Erkenntnis und Ästhetik der Illusion
Reihe: Film Denken
Das Zeitalter der Illusionskritik ist zu Ende. Die Befreiung des schönen Scheins aus dem Geist der humorlosen Vernunft gebiert vor allem im Kino heutzutage Abenteuer, die es auch philosophisch neu zu erkunden gilt. Diesen Pfaden folgt das Buch. Die Monographie beleuchtet aus philosophischer Sicht die längst totgeglaubte ästhetische Illusion neu anhand des Kinofilms. Dabei wird den Spuren der affektiven Verführung ebenso analytisch nachgegangen wie der resistenten Freude an der Verstrickung mit der Fiktion. Eine Philosophie des Kinos wird hier ausformuliert, die zugleich eine Philosophie des Körpers und seiner polymorphen Wandlungsfreiheit ist. Anstatt Illusion als zu entlarvende Täuschung abzuwehren, gilt es vielmehr, so das Credo des Buches, die Bereitschaft zur Hingabe an die durchschaute Fiktion im Sinne einer ästhetischen Freiheit auch philosophisch neu zu verteidigen.
HerausgeberInnen: Christiane Voss und Lorenz Engell
Allen Todesbekundungen des Menschen zum Trotz, so zeigt dieser Band, vollzieht sich das Menschsein variantenreich im Verbund mit Techniken, Medien, Diskursen und materiellen Umwelten, in die es als variable Teilgröße immer schon eingefügt ist. Mit dem Anliegen, das Menschsein produzierende Potenzial technischer, ästhetischer und allgemein medialer Projektionen und Praktiken zu beleuchten, zielt der Band auf eine innovative Auslotung der Möglichkeiten einer Medialen Anthropologie. In den Beiträgen werden die wechselseitigen Durchdringungen, Projektionen und Spiegelungen von Mensch und Medien/Techniken theoretisch und an Fallbeispielen interdisziplinär untersucht. Mit der Umstellung der Frage nach »dem« Menschen auf die nach der irreduziblen Anthropomedialität, in der »Mensch« stets als Teilgröße einer umfassenderen medialen Einheit oder Prozesshaftigkeit gedacht wird, vermeidet der Band die traditionellen anthropologischen Sackgassen. Traditionelle Unterscheidungen von Tier und Mensch, Engel und Mensch, Maschine und Mensch, Gott und Mensch sowie die Abgrenzung von Natur, Kultur und Technik werden dabei neuen Perspektivierungen zugeführt.
Fiktionalität in Philosophie, Film- und Medienwissenschaft
HerausgeberInnen: Christiane Voss und Gertrud Koch
Wenn fiktionale Welten als in sich geschlossene Universen gelten, die mit unserer Welt nichts zu tun haben, wie können wir dann von ihnen lernen, uns in sie einfühlen? Glaubt man hingegen fiktionale Welten seien bloß aufgrund von Ähnlichkeitsbeziehungen zu unserer Wirklichkeit interessant, so scheint dies wiederum die Eigensinnigkeit eben dieser prekären Existenzen zu unterlaufen. Die Überlegungen zum ontologischen Status fiktionaler Existenzen werden in diesem Buch mit philosophie- und filmästhetischen Analysen verbunden. Fragen nach der spezifischen Affektmodulierung von Rezipienten durch fiktionale Welten werden ebenso verhandelt, wie solche nach dem Verhältnis des Ästhetischen zu erkenntnistheoretischen Debatten um Realismus und Anti-Realismus.
Zur ästhetischen Erfahrung in der Kunst
HerausgeberInnen: Christiane Voss und Gertrud Koch
Die Fragen, die in diesem Band verhandelt werden, lauten: Was lernen wir über uns und die Welt, in der wir leben, durch Ästhetik und wie urteilen wir über ästhetische Gegenstände? Ausgangspunkt der Beiträge ist das Phänomen, dass wir im Umgang mit ästhetischen Gegenständen unmittelbar mit zwei Bestimmungen konfrontiert sind: Zum einen ist die pure Materialität eines ästhetischen Gegenstandes Bezugspunkt unserer Wahrnehmung, zum anderen haben wir es zugleich mit einem Zeichen zu tun Erst im bewusst erfahrenden Vollzug der Wahrnehmung und deutenden Konstruktion eines Gegenstandes wird dieser als ein unauflösbares Spannungsverhältnis zwischen Ding und Zeichen verstehbar. Ästhetische Qualität, so lautet der Leitgedanke dieses Bandes, ist dabei nicht unabhängig von der Erfahrung solcher Gegenstände fixierbar.
