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Author: Artur Pełka

Abstract

Angesichts dessen, dass immer weniger Zeug*innen des nationalsozialistischen Grauens leben, greift das Theater nach einem spezifischen Dokumentarismus, um das Vergessene in einer Art Performanz zu aktualisieren. Zu den Hauptakteur*innen dieses Verbatim-Theaters werden Zeitzeug*innen und Überlebende bzw. auch ihre Nachkommen, die die in Vergessenheit geratenen Gräueltaten auf der Bühne vergegenwärtigen. Vor dem Hintergrund des 2006 im Breslauer Teatr Współczesny in Kooperation mit dem Berliner Hebbel-am-Ufer inszenierten Vertriebenen-Projekts Transfer! fokussiert der Beitrag die von Doron Rabinovici 2013 am Wiener Burgtheater unter Beteiligung von sechs Überlebenden des Holocausts uraufgeführte Inszenierung Die letzten Zeugen. Es werden Konvergenzen und Unterschiede in den Darstellungsmodi der beiden Inszenierungen, die sich gegen das Vergessen wenden, präsentiert sowie nach der Interaktion zwischen Bühne und Publikum im Sinne der Übertragung des Vergessenen gefragt, letztlich also nach der gesellschaftlichen Resonanz solcher Projekte.

In: Lethe-Effekte
In: Politik und Ethik der Komik
In: Gewaltformen - Gewalt formen
Der Band bietet Einblicke in neueste literaturwissenschaftliche, editorische und biografische Erkenntnisse der Joseph-Roth-Forschung.
Das Spektrum der Beiträge reicht von einer kritischen Auseinandersetzung mit Desideraten in der Editionspraxis über Fragen zur Mobilität und Identität sowie zur europäischen Moderne bis zu biografischen Einsichten. Die Autor:innen beschreiben differenzierte Möglichkeiten der Herangehensweise an unterschiedliche Textsorten und das Leben Joseph Roths im Kontext zeitgenössischer Diskurse über die Großstadt, den Film, das Hotel, den Faschismus, das Judentum und in Bezug auf Erzählformen. Mit Texten von Hans Richard Brittnacher, Armin Eidherr, Iris Hermann, Aneta Jachimowicz, Katarzyna Jaśtal, Maria Kłańska, Bastian Lasse, Heinz Lunzer, Victoria Lunzer-Talos, Rainer-Joachim Siegel.
Worüber muss und worüber darf man lachen? Ist es verwerflich, mit Entsetzen Scherz zu treiben oder über den Schaden anderer zu lachen? Wann ist die Grenze der Harmlosigkeit überschritten?
Der ethische Anspruch der Harmlosigkeit an die Komik wird in diesem Band analysiert und theoretisch grundlegend reflektiert. Im Kontext der Diskurse der praktischen Philosophie, Soziologie und Literaturtheorie wird die Verbindung von Komik und Ethik analysiert; im Kontext literatur- und kulturwissenschaftlicher Ansätze wird Komik als ein Teil politischer Diskurse und politischer Diskurskritik untersucht. Außerdem geht es um die Frage, inwiefern Gewaltdarstellungen in Literatur, Theater und Film komisch sein können: Sind Gewaltszenen aufgrund der Gewalt komisch oder trotz der Gewalt? In diesem Zusammenhang wird auch diskutiert, inwiefern Unmoralisches der Komik grundsätzlich abträglich ist und ob das Lachen über Anstößiges einen lasterhaften Charakter offenbart.
Forensik des Vergessens in Literatur, Comic, Theater und Film
Der mythologische Fluss Lethe dient als Leitmotiv für das Aufspüren diverser medialer Strategien zum Vergessen in Lyrik, Prosa, Comic, Theater und Film. In Anlehnung an forensische Verfahren zeichnet sich eine kritische Auseinandersetzung mit etablierten Erinnerungsdiskursen zum vergangenen Jahrhundert ab. Ermittelt werden poetisch profilierte Widersprüche, prosaische Ausdrucksformen von Demenz, topografische Projektionen sowie Umwertungen eines gemeinhin belastenden Vergessens.