Zur Tradition und Komposition von Hölderlins Hymnik
AutorIn: Martin Vöhler
Konzepte und Praktiken im Kulturvergleich
HerausgeberInnen: Angelika Malinar und Martin Vöhler
Die Opposition von rein und unrein ist für das Verständnis alter und moderner Kulturen grundlegend. Reinheit und Unreinheit markieren Diskurse über Tod und Geburt, Gesundheit und Krank-heit, Recht und Sakrileg, über Geschlechterbeziehungen und nicht zuletzt über die Erfahrung von Kunst. Die in diesen Diskursen gesetzten Grenzen sind dabei jedoch zugleich für Übergänge und Überschreitungen freigegeben; es kommt zu provokativen Akten der 'Befleckung'. Dadurch werden komplex regulierte Prozesse der 'Reinigung' und Wiederherstellung nötig. Der kulturkomparatistisch angelegte Band rückt mit 16 Studien renommierter Vertreter der Altertumswissenschaften, der Theologie, Judaistik, Geschichtswissenschaft und Ethnologie, der Kunst-, Theater- und Filmwissenschaft sowie der Japanologie, Indologie und der Islamwissenschaft exemplarisch die Spannweite und Dynamik der Begriffsopposition in den Blick.
Vierzigster Band 2016–2017
Das Hölderlin-Jahrbuch 40, 2016-2017, dokumentiert die 35. Jahresversammlung der Hölderlin-Gesellschaft 2016 in Bad Homburg vor der Höhe, deren Thema das Homburger Folioheft war. Zu diesem wichtigsten Manuskript Hölderlins erscheinen weitere Aufsätze, darüber hinaus Abhandlungen zu Hero, Heidelberg, Am Quell der Donau und Andenken. Rezensionen, darunter ein Kurzessay zu Dieter Henrichs Sein oder Nichts, sowie Berichte aus den Arbeitsgesprächen runden den Band ab.
Einundvierzigster Band 2018–2019
Das HÖLDERLIN-JAHRBUCH 41, 2018-2019, dokumentiert die 36. Jahresversammlung der Hölderlin-Gesellschaft, die 2018 in Tübingen zu dem Thema „Hölderlins Sprache“ stattfand.
Die Hauptvorträge stellen unter dem Motto „Wünscht‘ ich einer der Helden zu seyn…“ Konjunktive in Hölderlins Lyrik vor und untersuchen den Öffentlichkeitsbezug des hymnischen Sprechens bei Pindar und Hölderlin. Arbeitsgruppenberichte befassen sich mit markanten Veränderungen in Hölderlins Sprache vor und nach dem Bordeaux-Aufenthalt, schließlich werden sprachwissenschaftliche Methoden zur syntaktischen Erschließung von Hölderlins Lyrik vorgestellt. Weitere Beiträge behandeln den ‘Hyperion’ als poetologischen Roman wie auch das ‘Schiksaalslied’.
Rezensionen, Berichte aus den Arbeitsgesprächen junger Hölderlinforscher wie auch aus dem Forum geben Einblicke in die aktuelle Forschung. Ein Nachruf auf Bernhard Böschenstein und Nachrichten aus der Hölderlin-Gesellschaft beschließen den Band.
Das HÖLDERLIN-JAHRBUCH steht seit mehr als 60 Jahren im Zentrum der internationalen Hölderlin-Forschung. In ihm werden die alle zwei Jahre von der Hölderlin-Gesellschaft veranstalteten Jahresversammlungen mit ihren Vorträgen und Berichten aus Arbeitsgruppen und Foren dokumentiert.
Weitere aktuelle Forschungsbeiträge zu Hölderlin, seinem Umfeld und der Rezeption seiner Werke sowie Rezensionen und Forschungsüberblicke zu spezielleren Themen spiegeln das weite Spektrum der wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Hölderlin wider. Das Jahrbuch wird im Auftrag des Vorstands der Hölderlin-Gesellschaft von Sabine Doering (Germanistik), Michael Franz (Philosophie) und Martin Vöhler (Klassische Philologie, Germanistik) herausgegeben.
Was ist Mimesis? Seit der Antike wird diese Frage kontrovers diskutiert. Der Mensch ist nach Aristoteles das "mimetischste" aller Lebewesen: Durch "Nachahmung" lernt er, sich in der Welt zurecht zu finden; er freut sich daran, im Nachgeahmten Bekanntes wiederzuentdecken. Dieses grundlegende Vermögen gebrauchen die Künste in besonderer Weise. Welche Techniken nutzt die Mimesis in den Künsten? Wie verhält sie sich zu ihren Nachfolge- und Konkurrenzkonzepten (Realismus, Fiktion, Darstellung und Autonomie)? Wo liegen die Grenzen der Mimesis? Wie begründet sich die seit Platon vorgetragene Kritik und Polemik? Diese Fragen werden in den Beiträgen dieses Bandes aufgenommen und diskutiert.
Die Hölderlin-Forschungen versammeln philosophische sowie literatur-, kultur-, musik- und theaterwissenschaftliche Studien zu einem Autor, dessen Werk in viele Bereiche ausgestrahlt und die Künste der Moderne stark geprägt hat. Die interdisziplinäre Reihe, in die auch englischsprachige Publikationen aufgenommen werden, wird herausgegeben von Violetta Waibel (Wien), Jörg Robert (Tübingen), Martin Vöhler (Thessaloniki). Dem Beirat gehören an: Anke Bennholdt-Thomsen (Berlin, Germanistik), Jakob Deibl (Wien, Theologie), Andreas Fahrmeir (Frankfurt a. M., Geschichte), John Hamilton (Cambridge, MA, Komparatistik), Alexander Honold (Basel, Germanistik), Johann Kreuzer (Oldenburg, Philosophie), Gerhard Kurz (Gießen, Germanistik), Anja Lemke (Köln, Germanistik), Patrick Primavesi (Leipzig, Theaterwissenschaft), Luigi Reitani (Udine, Germanistik).
Neununddreißigster Band 2014-2015
Das Hölderlin-Jahrbuch 39, 2014-2015, bringt Beiträge der 34. Jahresversammlung der Hölderlin-Gesellschaft 2014 in Konstanz zu dem Thema Hölderlin und die Religion und enthält darüber hinaus Abhandlungen u. a. zu Hölderlins Aufenthalt in Zürich 1791, zum Vergleich der Oden Der Main und Der Nekar und zu einem Entwurf im Homburger Folioheft. Rezensionen sowie Berichte aus den Arbeitsgesprächen und dem Forum junger Hölderlin-Forscher runden den Band ab.