In: Kunst und Arbeit
Zur poetischen und geschichtlichen Zäsur bei Martin Heidegger und Paul Celan
Author: Anja Lemke
In: Kunst und Arbeit
In: Kunst und Arbeit
In: Kunst und Arbeit
Zum Verhältnis von Ästhetik und Arbeitsanthropologie vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Vorstellungen von Kunst als Domäne des Schöpferischen erlangen in der Neuzeit wachsenden Einfluss auf den Begriff der Arbeit. Zugleich aber positionieren die Künste sich als Instanz der Ökonomie-Kritik und erheben den Anspruch, Alternativen bereitzustellen zur bürgerlich-kapitalistischen Arbeitswelt oder gar zu Arbeit überhaupt.
Die Beiträge des Bandes untersuchen im Spannungsfeld dieser Beziehung von Kunst und Arbeit Schnittstellen, Wechselwirkungen und Reibungen zwischen ästhetischen, ökonomischen und (bio)politischen Prozessen in ihren historischen Veränderungen. Das Spektrum reicht von der Entgrenzung der Kunst und ihrer Neuentdeckung des Lebens bis zur gegenwärtigen Überblendung von flexibilisierten Erwerbsbiografien und dem Ideal des freien, ungebundenen Künstlers in einer postdisziplinären Gesellschaft.
Zur späten Hymnik und Tragödientheorie Friedrich Hölderlins
Die Beiträge des Bandes greifen eine Frage auf, die schon einmal Ende der 80er Jahre gestellt worden war: ob Hölderlin diesseits oder jenseits des Idealismus zu verorten ist. Inzwischen gibt es mehr Voraussetzungen, diese Frage zu beantworten. Einmal ist Dieter Henrichs Jena-Projekt weitgehend abgeschlossen, zum anderen sind neue Texte (wie die beiden seit langem erwarteten Bände 7 und 8 der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe) erschienen. Gleichwohl ist in den letzten Jahren immer noch sehr wenig zu dem für die Idealismus-Frage entscheidenden Spätwerk (insbesondere zu den hymnischen Fragmenten und der Tragödientheorie) erschienen. Diesem Mißstand vor allem will der Band abhelfen.
Die Hölderlin-Forschungen versammeln philosophische sowie literatur-, kultur-, musik- und theaterwissenschaftliche Studien zu einem Autor, dessen Werk in viele Bereiche ausgestrahlt und die Künste der Moderne stark geprägt hat. Die interdisziplinäre Reihe, in die auch englischsprachige Publikationen aufgenommen werden, wird herausgegeben von Violetta Waibel (Wien), Jörg Robert (Tübingen), Martin Vöhler (Thessaloniki). Dem Beirat gehören an: Anke Bennholdt-Thomsen (Berlin, Germanistik), Jakob Deibl (Wien, Theologie), Andreas Fahrmeir (Frankfurt a. M., Geschichte), John Hamilton (Cambridge, MA, Komparatistik), Alexander Honold (Basel, Germanistik), Johann Kreuzer (Oldenburg, Philosophie), Gerhard Kurz (Gießen, Germanistik), Anja Lemke (Köln, Germanistik), Patrick Primavesi (Leipzig, Theaterwissenschaft), Luigi Reitani (Udine, Germanistik).
Exteriorität - Theatralität - Literarizität
Der Gegensatz von Erziehung als bloßer Instruktion und Bildung als Entfaltung der Persönlichkeit wird hinsichtlich seiner historischen Bedingtheit befragt und als wesentlich komplexere Relation vorgestellt.
Beobachtet wird, dass ein inneres Bildungsgeschehen auf ›Äußerlichkeit‹ angewiesen und durch deren Einschreibungen bestimmt ist. Die historisch und medial je unterschiedlichen Konstrukte solcher Bildungsprozesse werden als Experimentalanordnungen ausgewiesen, die ein genaues Vorschriftenregister mit einer Rahmung verkoppeln, die Beobachtbarkeit, Formalisierbarkeit und Wiederholbarkeit sichert. Drei Begriffspaare, die systematische Felder eröffnen und historische Brüche anzeigen, sind für das in transnationaler, interdisziplinärer Perspektive umrissene Forschungsgebiet wesentlich: Regel/Spiel, Kontrolle/Desaster, Anpassung/Kontingenz.
In exemplarischen Studien widmet sich der Sammelband der Wirkungsgeschichte der Sieben Todsünden in den unterschiedlichen Künsten. Der Fokus liegt weniger auf einer Ideengeschichte, sondern auf der Formelhaftigkeit, die gerade im Verblassen der ursprünglichen Hintergründe ihre Wirkmacht in breiter diskursiver Streuung entfaltet.
So reichen die vielfältigen Fortschreibungen und Transformationen – oftmals nur Allusionen auf die ursprünglich religiöse Ordnungsphantasie – weit über das frühe Mittelalter und die klassische Theologie hinaus. Selbst nach der Verabschiedung der Absolutheit theologischer Erklärungsmuster durch die Aufklärung faszinieren und inspirieren die Sieben Todsünden die Künste bis heute. Der Band versammelt Studien, die sich aus literatur-, medien- und kulturwissenschaftlicher Perspektive sowohl den einzelnen Todsünden superbia, invidia, ira, acedia, avaritia, gula, luxuria als auch dem Septupel insgesamt widmen.