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Case Studies from Classical Archaeology
Ancient artifacts such as statues, reliefs, and paintings gave tangible form to knowledge and abstract ideas, making them vivid, convincing, and lasting. At the same time, they emphasized, concretized, and combined only certain aspects of the ideas in question, while reducing or omitting others.
The book examines the emergence of artifacts as material manifestations of epistemic elements and the medial conditions of these shaping processes, as well as the effects of the resulting form. It combines case studies from Classical Archaeology with reflections on central aspects of material culture. With this approach, the book offers new perspectives on famous Greek and Roman works of art.
Figures of Image Control
HerausgeberInnen: Günter Blamberger und Dietrich Boschung
Autobiographies and self portraits can be understood as figures of image control that try to express and secure a person’s reputation for contemporary and future generations. However, there have always been competing perspectives between self-descriptions and descriptions of oneself by others. It is this interplay that determines the current effects and the lasting impact of self-fashionings – and produces the distinction between “Dichtung und Wahrheit” (facts and fiction), between illusion and reality. Morphomata’s annual conference thus questions the cultural, historical, and medial figures of these distinctions in case studies from antiquity to the present.
A Case Study
This publication examines how archaeological objects concretise notions of time, giving them tangible form. The focus is on a particular statue, depicting the »opportune moment« or Kairos, created by the Greek sculptor Lysippos and dating from the era of Alexander the Great. It will be shown how this statue absorbed earlier notions of the opportune moment, combined them into a new form, and thus imbued this form with lasting potency. The statue was interpreted and re-interpreted in art and literature since Classical times, and, in changing from one medium to another, emphasis was put on new aspects. Because of this, the long-lost statue has made a potent and lasting impact on people’s notions of time.
Morphomatische Reflexionen zu archäologischen Fallstudien
Die Texte dieses Bandes legen ausgehend von griechischen und römischen Kunstwerken dar, wie Leistungen des menschlichen Intellekts eine konkret erlebbare Form erhalten haben und welche Wirkmacht sie gerade durch die Ausgestaltung entfalten konnten.
Antike Artefakte wie Statuen, Reliefs oder Gemälde gaben Vorstellungen und Wissen eine sinnlich erfahrbare Form, machten sie anschaulich, überzeugend und dauerhaft. Zugleich veränderten sie intellektuelle Leistungen, indem sie bestimmte Aspekte betonten, präzisierten oder neu kombinierten, andere aber reduzierten oder ganz wegließen. Das Buch untersucht ihre Entstehung, die medialen Bedingungen der Gestaltungsprozesse und die Auswirkungen der gewordenen Form. Es legt den dafür entwickelten methodischen Ansatz des Internationalen Kollegs Morphomata dar und verbindet Fallstudien aus der Klassischen Archäologie mit Überlegungen zu zentralen Aspekten der materiellen Kultur.
Raumwissen und antiquarische Gelehrsamkeit
HerausgeberInnen: Dietrich Boschung und Alfred Schäfer
Bereits zur Zeit der europäischen Renaissance, lange vor der Ausrufung eines spatial turn in den Kulturwissenschaften, wurde das wechselseitige Verhältnis von Raum und Wissen als Analysekategorie eingeführt. Der Band demonstriert das mit Untersuchungen zu den archäologischen Landeskunden des 15. bis 17. Jahrhundert.
In der geographisch-historischen Betrachtung erschlossen sich im 15. Jahrhundert Raumkonzepte, die wiederum auf das eigene Selbstverständnis zurückwirkten. Der vorliegende Band geht in Fallstudien zu landeskundlichen Forschungen der frühen Neuzeit der Geschichte des Raumwissens nach. Dabei kommt Flavio Biondos Italia Illustrata (erschienen 1474) ein besonderes Interesse zu, da das Werk in vielen Bereichen Europas ähnliche Untersuchungen angeregt hat, etwa in Spanien, Skandinavien, der Schweiz und im Rheingebiet.
HerausgeberInnen: Dietrich Boschung und François Queyrel
Hatte sich die Forschung zum antiken Porträt traditionell um die Darstellungen berühmter Personen bemüht, so rückten im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts die Bildnisse der Vielen, der historisch Unwichtigen und Unbekannten, ins Interesse der Forschung. Mit ihnen beschäftigen sich die Beiträge dieses Bandes.In vielen Gattungen der antiken Grabplastik waren Darstellungen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen üblich, so dass Bildnisköpfe in diesem Bereich seriell gearbeitet und zu einem Massenphänomen wurden. Die Untersuchungen lokaler Gruppen, die hier vorgelegt werden, vermögen ein Spektrum von Unterschieden aufzuzeigen, in denen die jeweiligen Identitäten und Traditionen evident werden.
