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Ästhetiken der Transfiguration
HerausgeberInnen: Erika Fischer-Lichte und Nicola Suthor
Transfiguration, das Aufscheinen einer anderen Realität in der gewöhnlichen Wirklichkeit, führt zu einer produktiven Spannung zwischen der gegenständlichen Plastizität des Leibes und der phantastischen Wirkung seiner Verklärung, die in diesem Band in ihren vielfältigen Ausprägungen analysiert wird. Ausgehend von der theologischen Dimension, der Verklärung Christi, wird untersucht, wie dieses Konzept in der mittelalterlichen Literatur der Mystik, den bildenden Künsten und der modernen Theaterpraxis verarbeitet wird. Die Vorstellung einer 'zweiten Geburt' in der Kunst (wenn etwa eine Mamorbüste den Dargestellten an Lebendigkeit übertrifft), die rituelle Funktion des Opferkults (aus ethnologischer wie aus filmtheoretischer Perspektive), wie die Macht der Figurabilität, die den Sinn in der Verheißung einer sich kaum abzeichenden Form proliferieren lässt, werden im Hinblick auf die Ausbildung einer profanen ästhetischen Praxis der Transfiguration untersucht.
Die Zukunft der Performativitätsforschung
Mindestens ebenso spannend wie die Frage danach, was die Zukunft bringen wird, ist die Untersuchung wie und auf welche Weise Zukünftiges hervorgebracht wird. Der Band mit dem doppelsinnigen Titel „Performing the Future“ will zweierlei leisten: er prüft die bisherige Theoriebildung im Bereich der Performativitätsforschung auf Möglichkeiten ihrer Weiterentwicklung und untersucht die Hervorbringung von Zukünftigem als eine spezifische Wirkdimension des Performativen. Worin besteht die transformative Kraft, die spezifische energeia des Performativen und wie lässt sie sich genauer beschreiben und fassen? Die titelgebende Doppelformel verweist auf die enge Verbindung von Darstellung und Herstellung, die die Beiträge des Bandes offen legen.
Der Witz und seine Beziehung zu den Künsten
HerausgeberInnen: Erika Fischer-Lichte und Regine Strätling
Witze machen einen ungewohnten Gebrauch von unseren Sprech- und Denkgewohnheiten. Sie bringen unsere Annahmen von der Welt in eine Schräglage und schlagen Funken aus der Materialität unserer Kommunikation. Haben Witze eine grundsätzliche Affinität zur Kunst?
Die Beiträge fragen aus kunstwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive nach der Beziehung zwischen dem Witz und den Künsten. So unbestreitbar der Unterhaltungswert von Witz ist, so umstritten ist heute sein künstlerischer Wert. Der auf Lachen abzielende Effekt gilt bestenfalls als angenehmes Beiwerk neben den ›eigentlichen‹ ästhetischen Qualitäten. Demgegenüber wird hier darüber nachgedacht, ob Witz nicht als genuine ästhetisch-philosophische Kategorie im Sprechen über Kunst begriffen werden kann. Mit Beiträgen von U. Blumenbach, S. Connor, S. Critchley, S. Foellmer, T. Hecken, C. Pareigis, S. Siegel u. a.
HerausgeberInnen: Erika Fischer-Lichte und Daniela Hahn
Auf welche Weisen setzen sich die Künste mit ökologischen Fragen auseinander? Wie verhalten sich künstlerische Praktiken zu ökologischen Forschungen? Gibt es eine „ökologische Kunst“? Welche Vorstellungen von Naturen und Umwelten kommen im Verhältnis von Ökologie und Künsten zum Tragen? Ökologie ist in den letzten Jahren sowohl in den Sozial- und Kulturwissenschaften als auch in den Künsten zu einem Schlüsselthema geworden. Dies zeigt eine Vielzahl von künstlerischen Arbeiten, die sich mit dem Klimawandel, den Relationen von Natur und Kultur, der Gestaltung von Natur- und Stadträumen, den Materialitäten der Umwelt, dem Verhältnis von Menschlichem und Nicht-Menschlichem sowie einer Geschichte der Dinge, Pflanzen und Tiere und ihren Wechselbeziehungen auseinandersetzen. Die Beiträge des Bandes nehmen die Strategien und Formen in den Blick, durch die sich die Künste zur Ökologie ins Verhältnis setzen, und zeigen, inwiefern künstlerische Praktiken als Verfahren des Experimentierens und Durchspielens ökologischer Szenarien begriffen werden können.
Theater und Topologie
HerausgeberInnen: Benjamin Wihstutz und Erika Fischer-Lichte
Inwiefern ist der theatrale Raum politisch? Auf welche Weise spiegeln Grenzziehungen und Verortungen des Theaters eine Politik des Raumes wider? Der Band geht diesen Fragen sowohl historisch als auch auf das Gegenwartstheater bezogen auf den Grund. Jedes Theater beginnt mit einer Grenzziehung, jede Aufführung teilt einen Raum auf. Sei es die Trennung von Zuschauersaal und Bühne, die Aufteilung zwischen urbanem Raum und Theatersaal, sei es das Theater als Repräsentation des Hofes oder Versammlungsort der Polis - seit jeher zeichnet das Theater eine Politik des Raumes aus, die sich je nach historischem und kulturellem Selbstverständnis verändert hat. Dabei spielen geographische und juridische Aspekte ebenso eine Rolle wie Fragen der Gemeinschaftsbildung oder Inszenierungsstrategien in Theater, Tanz und Performance. Dem Band geht es nicht zuletzt um die politische Verortung des Theaters und seiner Topologie im Spannungfeld von Kunst und Gesellschaft.
