in Im Rhythmus
Geld, