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Zu einer Poetologie des Schreibens in Walter Benjamins Kindheitserinnerungen (1932-1939)
AutorIn: Davide Giuriato
Walter Benjamins Kindheitserinnerungen aus den Jahren 1932-1939 – neu gelesen und dokumentiert. Giuriato fragt nach dem Zusammenhang von Walter Benjamins charakteristischer Verkleinerungstechnik des Schreibens und seinem ab Mitte der 1920er Jahre einsetzenden Interesse fürs 'Kleine'. In den Katastrophen des Ersten Weltkrieges sah Benjamin eine neue, 'barbarische' und 'entmenschte' Seite der Kindheit, die er als ein ebenso destruktives wie produktives Prinzip in der Literatur der Moderne geltend machte. Benjamins Schreiben stellt im Kern die Frage danach, wie Infantilität im Zeitalter eines vorbildlosen Kindheitsverlustes zur Darstellung kommen kann. Auf der Grundlage einer neu dokumentierten Überlieferungslage bietet das Buch neue Lektüren von Benjamins Schreibszenen, die vom 'Kleinen ins Kleinste' (Benjamin) gehen.
in Robert Walsers 'Ferne Nähe'
in "Schreiben heißt: sich selber lesen"
Schreibszenen als Selbstlektüren
Selbstlektüren setzen die Möglichkeit einer Selbstbeobachtung beim Schreiben voraus. Doch wer oder was ist das ›Selbst‹, das beim Schreiben in Bewegung gerät – oder die Bewegung vorantreibt? Von Autoren, bei denen – klassisch – die Subjektivität des Autors als Triebfeder des Schreibens bestimmt wird, zu Schriftstellern, bei denen – instrumental – das Schreibwerkzeug zum Hauptagenten wird, bis hin zu Schreibern, die – gestisch – in der Hand die Antriebskraft des Schreibens sehen, gibt es prinzipielle Unterschiede in der praktischen Beurteilung der Frage, wer oder was beim Schreiben Regie führt oder führen soll. Diese Unterschiede prägen auch die Art, in der Schreibprozesse thematisch und emphatisch, zu einer ›Schreib-Szene‹ werden.
in "Schreiben heißt: sich selber lesen"
in "Schreiben heißt: sich selber lesen"
in "Schreiben heißt: sich selber lesen"
in "Schreiben heißt: sich selber lesen"