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Zur Amerikanisierung der deutschen Kultur seit 1945
Im Anschluss an den Sammelband „Das Amerika der Autoren. Von Kafka bis nine-eleven“ werden nun exemplarische Studien zum faktischen Prozess einer „Amerikanisierung“ der (west-)deutschen Nachkriegskultur vorgelegt. So unstrittig der Erfolg manch kulturpolitischer Initiativen (etwa der Amerikahäuser) im ersten Nachkriegsjahrzehnt war, so schnell scheiterten andere: aufgrund mangelnder Einsicht in die Verhältnisse, und/ oder wegen des Widerstands der deutschen Eliten. Dies zeigen Fallstudien zur Universitätspolitik, zu Rundfunk und Publizistik. Erst der kulturindustrielle Triumph der US-amerikanischen popular culture, besonders des Hollywoodfilms und des Rock’n’Roll, markiert seit den späten fünziger Jahren eine tiefgreifende Umwälzung des kulturellen Feldes auch in der Bundesrepublik. Die darauf basierende neue Jugendkultur ist inzwischen gut bekannt und erforscht. Langfristig bewirkte sie eine Entkrampfung des kulturellen Zwiespalts zwischen USA und Europa, zwischen high und low culture, die Americana heute zu einem selbstverständlichen Teil unserer Alltagskultur gemacht hat. Zugleich öffnet sich damit der Raum für neuartige, sowohl provokative wie produktive Begenungen der künstlerischen Avantgarden – besonders ausgeprägt in der bildenden Kunst und im Design, im Theater und Hörspiel, in Videokunst und Film. Auf vielfältige Weise bestätigen die Fallstudien die These der Herausgeber, dass die Bundesrepublik auch im Kulturellen ein Sonderfall der Amerikanisierung darstellt.
Von Kafka bis 09/11
Seit deutsche Autoren über Amerika, genauer: die USA schreiben, geschieht dies in einer Ambivalenz von Faszination und Abwehr. Was den einen das Land der Freiheit (Goethe), ja der unbegrenzten Möglichkeiten, ist für andere eine Wüste, in der keine Nachtigall singt (Lenau). Und natürlich kontrastieren die vorgefassten, mitgebrachten Meinungen mit den neuen Wahrnehmungen vor Ort. Aber erst im 20., dem 'amerikanischen' Jahrhundert, entfalten sich diese Widersprüche in vorher nicht gekannter Breite. Zugleich aber sind sie fast allen, die nach Amerika reisen zu Schiff, durch die Luft oder auch nur im Kopf bewusster als zuvor. Dass Amerika eine Projektion des europäischen Geistes sei, hat Paul Valéry für seine europäischen Kollegen festgehalten: 'Amerika ist anders!' (Carl Zuckmayer).
Visionen und Revisionen der Aufklärung
Von der Rationalität wird seit der Epoche der Aufklärung viel erwartet. Fraglich ist, ob die Rationalität wirklich halten kann, was sich große Denker von ihr versprochen haben.
Systematisch werden die aufklärerischen Visionen beleuchtet, die in ihrer Vielfalt das Versprechen der Rationalität ausmachen. Zugleich werden in Form von Revisionen ebenjene Visionen und ihre Manifestationen neu gesichtet, geprüft oder auch kritisiert und zurückgewiesen: Was wurde in welchem Maße eingelöst und wo wurden Versprechen gebrochen?
Die Beiträge loten den Geltungsanspruch von Rationalität im Spannungsverhältnis von 18. und 21. Jahrhundert aus. So liefern sie eine Einschätzung des Aufklärungsprozesses bis hinein in die Gegenwart.
Zoologie des Kollektiven
Kann eine Analogisierung von animalischen und sozio-politischen Ordnungen funktionieren? Auf welche Art und Weise fungieren Tiere als Medium der Darstellung und Reflexion politischer Ordnungen?
In Hinblick auf diese Fragen wird insbesondere das Verhältnis zwischen Tieren und menschlicher Kollektivität in den Vordergrund gerückt und diskutiert. Diese Relation tritt in mindestens drei Erscheinungsformen zutage –
erstens: als Kontrastrelation, als politisches Ausschlussprinzip, wie in den traditionellen Interpretationen des »zoon politikon«; zweitens: als Korrespondenzrelation, als Analogisierung animalischer und sozio-politischer Ordnungen; drittens: als Äquivalenzrelation, als Interaktion, als Beziehung zwischen Mensch und Tier, die selbst politisch ist.
