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  • Author or Editor: Bernadette Collenberg-Plotnikov x
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Beiträge zur Begründung der Kunstgeschichtsforschung bei Hegel und im Hegelianismus
Bislang wurde die durch Hegels Ästhetik angeregte Kunstgeschichtsschreibung global als eine in sich ungeschichtliche Überfremdung historischen Wissens durch die philosophische Systematik kritisiert und weitgehend vernachlässigt. Dieses Verständnis wird durch neu erschlossene Quellen zur Ästhetik Hegels und des Hegelianismus korrigiert. Die in dem Band zusammengestellten Beiträge analysieren auf dieser veränderten Quellengrundlage den Zusammenhang zwischen einer kulturgeschichtlichen Bestimmung der Kunst in Hegels Berliner Ästhetikvorlesungen und der Kunstgeschichtsschreibung der Hegelianer. Dabei lässt sich zeigen, dass beide Ansätze über eine dogmatische Festlegung des Geschichtsverständnisses durch ein vorgefertigtes philosophisches System hinausweisen. Der Band umfasst vier thematische Schwerpunkte, in denen neben den neuesten Erträgen der Quellenforschung zunächst die Anknüpfungen der wissenschaftlichen Kunstgeschichte bei Hegel und dem Hegelianismus, Ansätze für das konzeptionelle Zusammenspiel von Ästhetik, Kunstgeschichte und Kunsttheorie und schließlich gegenwärtige Debatten um die Aktualität dieser Konzeptionen diskutiert werden.
In der Reihe jena-sophia wird mit Hermann von Kehlers Mitschrift zu Hegels Ästhetikvorlesung aus dem Sommersemester 1826 ein wichtiges Dokument aus dem Besitz der Universitätsbibliothek Jena veröffentlicht. Hegel hat sich in dieser Vorlesung besonders intensiv mit der Kunst seiner Zeit auseinandergesetzt und ein breites Spektrum künstlerischer Gestaltungsmöglichkeiten vorgestellt, das vom Schönen über das Charakteristische bis zum Häßlichen reicht. Unter der Leitfrage seiner Ästhetik, der Frage nach der Relevanz der Kunst „für uns“ und für die durch die Vernunftforderung bestimmte moderne Welt sieht Hegel seine „These vom Ende der Kunst“ bestätigt. Die Künste sind nicht die Quelle der modernen Kultur, sondern ein Faktor neben anderen. Dennoch bleibt die Kunst ein unverzichtbares Element der humanen Kultur. Ihre „Zukunft“ liegt sowohl in der Vielfalt möglicher Gestaltung als auch in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung: Die Pflege der Künste als Element der Bildung des Menschen fällt unter die Aufgaben des Staates; die Künste vermitteln dem modernen Menschen ein geschichtliches Bewußtsein sowohl aus den Quellen der eigenen Kultur, als auch durch die Integration des Fremden: der Weltkulturen. In der Enzyklopädie von 1827 hat Hegel die Ergebnisse dieser Vorlesung systematisch zu einer Erweiterung der ersten Paragraphen des „absoluten Geistes“ über die Kunst genutzt. Daher bietet die Vorlesung nicht nur einen für Studenten (von Hegel selbst) entwickelten Einblick in seine Ästhetik, sondern auch die wissenschaftliche Grundlage für die systematische Erschließung seiner Philosophie der Kunst. Die vorliegende Edition präsentiert den Text der Hegelschen Vorlesung mit (kenntlich gemachten) Ergänzungen und Sachanmerkungen. Eine knappe Einleitung zur Vorlesung stützt sich auf eine in Vorbereitung befindliche Einführung in Hegels Ästhetik, die ebenfalls im Wilhelm Fink Verlag erscheint.
Die historisch-kritische Erschliessung der Hegelschen Vorlesungen über 'Ästhetik oder Philosophie der Kunst' hat sowohl für die Hegeldeutung als auch für die systematische Frage nach der Möglichkeit und der Begründung der philosophischen Ästhetik einen neuen Ansatz geschaffen. Hegels Ästhetik erweist sich in ihrer begrifflichen Genauigkeit und im weitgehenden Verzicht auf die schematische Dialektik zugunsten einer Phänomenologie der Künste als ein philosophisch interessantes und aktuelles Werk. In den Beiträgen dieses Bandes, die erstmals sämtlich auf der Basis dieser neu erschlossenen Quellen entwickelt wurden, zeigt sich neben der noch heute diskutablen Bestimmung der kulturellen Bedeutung der Kunst der inhaltliche Reichtum traditioneller ästhetischer Themen insbesondere durch ihre Konfrontation mit gegenwärtigen Problemen der philosophischen Ästhetik und Kunsttheorie.
Von privater Kunstbegeisterung zur kulturellen Akzeptation der Kunst
Die Entdeckung der 'Kunst als Kulturgut' hat ihren geschichtlichen Ursprung in der politischen Neuordnung Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach dem Ende des ›Heiligen Römischen Reiches‹ wird im Zuge der Ablösung des Absolutismus Kunst als kulturelles Gut wahrgenommen. Die Künste sind nicht länger vorrangig Gegenstand des Kultus bzw. Mittel fürstlicher Machtdemonstration; Kunst wird vielmehr zu einem Medium der politischen Neugestaltung. Der erste Band dokumentiert an einer privaten Kunstsammlung, der Sammlung der Brüder Boisserée den Weg der Kunst aus der Vergessenheit und Missachtung im kulturellen Lebensraum zur gesellschaftlichen Anerkennung.
In Preußen führt der Kunstraub durch Napoleon, der einen ersten Anlauf der öffentlichen Präsentation der Künste aus den Berliner Schlössern abrupt enden lässt, zu einer intensiven Bemühung um die Rückführung der geraubten Güter. Als diese nach 1815 an ihren Ursprungsort Berlin zurückkehren, wird die königliche Kunstsammlung nicht länger dem Privatbesitz des Königs zugeordnet, sondern in einem öffentlichen Museum als nationales Gut dem gesamten Volk zugeeignet.
Gedächtnis - Erinnerung - Geschichte
Die Diskussion um die Bedeutung des Museums wird im dritten Band von Philosophen, Kunsthistorikern und Literaturwissenschaftlern zum Anlass genommen, den Blick zurück zu den Anfängen der Museumsidee, insbesondere zur Idee des Kunstmuseums, zu lenken. Diese Anfänge sind aber, ebenso wie die Idee der Kunstgeschichte überhaupt, unlösbar mit dem Namen Hegels verknüpft. Vor diesem Hintergrund analysieren die Beiträge des Bandes die Verknüpfung von Musealisierung und Reflexion, die Hegel als konstitutives Merkmal einer modernen Gesellschaft bestimmt hatte.