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in Poetica
in Benjamin-Studien 1
Eine Kulturgeschichte des Tinnitus
AutorInnen: Uwe Steiner und Uwe C. Steiner
Tinnitus: In alten Zeiten sprachen, so glaubte man, in ihm die Götter. Heute ist das Syndrom eine Volkskrankheit, obwohl noch vor zwei Jahrzehnten nicht einmal jeder Arzt den Ausdruck kannte. Wie man die Ohrenpein erklärt und therapiert, darin spiegeln sich die Kulturen.

Uwe C. Steiner erzählt die faszinierende Geschichte des Ohrenklangs und seiner Deutungen, denn das Leiden hat seit jeher existiert und medizinische Rätsel aufgegeben. Heute versuchen die Ärzte ihr Glück mit akustischer Stimulation, Verhaltenstherapien, Tabletten, Physiotherapie und sogar elektrischen Gehirnstimulationen. Einst aber verordnete man dagegen in Honig gekochte Haselmäuse, Urin oder Mandelöl.
Als das moderne Selbst entsteht, klingen ihm auffällig häufig und leidenschaftlich die Ohren. Eine Welt, die im 19. und 20. Jahrhundert immer lauter wird, zollt darauf der Hörfolter neue Aufmerksamkeit. Mittlerweile erkennt sich unsere Zeit wieder im einst verkannten »Ohrensausen«: Tinnitus heute, so lautet Steiners Diagnose, ist die Symptomkrankheit eines überakustischen Zeitalters.
In diesem Lärm im Kopf, in den ihm gewidmeten Reden, gibt sich unser Selbst und gibt sich das Gesicht einer medial und kommunikativ strapazierten Gegenwart zu erkennen.
Die Dichtung des Schleiers
AutorIn: Uwe C. Steiner
Im neuerwachten Interesse an der Metametapher des Schleiers sieht sich die verbreitete konstruktivistisch-kulturalistische Wirklichkeitsauffassung nicht etwa nur an ihren Rändern mit der neuen Konjunktur des Religiösen konfrontiert. Steiners Untersuchung erhellt die wichtigsten Stationen der Metapherngeschichte literatur-, kulturwissenschaftlich und metaphorologisch. Ihren historischen Schwerpunkt legt sie auf die Umbesetzungen der Metametapher. Die velomanische Ernüchterung beginnt spätestens im 18. Jahrhundert. Nicht erst seit Nietzsche befindet man, der Schleier habe sich zum flächigen Gewebe kontrahiert. Dem soll hier widersprochen werden denn im Zeitalter des Weltweiten Gewebes verdichten sich die Netze. Sie bringen neue Verhüllungen hervor.
in Literarische Ökonomik
in Schwellenprosa
in Materialität
in Der Code der Leidenschaften
in Das lyrische Bild
in Ohrenrausch und Götterstimmen