Zivilisationen und Religonen im antiken Mittelmeerraum
HerausgeberInnen: Richard Faber und Achim Lichtenberger
Der antike Mittelmeerraum war unzweifelhaft ein pluriverses Universum. Der vermeintlich einheitliche Raum wurde geprägt von unterschiedlichen Einheiten, die in intensivem Austausch miteinander standen, und so wurde das Mittelmeer zur Wiege zahlreicher Religionen. Wer »Mittelmeerraum« sagt, bringt Fernand Braudels Forschungen ins Spiel und legt eine Analogie zu seinem Grundkonzept für die antike Welt nahe. Von einer longue durée wird auch in diesem Sammelband ausgegangen, in dem die bleibende Bedeutung der antiken und vorantiken Hochkulturen für die Religionen des Mittelmeerraums dargelegt wird. Dabei wird keine umfassende Religionsgeschichte des antiken Mittelmeerraums vorgelegt, sondern entsprechend der dynamischen Komplexität des Raumes werden Akzentuierungen mediterraner Religionsgeschichte des Mittelmeerraums vorgenommen.
Current Approaches to Spaces, Resources, and Connectivities
Der Mittelmeerraum ist Schauplatz unterschiedlicher gesellschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Diskurse und Praktiken, deren jeweilige Beschaffenheit bedingt, wie dieser Raum konzeptualisiert, inkorporiert und auch politisch in Besitz genommen wird. Der Band dokumentiert eine internationale Tagung hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter der archäologischen Wissenschaften, der Anthropologie, Ethnologie und der Geschichtswissenschaften, die sich 2012 am Zentrum für Mittelmeerstudien der Ruhr-Universität Bochum mit der Thematik auseinandergesetzt haben.
Proceedings of the International Heritage Conference 2013 at Tangier, Morocco
Der Band bietet einen vergleichenden Blick auf den Umgang mit dem kulturellenErbe in den muslimischen Anrainerstaaten des Mittelmeeres. Die vertretenen Beiträge wenden sich diesen Ländern zu und nehmen jeweils exemplarisch Bereich ein den Blick, in denen »Heritage« als von lokalen, nationalen und transnationalen Interessen umkämpfte Ressource relevant wird. Fachleute aus den betreffenden Ländern und aus Deutschland befassen sich mit der Beziehung von kulturellem Erbe, Politik und Tourismus und beleuchten dieses Verhältnis vor dem Hintergrund der aktuellen Umbrüche und Wandlungsprozesse der jeweiligen Küstenländer.
Mediterranean Research in the 21st Century
Die Mittelmeerstudien sind in Deutschland ein junges Fach. New Horizons stellt aktuelle und innovative Zugänge zur Mediterranistik vor und gibt transdisziplinäre Impulse für eine systematische Erforschung des Mittelmeerraums.
International führende Spezialistinnen und Spezialisten der Mittelmeerstudien geben in diesem Band Einblick in ihre aktuellen Forschungen. Die Aufsätze decken vor allem methodische Fragen der Mittelmeerforschung ab und entwerfen aus ihren jeweiligen Fallstudien heraus übergreifende mediterranistische Zugänge. Die Beiträge gehen auf eine 2013 veranstaltete Vortragsreihe am Zentrum für Mittelmeerstudien der Ruhr-Universität Bochum zurück.
Systematische Mittelmeerforschung und disziplinäre Zugänge
Während in anderen Ländern ein systematischer Zugang zum Mittelmeer als Region institutionell und in der Wissenschaftstradition schon lange ausgebildet war, fehlte dies bislang im deutschsprachigen Raum. Das »Handbuch der Mediterranistik« leistet einen Beitrag zur Etablierung des Forschungsgebiets, indem unterschiedliche Disziplinen ihren jeweiligen Zugang zur systematischen Erschließung des Raumes vorstellen.
Das Mittelmeer eint und trennt zugleich - Menschen, Kontinente, Religionen, Kulturen, politische Systeme und Wirtschaftsräume. Die Reihe MMS bietet eine Plattform, um Deutungen des Mittelmeerraums und dessen gegenwärtige Entwicklungen zu untersuchen sowie die Geschichte dieser Großregion von der Antike bis in die Gegenwart zu analysieren.
Das Themenspektrum reicht von Migrations- und Siedlungsprozessen über das Wirken sozialer Netzwerke bis hin zur Konstruktion mediterraner Imaginationen und zu den Bedingungsfaktoren und Ausprägungen politischer Herrschaft. Die vom »Zentrum für Mittelmeerstudien« an der Ruhr-Universität Bochum herausgegebene Reihe trägt damit den Besonderheiten eines Raumes Rechnung, der auch ein großes Potenzial für die Regionalforschung bereithält.
Mediterrane Mobilität und Sepulkralkultur
Das Mittelmeer ist ein Raum der Mobilität, aber auch des Todes. Das Meer birgt Gefahren und bringt Menschen zueinander, aber auch auseinander. Das Mittelmeer ermöglicht eine hohe Mobilität von Menschen, ihren Gütern und Ideen. Diese Kontaktmöglichkeiten fordern die Beteiligten stets zur Hinterfragung von Herkunft, Heimat und Fremde heraus. Insbesondere im Umgang mit dem Tod und den Toten lassen sich Aushandlungsprozesse sozialer Konventionen ebenso wie die jeweiligen Jenseitsvorstellungen fassen. Denn aus dem Tod in der Fremde ergaben sich Herausforderungen für die Bestattung. In dem Band werden verschiedene Aspekte aufgegriffen, die mediterrane Sepulkralkultur von der Antike über das Mittelalter bis zur Gegenwart transdisziplinär beleuchten.