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In: Ästhetik und Politik der Zerstreuung
In: Schreiben
Dortmunder Poetikvorlesungen von Felicitas Hoppe. Schreibszenen und Schrift – literatur- und sprachwissenschaftliche Perspektiven
Im Anschluss an die Poetikvorlesungen der Georg-Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe analysieren Literatur- und Sprachwissenschaftler den Schreibprozess vom leeren Blatt bis zur Verfilmung der Schreibszene.
Geduld, Ausdauer und Geistesgegenwart nennt Hoppe die Kardinaltugenden der Inspiration, die sie in »drei schreibtechnisch nützliche Synonyme« übersetzt: Warten können; Training und Übung; Timing. Der Band konzentriert sich auf Schreibszenen von in Metaphern der Kreativität gekleideten Gebärphantasien, die den Einfall von Autoren begleiten: über das weiße Blatt, die Frage, wie man einen langen Satz schreibt, bis zur Datierung der Schreibszene und ihrer Darstellung im Film.
Ausgangspunkt des Bands Ästhetik und Politik der Zerstreuung ist die Annahme, dass die produktive Instanz von Kultur ein anonymer Prozess diskursiver Zerstreuung und Zerstreutheit ist, dem als entgegengesetzte Operationen Formen von Sammlung und Konzentration entgegenwirken. Während letztere die Funktionen der Hierarchisierung, Totalisierung und Identifi zierung übernehmen, also Ordnung stiften in Bereichen, die eigentlich vom Prinzip der Dispersion gekennzeichnet sind, interessieren sich die Beiträge des vorliegenden Bands für ebenjene Momente kultureller Produktion, in denen das Prinzip der Zerstreuung entfesselt wird, Schlupflöcher findet, Grenzen überwindet und Fluchtlinien eröffnet. Angeregt von Überlegungen der Dortmunder Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ute Gerhard widmen sie sich in exemplarischen Studien den Praktiken, Räumen, Diskursen und Subjektivitäten der Zerstreuung. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, ihre spezifische Ästhetik und Politik genauer zu konturieren.