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in Geschichtlichkeit von Sprache und Text
Kommentierte Grundlagentexte des langen 19. Jahrhunderts
Die Philologie hat im 19. Jahrhundert wesentlich zum europäischen Rassismus beigetragen, gegen diesen aber auch zentrale anthropologische Wissensbestände behauptet. Der Band zeigt diesen Prozess anhand von Grundlagentexten und erläuternden Kommentaren.
Früher als biologische Rassenlehren lieferte philologisches Wissen grundlegende »Erkenntnisse« über Ursprünge, Wesen und Potenziale menschlicher Kollektive. Die Entdeckungen der Sprach- und Textreflexion erlaubten eine rassenlogische Hierarchisierung des Menschen auf der Grundlage eines Erbfolgedenkens, das für die europäischen Völker eine Vorrangstellung innerhalb der Weltgeschichte beanspruchte. Diese »Erkenntnisse«, abgeleitet an Indizien der Sprach- oder Schriftstrukturen, der Textformen und Überlieferungsströme, sind daher keine weichen Faktoren der Wissenschaftsgeschichte, die harte Wissensbestände ergänzt hätten, sondern stellen Konstruktionsbedingungen für das Erkenntnisobjekt Mensch im 19. Jahrhundert dar.
Philologien - Disziplingenese - Wissenschaftshistoriographie
Zu den entscheidenden geistesgeschichtlichen Errungenschaften des 18. Jahrhunderts gehört die ›Entdeckung‹ der Geschichtlichkeit von Kultur und Gesellschaft.
Die Beiträge des Bandes zeichnen nach, wie die Voraussetzungen für die Wahrnehmung des Historisch-Veränderlichen und des Gesellschaftlich-Sozialen von Sprache und Text entstehen und wie das Bewusstsein von Geschichtlichkeit den Prozess der Verwissenschaftlichung bedingt und steuert. Sie zeigen aber auch, dass disziplinäre Partikularisierungen und die Preisgabe des hermeneutischen Postulats der Verstehbarkeit die gemeinsame Fundierung der Geisteswissenschaften im Begriff der Historizität gefährden.