HerausgeberInnen: Christiane Voss und Gertrud Koch
In diesem Band wird die Bedeutung von Illusion für ästhetische Erfahrung aus philosophischer, filmwissenschaftlicher, wahrnehmungspsychologischer und psychiatrischer Perspektive diskutiert. Illusion erweist sich als eine paradoxe Gestalt, als eine durchschaute (Sinnes-) Täuschung, die allererst den spezifisch ästhetischen Genuss ermöglicht. Auch heute, nach der anti-illusionistischen Phase der Kunst, ist es im Blick auf Kunst umstritten, ob die ästhetische Lust an einem Horrorfilm, einem Foto, oder einem Roman darauf angewiesen ist, dass wir uns reflexiv von der Suggestivkraft der Bilder bzw. der Erzählungen distanzieren können, oder ob gerade die distanzlose Verstrickung mit dem Gegenstand der zentrale ästhetische Effekt ist.
Die conditio humana im Zeitalter der Medien
Die grundlegende medientheoretische Einsicht, dass Medien unsere Welt maßgeblich verändern, ließ die Kategorie ›des Menschen‹ hinter die Fokussierung auf technische Medien zurücktreten oder gar verschwinden.
Der Band hinterfragt aus medienphilosophischer Sicht die Menschenvergessenheit technikzentrierter Positionen, ohne die Medienvergessenheit der geisteswissenschaftlichen Anthropologien aus dem Blick zu verlieren. Im Mittelpunkt steht nicht die abstrakte Bestimmung eines wie auch immer zu denkenden menschlichen Wesens, sondern Fragen nach dem Wie und Wo der medialen Rahmungen und Positionierungen menschlicher Existenzweisen.
Neue Positionen der Medienphilosophie
Der Band diskutiert die Materialabhängigkeit und Rolle der diversen Verkörperungen des Denkens, wie sie sich in technischen, diskursiven, ästhetischen und kulturtechnischen Ausprägungen aufzeigen lassen.
Dass Denken keine rein immaterielle Eigenschaft ist, ist in der Phänomenologie, der Ästhetik, der Politischen Theorie und in den Medienwissenschaften unabhängig voneinander konstatiert worden. Dieser Band führt die Theoriefelder zusammen und setzt mit dem Fokus auf eine medienphilosophische Sichtweise neue Akzente, die quer zur Unterscheidung von Philosophie und Medienwissenschaften stehen. Mit Beiträgen von: Marie-Luise Angerer, Friedrich Balke, Astrid Deuber-Mankowsky, Lorenz Engell, Elena Esposito, Manfred Faßler, Frank Hartmann, Dieter Mersch, Maria Muhle, Gunnar Schmidt, Leander Scholz, Eva Schürmann, Philipp Stoellger, Anna Tuschling, Elisabeth von Samsonow, Christiane Voss.
Reihe: Film Denken
Vier Leitkonzepte der Film-Philosophie werden vorgestellt: der Affekt, die Agentur, die Aufhebung und das Außen. Entwickelt und erprobt werden diese Konzepte in der Auseinandersetzung mit verschiedenen Filmen, insbesondere mit einer der spektakulärsten Filminstallationen der letzten Jahre, Christian Marclays »The Clock«.
Film-Philosophie hat es mit zweierlei Problemstellung zu tun: Zum einen mit Fragen, die den Status des bewegten Bildes als eines eigenwilligen Gegenstands der Wahrnehmung und der Erfahrung betreffen sowie die Natur des kinematographischen Raums und der filmischen Zeit, die Spezifik der filmischen Logik oder der audiovisuellen Argumentation. Zum anderen mit weiter ausgreifenden Fragen, wie derjenigen nach dem Menschen, nach dem Ästhetischen, nach dem Wissen oder der Geschichte, nach der Ordnung der Dinge. Am Kreuzungspunkt dieser beiden Tendenzen sind die hier versammelten Essays und ihre Leitkonzepte situiert.
Zeiterfahrung in Film, Literatur und Philosophie
Das Buch begibt sich auf die Suche nach den Zeiterfahrungen, wie wir sie an und in den Künsten, der Literatur, in der Philosophie und den Medien machen.
Die Präsenz von Vergangenheit in Gegenwart und Zukunft sowie die Unumkehrbarkeit kausaler Verhältnisse auf der zeitlichen Achse legen bloß, wie sehr die Erfahrung von Zeit bereits begrifflich durchdrungen ist. Gerade weil wir wissen, dass unsere Lebenszeit nicht wiederholbar ist, faszinieren uns Déjà-vus und all jene traumartigen Raum-Zeit-Verdichtungen, mit denen die Kunst arbeitet. Manche Zeit ist zählbar und gibt uns so etwas wie ein Datum; andere Zeitformen sind nur qualitativ erlebbar und paradoxal im Ausdruck. Im Traum funktioniert die Vermischung von Zeit und Raum mühelos und die Kunst spielt in Mythen, Filmen und Literatur genau mit dieser Unschärfe.