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  • Author or Editor: Steffen Schneider x
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Praktiken audioliteralen Schreibens und Verstehens
Das Hörbuch ist ein literarisch relevantes Produktions- und Rezeptionsmedium, das nicht auf die Distribution literarischer Texte beschränkt bleibt, sondern selbst zur Genese einer neuen, produktiven und rezeptiven audio-literalen Ästhetik beiträgt.
Gefragt wird nicht nur, was ein Hörbuch ist und wie es sich von anderen Medien abgrenzen lässt, sondern auch, welche audio-literalen Verfahren darin zur Anwendung kommen. Es werden die akustischen Schnitttechniken Rolf Dieter Brinkmanns oder Peter Kurzecks als poetologische Strategien analysiert und nach der Synästhesie eines transienten Mediums ebenso gefragt wie nach einer Theorie der Audioliteralität. Zudem geht es um eine Bestimmung akustischer Paratextualität und um die Frage, inwiefern sich die hörbaren »Seelenspuren der Dichter« als Intimisierung des Vortrags verstehen lassen.
Wir leben in einer Kultur der spektakulären Effekte. Die technischen Möglichkeiten zur Gestaltung von Licht und Klang, Zeit, Raum und Materialitäten ermöglichen heute ein scheinbar unbegrenztes Potenzial zur Erzeugung illusionärer Welten und multisensueller Spektakel.
Im Zentrum des Bandes steht die Spurensuche nach jener wundersamen ästhetischen Figur, die heute vor allem als special effect aus dem Hollywood-Kino bekannt ist. Eine Archäologie der Spezialeffekte erschöpft sich jedoch nicht in einer Vor- und Frühgeschichte des Kinos. Vielmehr geht es dem Band auch darum, den Begriff des Spezialeffekts für eine allgemeine Betrachtung von Effekten des Staunens in den Künsten zu erweitern und damit für interdisziplinäre Fragestellungen anschlussfähig zu machen.