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Author: Jan Söffner
Der Band untersucht am Beispiel der Inspirationsmetapher das Zusammenspiel von körperlicher Praxis, Ästhetik und Bedeutung. Er führt dabei Konzeptionen des Metaphorischen vor dem Hintergrund einer Morphom-Theorie zusammen.
Konzepte von Geist und Atem stellen in verschiedenen Kulturen eine Einheit dar. Dies gilt etwa für den biblischen Hauch Gottes, das griechische pneuma, den lateinischen spiritus, das prana des Sans-
krit, das chinesische Ch’i, das Japanische Ki. So unterschiedlich die Konzeptionen sind, so sehr teilen sie zumindest die Rudimente einer Phänomenologie des Atmens. Ihre Diskursivierung lässt den Geist-Atem zudem jeweils als »absolute Metapher« im Sinne Hans Blumenbergs erscheinen. Er füllt eine Leerstelle im jeweiligen Wissenssystem und setzt eine ästhetische Gestalt an die Stelle rationaler Ergründbarkeit. Die Atemhaftigkeit des Geistes kann aus logischer Sicht nur ein Entwurf sein, die vorenthaltene Klarheit logisch schlüssig einzuholen.
Metapher, Mimesis, Musik - und die Kunst, Texte bewohnbar zu machen
Author: Jan Söffner
Dieses Buch legt Grundlagen für ein neues Verständnis von Literatur. Ausgehend von dem, was Leser nur als körperliche Wesen können, eröffnet es neue Fragen zum Sinn von Texten und zur literarischen Ästhetik.
Literatur kann das Herz rasen, den Atem stocken, die vorlesende Stimme zittern lassen. Sie hat an der Körperlichkeit der Menschen teil. Aber auf welche Weise? Anhand von linguistischen, phänomenologischen, evolutionstheoretischen, medienphilosophischen und neurowissenschaftlichen Untersuchungen geht Jan Söffner dieser Frage nach. Er setzt bei dem gleichermaßen kulturell und evolutionär geformten Menschen an und versucht, seine Relation mit der Sprache zu bestimmen. Dabei wird das Paradigma sprachlicher Partizipation demjenigen der Referentialität zur Seite gestellt: Literatur nimmt nicht nur auf die körperliche Welt der Leser Bezug, sie hat an ihr auch teil.
George R.R. Martins ›A Song of Ice and Fire‹
Author: Jan Söffner
A Song of Ice and Fire ist die literarische Grundlage für die HBO-Serie Game of Thrones. Aber dieser Romanzyklus ist mehr als das: Jan Söffner nimmt ihn als unbequemes literarisches Meisterwerk ernst.
»Fantasy ist erwachsen geworden« – kein Satz wurde in der Presse zu George Martins A Song of Ice and Fire häufiger geäußert als dieser. Die lang belächelte Fantasy-Szene tritt der akademischen Intellektualität erstmals auf Augenhöhe entgegen. Jan Söffner nimmt diese Herausforderung an und untersucht Martins philosophische Hintergründe, poetische Verfahren und implizierte Gegenwartsanalysen. So ergeben sich Einsichten zu Martin und zu Game of Thrones, die Fans in keinem Blog oder Fanforum finden werden. Aber Söffner legt den Finger auch auf die Provokationen, die Martins Bücher für Intellektuelle darstellen und zeigt, warum es gerade heute wichtig ist, sich ihnen zu stellen.
Fallstudien zum melancholischen Grund des Schöpferischen in Asien und Europa
»Warum erweisen sich alle außergewöhnlichen Männer in Philosophie oder Politik oder Dichtung oder in den Künsten als Melancholiker?«
Diese einleitende Frage der pseudoaristotelischen Problemata Physica XXX, 1 enthält die Behauptung, die seit mehr als zwei Jahrtausenden in der abendländischen Tradition wiederholt wird und deren vermeintlich kontinuierliche Wirkmacht als bestens erforscht gilt. Aus morphomatischer Sicht führt eine Genealogie des Denkbilds vom melancholischen Grund des Schöpferischen jedoch zu bisher kaum beantworteten Fragen. Dazu gehören u.a.: Warum verblasste diese so eindrücklich gestaltete Vorstellung von der Schöpferkraft der Melancholie sofort wieder? Was bewirkte ihre triumphale Wiederkehr in der Renaissance? Im Abendland wird die Melancholie seit der Renaissance als Genieausweis gehandelt – wie jedoch sieht es in anderen Kulturtraditionen aus?
Neurophysiologische Kulturforschung
Series:  TRACE, Volume: 1
er vorliegende Band berichtet über die experimentelle Arbeit der Jahre 2005 bis 2015. Forschungsschwerpunkt waren die Hirnfunktionen, die durch die Wahrnehmung des Ornament- und Decorum-Phänomens ausgelöst werden. Es wurden Experimentserien durchgeführt zu den Medienbereichen Architektur, Szenographie, Gesten und Sprache.