Architektenhaus von der Renaissance bis zur Gegenwart
HerausgeberInnen: Dietrich Boschung und Julian Jachmann
Der Band vereint Beiträge von Architekturhistorikern und praktizierenden Architekten zum Thema des Architektenhauses, das durch eine kritische Rezeption aktueller Ansätze aus der kunsthistorischen Selbstporträt-Forschung neu konturiert wird.
In dem vom Architekten für sich selbst entworfenen Wohnhaus verdichten sich in einzigartiger Komplexität Aspekte des künstlerischen Schaffens, eines oft ostentativen Selbstbezuges und der Verortung in kulturellen und sozialen Gefügen. Die seit dem 15. Jahrhundert überlieferten Entwürfe besitzen nicht selten einen experimentellen Charakter, sie dienten ebenso als ökonomisches Instrument wie als Manifest und utopischer Ausblick. Die paradoxe Vielfalt der Interessen wird in diesem Band unter den pointierten Begrifflichkeiten der jüngeren Forschungen zum Selbstporträt neu beleuchtet, indem nach der Rolle eines derartigen ›Selbstentwurfes‹ zur Selbstvergewisserung gefragt wird.
Der vorliegende Band bespricht mit Fallbeispielen sowohl die politisch bedingten Ausdifferenzierungen als auch die persistenten kulturellen Gemeinsamkeiten des 5. bis 6. Jhs. n. Chr. Die jahrhundertelange politische Einheit des Imperium Romanum hatte ihren Ausdruck in einer großen kulturellen Kohärenz gefunden, führte doch die Ausrichtung auf Rom zu Vereinheitlichungen in vielen Bereichen. Daraus resultierten allgemein gültige Normen, die sich in Gemeinsamkeiten der materiellen Kultur und der Sprache äußerten. Besonders augenfällig war die Homogenität der bildenden Kunst. Mit der Teilung des Imperiums und der Bildung germanischer Reiche auf römischem Boden zerfiel seit den Jahrzehnten um 400 n. Chr. zwar die politische Einheit, die Vorstellung eines einheitlichen Imperiums und einer gemeinsamen Kultur dauerte jedoch an.
Statuen und kulturelle Identität
Statuen haben die Kulturen Europas seit der Antike entscheidend geprägt. Sie sind wegen ihrer Anschaulichkeit und körperhaften Präsenz besonders wirkmächtige Konkretisierungen religiöser Vorstellungen, politischer Konstellationen und Wissensordnungen.
Das Bildmedium der Skulptur entwickelte sich seit dem 8. Jh. v. Chr. zur Leitgattung der griechisch-römischen Antike. Der monumentale und zugleich genuin politische Charakter dreidimensionaler Bildwerke begründet in Verbindung mit der Dauerhaftigkeit des Materials die Bedeutung von Skulptur für das kulturelle Gedächtnis europäischer Gesellschaften. So intensiv und kontinuierlich wie sonst nur in Literatur und Architektur lässt sich hier der für die Kultur Europas konstituierende Rückbezug auf und Identifikation mit ausgewählten Vergangenheiten untersuchen. Der Band beleuchtet Facetten der Skulptur von der Antike bis in die Gegenwart.
Zur Wirkmacht kultureller Figurationen
Meisterwerke sind allgegenwärtig: Obwohl der Begriff wissenschaftlich überholt erscheint, begegnet er uns doch tagtäglich. Museen, Verlage und Konzerthäuser werben mit diesem Etikett für Werke als ausgezeichnete Vorbilder, denen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit gebührt. Das wirft die Frage auf, welche Faktoren den Status von Artefakten als Meisterwerke begründen und tradieren. Auch Autorität ist allgegenwärtig: Als auszeichnende Eigenschaft strukturiert sie unsere Gesellschaft und ermöglicht, steuert oder verhindert soziales Handeln. Verbindet man den Meisterwerkbegriff mit dem der Autorität, eröffnen sich neue Perspektiven, um die Funktion und Dynamik von ästhetischen Vorbildern zu verstehen. Der vorliegende Band untersucht so das Meisterwerk als Autorität in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und verdeutlicht im Wechsel der Fragestellungen die Erkenntnismöglichkeiten dieses Konzepts.