Sprache und Politik der Assimilation
Ist Assimilation eine reaktionäre Forderung? Der Band unterstreicht die analytische Fruchtbarkeit des Assimilationskonzepts und legt bisher vernachlässigte normative Gehalte frei.Anhand der jüdischen Assimilation und (post-)kolonialen Konstellationen werden Prozesse und Repräsentationen der Verähnlichung und Inkorporierung in ihrer Komplexität, Ambivalenz und Widerspenstigkeit untersucht. Assimilation erscheint dabei als politisches Geschehen, das nicht nur mit polemischen Äußerungsformen verbunden ist, sondern das Sprache selbst zum Gegenstand hat. Statt Eingliederung in eine Monokultur, so wird gezeigt, kann Assimilation auch reziprokes, nicht-hierarchisches Lernen bedeuten und besitzt damit ein interkulturelles Potenzial, das starre Grenzziehungen und Essentialisierungen aufbricht.
Perspectives from Philosophy and Literary Studies
Many people share the intuition that by turning to works of literature something can be learned about the world. One way to explain the epistemic access to the world that fictional literature provides is by comparing it to thought experiments. Both – thought experiments and works of fiction – might be seen as imaginative exercises which help to find out what would or could happen if certain conditions were met. This comparison of fictional literature with thought experiments provides the point of departure for the contributions in our volume. It contributes to the discussion of an approach that has quite recently entered the field of the philosophy of literature.
Textgattungen in der Geschichte der Architekturtheorie. Ein Handbuch
In achtzehn Studien beschreiben die VerfasserInnen die Art des Redens sowie die Formen der bildlichen Mitteilungen über die Architektur und analysieren so die kommunikativen Bedingungen der Architekturtheorie. Erstmals werden in einem historischen Überblick von der Renaissance bis zur Gegenwart die verschiedenen Textgattungen wie Traktat, Dialog, Kommentar, Essay, Antikenpublikation, Ausstellungskatalog oder Architekturzeitschrift in ihrer Bedeutung als „Verträge“ zwischen den Autoren und dem Publikum in unterschiedlichen Gesellschaftskontexten systematisch untersucht.
Bei der Wahl einer bestimmten Textgattung handelt es sich nicht nur um eine wesentliche Entwurfsentscheidung von Seiten des Autors. In ihr bilden sich sowohl Traditionsbindungen als auch Innovationsschübe in der Architekturtheorie ab. Damit fungieren Textgattungen in der Architekturtheorie selbst als Agenten der Wissensproduktion, sie zeigen die kontinuierliche Weiterentwicklung und die Anpassung der Theorie an jeweils aktuelle Erfordernisse des Bauens an. Textgattungen befördern die Modernisierung der Architekturtheorie – dieser zentralen These widmet sich das vorliegende Handbuch.
Der erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der Kulturwissenschaft
Dem Band »Design Kulturen. Der erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der empirischen Kulturwissenschaft« liegt die Idee einer lexikonartigen Strukturierung von Designkulturen zu Grunde. Es wird davon ausgegangen, dass sich der Wandel von visuellen Kulturen zu Designkulturen in sämtlichen Bereichen des öffentlichen, medialen und gesellschaftlichen Lebens vollzieht. Die alphabetischen Zählreihe von A – Z deutet eine schier unfassbare Emergenz von Designkulturen an und steht symbolisch für deren empirische Vielfalt. In Anlehnung an Beuys’ erweiterten Kunstbegriff, impliziert der erweiterte Designbegriff ebenfalls soziale Prozesse als Designprozesse. Im Unterschied zu Beuys’, oder besser gesagt, nach-Beuys, ist der Status: »Jeder Mensch ist ein Künstler/Designer« nicht mehr nur eine Forderung, sondern in den gesellschaftlichen und Alltagspraxen angekommen.
Medienwelten im 21. Jahrhundert - 30 Positionen
Jederzeit, überall, auf jedem Gerät, und das global in Fast-Echtzeit: Die modernen Kommunikationstechniken setzen die alten medialen Grenzziehungen und Beschränkungen außer Kraft. Und damit auch die überkommenen Beziehungen zwischen Medienproduzenten und Mediennutzern. Ein neues Netz der Selbst- und Weltvergewisserung entsteht – mit unvorstellbar vielen Knoten.
Dieser Band bietet eine Orientierung in einer neuen Situation, die von rasanter Beschleunigung gekennzeichnet ist. Statt nach einem linearen Verständnis zu suchen, wählt er die Vielfalt multi-perspektivischer Zugänge. Er führt Köpfe und Kenner des medialen Geschehens zusammen, die höchst individuell unterschiedlichste Segmente und Aspekte der modernen Medienwelten beschreiben, analysieren, einordnen, kommentieren – von der Ethik über die Rollenfunktionen und Kreativitätsräume bis zur Neuvermessung von Aufklärungshorizonten. Medientheorie, Medienpraxis, Medienkritik ergeben ein offenes Gebilde aus Modellen, Optionen und Visionen – ein Kaleidoskop, das produktiv ist und produktiv macht. Mit Beiträgen von Alexander Kluge, Klaus Staeck, Norbert Bolz, Peter Weibel, Gundolf Freyermuth, Friedrich Krotz, Bettina Reitz, Barbara Sichtermann, Johanna Haberer, Norbert Schneider, Mike Sandbothe und Peter Sloterdijk.