Inszenierung, Aufführung und Praxis
HerausgeberInnen: Erika Fischer-Lichte und Christoph Wulf
Gesten gehören zu den frühesten und wichtigsten Darstellungs- und Ausdrucksformen. Sie sind allen Menschen gemeinsam und sind zugleich historisch und kulturell unterschiedlich. Gesten sind Handlungen ohne Worte. Als soziale und ästhetische Darstellungs- und Ausdrucksformen bringen sie den Körper in Erscheinung. Sie sind dynamisch und performativ; sie spielen eine zentrale Rolle in: bildender Kunst, Film und Musik; Theater, Performance und Tanz; sozialen und pädagogischen Beziehungen.


Gesten werden inszeniert und aufgeführt. Ihre Performativität gestaltet gesellschaftliche, soziale und künstlerische Praxis. Mit dem historischen
und kulturellen Wandel und mit Innovationen in den Künsten ändern sich Gesten und ihre Bedeutung. Mit der Ubiquität der neuen Medien finden viele eine globale Verbreitung und entwickeln sich je nach Kontext, Darstellung, Ausdruck, Inszenierung und Aufführung. Wie sich Gesten zeigen, konturieren und verfeinern, wie sie gelernt und in Szene gesetzt werden, wie sie funktionieren und wirken, wird in einem multidisziplinären Zugang untersucht und mit der Vielfalt interkultureller geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektiven dargestellt.
Mythos und ästhetische Transformationen
Medea – in Aufführungen, Bildern, Erzählungen und Klängen zirkuliert ihr Mythos gegenwärtig mit besonderer Intensität. Dabei ist die zornige Heldin zu einer Figur des Transfers geworden, zu einer Mittlerin zwischen Künsten, Zeiten und Kulturen. Die Figur Medea polarisiert: Sie ist eine intensiv Liebende, die kalkulierend den Mord an ihren Kindern vollstreckt. Sie ist sowohl die barbarische Fremde als auch die im Exil Leidende, Hexe ebenso wie Heilerin mit übernatürlichen Kräften.
Kunst, Risiken und Nebenwirkungen
In der Vielfalt ihrer Ausprägungen und Ausmasse entziehen sich die Wirkungen von Kunst einer trennscharfen, einhegenden Be-stimmung. Dieser transdisziplinäre Band soll einen offenen Blick für die Erfahrungsdimension des Ästhetischen entwickeln, der kognitive und körperliche, reflexive und emotionale, performative und semiotische Aspekte gleichermassen integrieren kann. Dabei rücken Erfahrungsweisen in den Mittelpunkt, die in wissen-schaftlichen Ästhetikdebatten in jüngerer Zeit häufig zu kurz gekommen sind oder sogar zu blossen ‚Nebenwirkungen’ der Kunst degradiert wurden: Wie mischt sich das Ästhetische mit dem Emotio-nalen? Wie ändert sich die ästhetische Erfahrung des Rezi-pienten, wenn er zum aktiven Ein-greifen in künstlerische Prozesse gezwungen wird? Inwieweit sind Verletzungen und Repulsionen äs-thetisch erfahrbar?
Diskurs - Macht - Analyse
Kultur artikuliert, reproduziert und reflektiert sich in hohem Maße in Aufführungen. Das theaterwissenschaftliche Forschungsprojekt Ästhetik des Performativen hat einen analytischen Aufführungsbegriff entwickelt, der den Geistes- und Sozialwissenschaften in- zwischen als neuer Leitbegriff dient.
Vertreter der Theater- und Tanzwissenschaft, der Ethnologie, der Anthropologie, der Theologie und der US-amerikanischen Performance Studies testen die Reichweite dieses Aufführungsbegriffs und entwickeln ihn weiter. Dabei setzen sie drei Schwerpunkte: Erstens wird diskutiert, wovon eigentlich die Rede ist, wenn 'die Aufführung' zur Sprache kommt. Zweitens wird die soziale und politische Dimension von Aufführungen in Bezug auf die Zirkulation von Macht erörtert. Drittens werden unterschiedliche Analysemethoden erprobt.
Zur Körperlichkeit eines ästhetischen Prinzips
Der Band testet die Übertragung eines medizinischen Begriffs in das Feld der Kunst und Kultur: Lässt sich 'Ansteckung' als ein wirkungsästhetisches Konzept profilieren, wenn man die Aufmerksamkeit auf die quasi-körperlichen Symptome der Kunsterfahrung lenkt? Was geschieht, wenn die Zufälligkeit, die Unmittelbarkeit, aber auch die innere Notwendigkeit im ästhetischen Erleben mitgedacht werden? Während die Rezeption auf Distanz nicht selten an der Oberfläche bleibt, dringt Ansteckung ›unter die Haut‹. Ansteckung arbeitet in diesem Sinn gleichzeitig als phänomenaler Beschreibungsmodus als auch als Analyseinstrument, um die Übergänge und Transfers von sinnlich wahrnehmbaren Geschehnissen und ihrer späteren Bedeutungszuschreibung besser erfassen zu können. Dabei geht es keineswegs um eine bloss metaphorische Entwendung eines medizinischen Begriffs für den kulturwissenschaftlichen Diskurs. Vielmehr soll seine Herkunft aus dem Geist der von Spinoza entdeckten Affekt-Philosophie und des von den englischen Empiristen verwendeten Affektions-Begriffs (lat. afficere, anrühren, anstecken, berühren) ernstgenommen werden.