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In: Transfer und Transformationen
In: Weltseitigkeit
In: Kulturtransfer um 1900

Abstract

Der Artikel enthält eine Analyse der Überzeugungen und Argumente, die das utopische Projekt des Freudomarxismus im Kontext des ästhetischen Programms der russischen Moderne, insbesondere der Avantgarde charakterisieren. Psychoanalyse und literarische Moderne begegneten sich in Russland in einer kulturgeschichtlichen Konstellation, in der sich die russische Literatur- und Kulturtheorie unter dem starken Einfluss vom Symbolismus einerseits und vom Marxismus andererseits entwickelte. Dementsprechend verlief die Diskussion in zwei Grundformen – der symbolistischen und der marxistischen. Diese zwei zentralen Gruppen von russischen Rezipienten erkannten in der Psychoanalyse ein großes weltanschaulich-ideologisches und produktionsästhetisches Potenzial und bemühten sich um die Übersetzung psychoanalytischer Konzepte in die eigene Sprache und die eigenen Diskurse. Definiert man den Avantgardismus über das Merkmal der Entdifferenzierung von Kunst und Leben, so sind Symbolismus und Marxismus insofern als Avantgarde zu bezeichnen, als sie den Autonomie-Status der Kunst angreifen. Sie sind in dem Maße avantgardistisch, in dem sie die rationalistische Ausdifferenzierung der Kommunikationssysteme aufheben und durch die Retotalisierung der Kultur im Zeichen der Kunst ersetzen. Die freudo-marxistische Synthese, deren Anreger in Russland Lev Trockij gewesen ist, basiert auf dem avantgardistischen Modell der Lebensschöpfung, suggeriert ein radikales psycho-physisches Umschmelzen der modernen Persönlichkeit und die Schaffung eines vollkommenen Künstler-Menschen, der die Macht des „Unbewussten“ zu überwinden und den Widerspruch zwischen Natur und Kultur, dem Prinzip der Realität und dem Lustprinzip im Raum eines ästhetischen Spiels aufzulösen hat.

In: Europäische Avantgarden um 1900
In: Komparatistik sprachhomogener Räume
In: Russische Revolutionen 1917
In: Die russische Schule der Historischen Poetik
Thomas Bernhard nörgelt am Steinhof: Zwischen Sprechen und Schweigen, Atemnot und Wahnsinn, Komik und Tragik wird das österreichische Enfant terrible neu gelesen. Die in der Tradition der russischen Germanistik verfasste Studie versucht – interkulturell und interdisziplinär – aufzuzeigen, wie die kalkulierte Bernhard’sche Schreibweise zwischen seiner Produktions- und Rezeptionsästhetik oszilliert, und eröffnet dadurch überraschende Wege zu einer neuen Lektüre des vertrauten Stils. Im Spannungsfeld zwischen der „untauglichen“ Sprache und dem „unmöglichen“ Dialog werden von dem österreichischen Meister neue Methoden erzeugt, die seine „Textbestattung“ und „Selbstgesprächigkeit“ in tiefere rezeptive Funktionalität und Wirksamkeit wenden und von einem komplexen künstlerischen „System Bernhard“ sprechen lassen.
Author: Iris Bäcker
Was ist das für eine Lust an der Lektüre, um derentwillen der Literaturliebhaber immer wieder zur Literatur greift? Worin bestünde für den Leser die Attraktivität der Literatur, wenn nicht eben darin, dass sie alle seine menschlichen Vermögen in Anspruch nimmt – die sinnlichen genauso wie die intellektuellen, die ethischen und die ästhetischen?
Ausgerechnet die klassische Wirkungsästhetik, die doch eigentlich den Leser aus seinem Schattendasein heraus- und in die Literaturtheorie hatte einführen wollen, handelt von dem Wirkungspotential des literarischen Textes, und nicht davon, wie der Leser mit allen seinen Vermögen auf dieses Wirkungspotential anspricht. In Absehung von und zugleich in Berücksichtigung der Wirkungsästhetik konkretisiert Iris Bäcker die Rede vom Leser in kulturhistorischer und literaturdidaktischer Perspektive.