Eine Interpretation. 3. Auflage
Zu Hitlers programmatischer Schrift Mein Kampf gab es bisher keinen analytischen Kommentar. Zwei Gründe mögen dafür ausschlagend gewesen sein: die Befürchtung, dass derjenige, der Hitler in theoretischer Hinsicht ernst nimmt, ihn unerträglich aufwertet; und der Verdacht, dass der Versuch, Hitler verstehen zu wollen, unausweichlich in einer Apologie Hitlers mündet. Doch diese eher emotionale Abwehr verhindert die sachliche Auseinandersetzung; und eine solche Auseinandersetzung ist unabdingbar, um die Dimension des nationalsozialistischen Rassenmordes, den Zusammenhang zwischen Ideologie und Verbrechen zu verstehen. Dass dem Nationalsozialismus eine Ideologie zugrundelag, die diese Bezeichnung verdient, wurde immer bestritten. Doch der interpretierende Nachvollzug der Gedanken Hitlers macht deutlich: In Mein Kampf findet sich ein monistisch begründetes, mit großer Folgerichtigkeit abgeleitetes Gedankengebäude, das sowohl Hitlers innenpolitischen Fahrplan als auch seinem außenpolitischem Programm Grund und Ziel gab. Barbara Zehnpfennig kann zeigen, dass Hitlers Weltanschauung einer mörderischen Logik folgt – und dass ein genaueres Hinsehen auf Hitlers Bekenntnisschrift, dass sich von der abstoßenden Diktion und der Egomanie des Autors nicht abschrecken lässt, einen Zusammenhang zwischen Denk und Tun offenbart, der manches an der Politik Hitlers in neuem Licht erscheinen lässt.
in Ideologie und Verbrechen
Kommunismus und Nationalsozialismus im Vergleich
HerausgeberInnen: Frank-Lothar Kroll und Barbara Zehnpfennig
Die totalitäre Praxis ist verbrecherisch. Ist das Verbrechen aber schon in der Theorie angelegt? Und wie hängen Kommunismus und Nationalsozialismus historisch und ideologisch zusammen? Den nationalsozialistischen Verbrechen liegt keine ernst zu nehmende Ideologie zugrunde, die kommunistischen Verbrechen haben nichts mit der marxistischen Theorie zu tun – so lauten zwei gängige Vorurteile. In beiden Fällen entlastet man das Denken von seinen möglichen Folgen: Die Praxis des Bösen steht für sich. Doch ist die Praxis aus sich heraus verstehbar? Verkennt man nicht das totalitäre Potential des Marxismus, wenn man behauptet, er hätte mit dem GULag nichts zu tun? Und unterschätzt man nicht die Systematik der hitlerschen Weltanschauung, wenn man im Judenmord nicht deren logische Konsequenz erkennt? Sich diesen Fragen unvoreingenommen zu stellen, unternimmt der vorliegende Sammelband.
in Ideologie und Verbrechen
in Ideologie und Verbrechen
in Ideologie und Verbrechen
in Ideologie und Verbrechen