Search Results

Édouard Manet und die Poetik des Portraits
Selten hat sich die Kunstgeschichte mit dem Bildniswerk Edouard Manets beschäftigt, obwohl der Maler vorzugsweise im und mit dem Portrait als Bildform arbeitetete. Dabei zeigen sich an Manets Werk Krise und Utopie der Gattung in der Moderne in geradezu exemplarischer Weise: Zum einen wird in seiner Bildkunst eine Kritik der Repräsentation fassbar, die die wichtigsten Konventionen des Portraits wie Ähnlichkeit, Pose und Ausstattung unterläuft, um statt dessen eine nicht-physiognomische Unmittelbarkeit des Bildes voranzutreiben. Diesem Verfahren des 'Gesichter-Gebens' – im Sinne des verfremdenden Spiels mit dem Gesicht durch die expressiven Mittel der Pinselschrift – antwortet die Praxis des 'Gesichter-Gebens' im buchstäblichen Sinn, d. h. dem Verschenken von Portraits. An die Stelle des Portraits als Ware tritt das Portrait als Gabe. Die Arbeit widmet sich daher der Strategie und Funktion der Bildnisse als Geschenke und zeigt, wie Manet einen neuen funktionalen Rahmen der Gattung entwirft und so dem Portrait als Instrument des (künstlerischen) Austausches zwischen Maler und Modell neue Bedeutung verleiht.
In: Synergies in Visual Culture / Bildkulturen im Dialog
In: Im Agon der Künste
Der Schleier als Medium und Metapher
Series:  Bild und Text
Der Schleier fungiert in seinen buchstäblich vielfältigen Erscheinungen und Bedeutungen als Motiv und Metapher des Mediums. Ausgehend von seiner Konjunktur in aktuellen geisteswissenschaftlichen Debatten, werden im vorliegenden Band textile Modelle der Bild- und Textproduktion/-rezeption untersucht, die ästhetische und erkenntnistheoretische Fragestellungen aufs engste verknüpfen. Der Schleier wird dabei als ein Dispositiv verstanden, das regelt, was und wie es zu sehen und zu wissen gibt. In der Metaphorik des Ver- und Enthüllens spiegeln sich grundlegende anthropologische Deutungssysteme wie jene von Natur und Wahrheit, Geheimnis und Offenbarung oder Körper und Nacktheit. Als Modell der Vermittlung unterläuft der Schleier jedoch die Logik des Dualismus und stellt Elemente für eine Epistemologie des Dritten zwischen Diaphanie und Opazität in Aussicht. Nicht zuletzt deshalb könnte er sich im Rahmen des interdisziplinären Dialogs als master trope einer Mediengeschichte erweisen, die weder gemeinsame strukturelle Probleme von Bild und Text noch ihre jeweilige Besonderheit aus den Augen verliert. Aus dem Inhalt Nike Bätzner Himmlisches Gewebe Maximilian Bergengruen Das Unsichtbare in der Schrift Frank Fehrenbach Leonardo. Veli sopra veli. Daniel Fulda 'Der Wahrheit Schleier aus der Hand der Dichtung' Joseph Imorde Schleier aus dem Nichts Jeanette Kohl Schleier. Hülle. Schwelle Klaus Krüger Aneignung und Verlust Patricia Oster-Stierle Der Textschleier im Bild Kristine Patz / Ulrike Müller Hofstede Anziehende Natürlichkeit Wolfram Pichler / Stefan Neuner Tintorettos Schwellenkunde Valeska von Rosen Verschleierungen Uwe C. Steiner Enthüllung zur Unzeit Nicola Suthor Triumph, über das Auge, des Blicks Detlef Thiel Die Illusionen der Isis Ralph Ubl Giorgio de Chirico
Festschrift für Gerhard Wolf
Einundvierzig Einzelstudien widmen sich Synergieeffekten zwischen Bildkulturen von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert. Geographisch behandeln sie westeuropäische Themen ebenso wie solche des Nahen Ostens, des Kaukasus, Süd- und Ostasiens, Afrikas oder der Neuen Welt. Fokussiert werden dabei sowohl kultur- als auch bildanthropologische Gesichtspunkte. Im Rahmen von Mikrogeschichten wird analysiert, wie sich im Zwiegespräch geschaffene Beziehungen im Kunstwerk konkret manifestieren und visualisieren. In den Zwischenräumen von Begegnung entstehen »Energiefelder«, die die Kategorien der Einordnung und des Begreifens ins Schwanken bringen und neue Sichtweisen und Fragen eröffnen.