Der Band enthält Beiträge von Nico Pezer, Victoria Kirjuchina, Thomas Grunwald, Martin Kurthen, Rainer Gabriel, Paul Kenig, Heiner Mühlmann, Larissa Dolde und anderen.
Perspektiven aus der Vormoderne
Series:  Trajekte
Zeugnisse machen Erfahrungswerte für Mitglieder einer Gesellschaft verfügbar, die nicht an der Erfahrungssituation selbst beteiligt sind oder waren. Innerhalb der kulturellen Profilierung von Gesellschaften steuern sie die Prozesse der Manifestation und Tradierung und haben so einen entscheidenden Anteil an Historiographie, Memoria und Wissenstransfer.

Der interdisziplinär angelegte Band vereinigt Perspektiven aus Historiographie, Kunst, Literatur, Medientheorie, Wissenschaftsgeschichte und Rechtswesen und berücksichtigt darüber hinaus die Bedeutung der Zeugenschaft in den drei monotheistischen Religionen. So präsentiert er ein diffe-renziertes Bild testimonialer Konzepte der Vormoderne, die die Erinnerungskulturen prägen und in ihren wesentlichen Strukturen bis in die Gegenwart ausstrahlen.
Theorie und Praxis im Dialog
Stimmungen des Todes scheinen einer Bestimmung zu widerstreben. Dennoch eignet ihnen eine Bestimmtheit, die über den Tod oft mehr preiszugeben vermag als das diskursive Wissen. Lassen sich Stimmungen des Todes bestimmen? Die Rede über Stimmungen ist meist abstrakt und allgemein, gekennzeichnet von diffuser Metaphorik. Doch sind Stimmungen etwas sehr Präzises. Oft genügt eine unmerkbare Nuance einer Geste, eines Tonfalls, in der Beleuchtung eines Raumes, um eine Stimmung umschlagen zu lassen. So lassen sich praktische Kompetenzen ausbilden, mit Stimmungen umzugehen, sie zu evozieren – auch, wenn es um ein so sensibles und schwer fassbares Phänomen wie den Tod geht. Der Band lässt in Interviews alltägliche Arbeit mit Todesstimmungen auf philosophische Theorie, künstlerischen Umgang auf abstrakte Durchdringung treffen.
Dozentur für Weltliteratur
Als »Literatoren« bezeichnete Goethe Schriftsteller und Intellektuelle, die zwischen den Kulturen der Welt vermitteln wollen. Das Internationale Kolleg Morphomata der Universität zu Köln hat danach eine Literaturdozentur benannt, die 2010 erstmals an Daniel Kehlmann vergeben wurde.
Kehlmann entfaltet am Beispiel von García Márquez’ Hundert Jahre Einsamkeit »Pathos und Entzauberung, Vorankündigung und Überraschung« als Orientierungspunkte eines weltliterarischen Programms. Der Band versammelt im Weiteren Gespräche, die Daniel Kehlmann mit seinen Schriftstellerkollegen Ismail Kadare, Arnon Grünberg und Adam Thirlwell und seinen Übersetzern Juliette Aubert und Konstantinos Kosmas geführt hat.
Der Band bildet den Auftakt der Schriftenreihe Morphomata Lectures Cologne.
Erzählmuster, Formprinzip, Genre
Nicht alle textuellen Formen eignen sich gleichermaßen, um Abenteuer zu erzählen. Das Abenteuer weist Affinitäten zu einer Reihe literarischer Gattungen auf, es lässt sich jedoch mit keiner identifizieren. Sein Verhältnis zu formalen Prinzipien ist komplex und historisch variabel.
Der von Martin von Koppenfels und Manuel Mühlbacher herausgegebene Band untersucht die bisher kaum beachteten Wechselwirkungen zwischen Abenteuer und narrativer Form aus einer dezidiert literaturwissenschaftlichen Perspektive. Berücksichtigt werden dabei sowohl das literarische Erzählen selbst als auch die theoretische Reflexion darüber: vom antiken Epos bis zum zeitgenössischen Roman und von der italienischen Renaissancepoetik bis zum russischen Formalismus.
Antworten aus Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften
Mit der Rede von ›alternativen Fakten‹ treten Fragen nach legitimen Wahrheits- und Wissensansprüchen auf den Plan, deren gesellschaftliche Klärung von enormer Relevanz ist. Welche Rolle spielen die Wissenschaften und ihr Vermögen, methodisch verlässliches Wissen zur Urteilsbildung verfügbar zu machen? Wie kann Wissenschaftsfeindlichkeit abgebaut werden und wie kann das Vertrauen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft bewahrt werden, ohne populistischen Vereinfachungen und Engführungen Raum zu geben? Das sind die zentralen Fragestellungen dieses Sammelbandes, auf die renommierte deutsche Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen mit Fallstudien aus ihrer eigenen Disziplin zu antworten versuchen.