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  • Author or Editor: Martin Zenck x
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Author: Martin Zenck

Während bei Kiefer der Konkretismus der Einschreibung des Wortes (Sulamith und Gewitter der Rosen) in das Bild, das ganz ohne Metapher ist, dominiert, also auch als eine Lektüre eines „Verstehens“ eines im Gedicht „undarstellbaren Schreckens“, den der Holocaust darstellt, beschrieben werden kann, erfolgt bei Luigi Nono die Aufnahme des Diskurses vom Ende her, vom Scheitern jeglicher Darstellung und Darstellbarkeit des Holocaust, die bei Celan und Bachmann bis zu ihrem letzten Gedicht „Keine Delikatessen“ möglich schien. Aber darauf bezieht sich Luigi Nono in seiner Komposition Risonanze erranti, um die mögliche Darstellung defi nitiv zu zerbrechen, indem er dem Gedicht „Keine Delikatessen“ alles Kulinarische nimmt, das es als Veranstaltung doch im Gedicht zu sein beansprucht, während Kiefer noch die davor liegenden Gedichte aus dem Kursbuch von 1968, vor allem eben „Böhmen liegt am Meer“ thematisiert. Bei Kiefer laufen also die Fäden zusammen: die unaufgearbeitete Vergangenheit, der Mythos der Helden- und Totenhallen von Nürnberg, der deutsch-nationale Mythos „Wagner“ und „Heidegger“, dem Celan auf seine Weise im Gedicht „Todtnauberg“ begegnet ist, den Ingeborg Bachmann in ihrer Doktorarbeit kritisch aufgearbeitet hat und damit für ihre Dichtung eine freieres Feld fi ndet als Paul Celan. – In diesem interdisziplinären Modell wird ein intermedialer Ansatz gesucht, der den Begriff des Verstehens über ein „Verstehen“ entwickelt, das die eine Kunst (die Malerei und die Musik) durch die Rezeption der anderen (der Dichtung) vollzieht, welche von der Undarstellbarkeit des Holocaust bestimmt ist.

In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
In: Spiele spielen
Author: Martin Zenck

Während „Verstehen“ in der Wissenschaftsgeschichte primär als Sprachverstehen, als Verstehen in und durch die Sprache begriffen wird, das Verstehen in der Vorurteilsstruktur und in der Triade von Beschreiben, Erklären und Verstehen eingeschlossen, wird mit dem Sinn-Apriori und mit dem performativen und mimetischen Verstehen eine Grenze gezogen, die vor oder hinter dem Sprachverstehen liegt. Gerade die drei Bereiche des Sinn-Aprioris: das Nicht-Verstehen, die Erschütterung und das Fremde eröffnen eine andere Dimension des „Verstehens“ jenseits des Sprach-Verstehens über den performativen Vollzug und das mimetische Vermögen. – Die Einführung geht zunächst von einem rezeptionsästhetisch gefassten Verstehensbegriff aus, bei dem Verstehen immer schon auf vorhandene Texte bezogen wird, so dass es auf eine Responsivität von gesetztem Sinn im Objekt und zu interpretierenden Sinn ankommt. Der Verstehensbegriff wird aber darüber hinaus wesentlich produktions- und reproduktionsästhetisch erweitert und auf die Frage fokussiert, was beim Herstellen von Kunst/Literatur/Medialität und was beim Inszenieren von Theater/Musiktheater, von Bildern in Ausstellungen und was beim Aufführen/Spielen von Musik verstanden, bzw. nicht-verstanden wird. – Entsprechend zu den drei Sektionen werden dann folgende Forschungsaspekte skizziert: erstens der rationale Verstehensbegriff und das Sinn-Apriori; zweitens der performative Verstehensbegriff der Rhetorik, des Sprechaktes und der performativen Figur in der Musik und drittens der mimetische Verstehensbegriff über das Nachahmen, Nachzeichnen, Nachfühlen, das mit der re-composition, der Übermalung und Überschreibung korreliert wird. Im Zentrum dieses körperlichen-physiognomischen Zugangs steht das Motiv des Pygmalion: die starre Materie oder die toten, weil stummen Texte ins Leben zurückzurufen.

In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
Author: Martin Zenck

Der Grundgedanke des Beitrags ist eine Überlegung Walter Benjamins, dem wir das wohl Entscheidende über den Erzähler und das Märchen verdanken, nämlich, daß jede Krankheit heilbar wäre, wenn es uns gelänge, beim Erzählen noch weiter als hinter den schmerzenden Staudamm zu gelangen. Robert Walsers Märchen in der Umerzählung des Schneewittchen versucht dies zusammen mit dem Komponisten Heinz Holliger, sowie die in Hans Christian Andersens Märchen Das Mädchen mit dem Schwefelhölzern hineingelesene Geschichte der Feuer legenden RAF-Terroristin Gudrun Ensslin in der Musik mit Bildern von Helmut Lachenmann ein anderer Versuch ist, noch hinter diese verdrängte Schmerzensgrenze zu gelangen, hinter der einzig die Rettung durchs Zurückerzählen liegt. – Beiden Werken des neuen Musiktheaters von Heinz Holliger (Uraufführung des Schneewittchen am 17. Oktober 1998 in Zürich) und Helmut Lachenmann (Uraufführung des Mädchens mit den Schwefelhölzern am 26. Januar 1997) ist eine eigentümlich gebrochene Erzählstruktur gemeinsam, die zwar analog zum Märchen sich traditioneller Narrationen durch die alt-her-gebrachten Formen wie der des Choralvorspiels und der Arie vergewissert, aber zugleich dieser stilisierten Darstellung von erzählwürdigen Begebenheiten eine direkte Körperlichkeit entgegen setzt, die „ritsch“, wie das an der aufgerauhten Fläche entzündete Streichholz, unter die Haut geht.

In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn
In: Erzeugen und Nachvollziehen von Sinn