in Michel Serres
Rhetoriken verletztenden Sprechens
HerausgeberInnen: Elke Koch und Sybille Krämer
Eine verletzende Bemerkung, ein beleidigendes Wort – viele Situationen lassen uns Sprache als gewaltförmig erfahren. In der Metapher des ›kränkenden Wortes‹ ist diese Wirkung greifbar; systematisch erforscht wird sie indessen erst in jüngster Zeit. Die Beiträge dieses Bandes zeigen, welche Perspektiven diese Forschungen in der Linguistik, der Philosophie und der Literaturwissenschaft eröffnen. Die Fragen gelten unterschiedlichen Problemen: Wie ist verbale Gewalt von anderen Gewaltformen zu unterscheiden? Sind sprachliche Aggressionen typisierbar? Welche soziale Funktion kommt verletzender Sprache in Brennpunkten der Vormoderne zu? Was an uns ist es überhaupt, das durch Beleidigungen verletzt wird? Ist bereits dem Gespräch als Interaktion eine subtile Gewaltsamkeit eigen? Wie werden Grenzbereiche sprachlicher Aggression, sei es beißender Humor oder die Satire, in der Alltagskommunikation und in der literarischen Fiktion ausgespielt?
HerausgeberInnen: Sybille Krämer und Sibylle Schmidt
Kunst und Zeugenschaft verbindet ein zwiespältiges Verhältnis: Zeugen sollen Tatsachen wiedergeben, nicht als Künstler oder Dichter sprechen. Auf der anderen Seite haben Figurationen der Zeugenschaft die Künste stets fasziniert. Darf Kunst ein Zeugnis sein? Und: Kann sie dies? Der Band betrachtet künstlerische Produktionen von Zeugenschaft in Film, Theater, Literatur, Performance, Bildender Kunst und Fotografie.
Künstlerinnen und Künstler haben Zeugenschaft in vielfältigen Formen dargestellt und kommentiert – und sich zuweilen selbst als Bezeugende verstanden und in Szene gesetzt. Die Originalbeiträge arbeiten zum einen gattungsspezifische Aspekte der jeweiligen Kunstformen heraus, thematisieren aber auch gattungsübergreifende Fragen über das Verhältnis von Kunst und Zeugenschaft: Wie wird die kulturelle und gesellschaftliche Rolle von Zeugnissen in der Kunst reflektiert? Wie werden Wahrheit und Fiktion ins Verhältnis gesetzt? Und scheint im Gestus des Bezeugens womöglich eine eminent politische Dimension von Kunst auf?
in Zeugen in der Kunst
in Zeugen in der Kunst
in Zeugen in der Kunst
in Zeugen in der Kunst
in Gewalt in der Sprache
in Gewalt in der Sprache
Kulturtechnik zwischen Auge, Hand und Maschine
Reihe: Kulturtechnik
HerausgeberInnen: Gernot Grube, Sybille Krämer und Werner Kogge
Die Geschichte unserer Kultur, Kommunikation und Kognition basiert auf dem Einsatz von Schrift. Doch im Rahmen der Debatte über Mündlichkeit und Schriftlichkeit wurde die Schrift als aufgeschriebene Sprache konzipiert. Der Schriftgebrauch von Mathematik, Musik und Logik, von Naturwissenschaft und Tanz, in der Diagrammatik und bei der Computer-Programmierung blieben dabei ausgeblendet. Demgegenüber thematisieren die Beiträge des Bandes die lautsprachenneutralen Dimensionen der Schrift. Im kulturtechnischen Gebrauch der Schrift wirken Diskursives, Ikonisches und die Techniken der Zeichenmanipulationen stets zusammen. Und das gilt auch für die Alphabetschrift selbst. Die Materialität und Sichtbarkeit der Schrift eröffnen einen Operationsraum ästhetischen und kognitiven Handelns, der undenkbar ist ohne die Simultaneität und Zweidimensionalität inskribierter Flächen.