mobilisierung stehen.
Der Band möchte die Kenntnisse über den metaphorischen Apparat ›Haus‹ vervollständigen, indem das Haus als historisches Paradigma des sozialen Austauschs und der Grenzziehung, als allgegenwärtiger Spielort in Literatur, Film, Videoclip, Oper oder Computerspiel in den Blick genommen wird. Medien- und Filmwissenschaftler, Kulturhistoriker und Religionswissenschaftler, Philosophen und Philologen entwerfen eine Soziologie des Hauses im Imaginären.
Über das Untote
Seit der Aufklärung werden Versuche, das Leben auf den Begriff zu bringen, von Figuren des Untoten heimgesucht, die die Grenze zwischen »lebendig« und »tot« infrage stellen. Die hier versammelten Beiträge widmen sich literarischen, medialen, philosophischen und politischen Formationen, in denen das Untote Gestalt annimmt. Kennzeichnend für die Moderne ist eine Emphase des Lebens und ein verändertes Verhältnis zum Tod. Bedrohlich erscheint weniger die Endlichkeit des Lebens, als vielmehr sein Exzess über den Tod hinaus: die paradoxe Unfähigkeit der Toten zu sterben, ihr verstörendes Auftauchen in der Welt der Lebenden. Als unheimliche Zwischenwesen verweisen die Untoten auf eine Dimension des Daseins, die in die soziale und kulturelle Realität nicht integrierbar ist, sie aber mit Insistenz heimsucht und untergräbt. Der vorliegende Band lotet den Topos des Untoten in seiner privativen ebenso wie in seiner konstitutiven Dimension aus, um seine Herausforderung für das gegenwärtige Denken zu erkunden.