Fahrten - Passagen - Wanderungen
Die Odyssee gehört zu den wirkungsmächtigsten Erzählungen der abendländischen Literatur und Kultur. Als Modell für Reise, Entdeckung und Heimkehr, aber auch für Migration und Exil beeinflußte das Epos zahllose Texte, in denen literarisch, filmisch, philosophisch die Abenteuer des Protagonisten um- und fortschrieben wurden. Die in diesem Band versammelten 12 interdisziplinären Beiträge (u.a. aus der Altphilologie, Anglistik, Anthropologie, Germanistik und aus den Film und Gender Studies) nehmen die Fährten auf – von der Antike bis in die jüngste Film- und Fernsehgeschichte – und machen sich auf die Suche nach einer Wirkungsgeschichte der Odyssee, die spätestens mit Stanley Kubricks „2001 – A Space Odyssey“ neue Impulse aus der Ankunft in der Zukunft erhalten hat.
Kleinste Zeiteinheit, Denkfigur, mediale Praktiken
Der Band erforscht das Interventionspotential kleinster Zeiteinheiten und fragt, wie literarische, musikalische und künstlerische Momentaufnahmen und Augenblicksaufzeichnungen mit Konzepten einer sprunghaften und diskontinuierlichen Zeitwahrnehmung korrespondieren.
Die Beiträge zeigen, inwiefern der aktuelle Erregungsdiskurs über die Tyrannei des Moments und den flüchtigen Augenblick einen historischen Index hat und immer von dem unterschwelligen Mitlaufen der Reflexion über Subjektivität begleitet ist. Es werden verschiedene Modi des Entzugs von Moment und Augenblick offengelegt und gezeigt, wie die Auseinandersetzungsgeschichte auf diese Unzugänglichkeit mit einem eigenen Bilddenken reagiert.
Mit Beiträgen von Eva Axer, Ursula Geitner, Toni Hildebrandt, Alexander Honold, Thomas Macho, Sigrid Nieberle, Birger Petersen, Eckhard Schumacher, Christian Wimplinger und Norbert Christian Wolf.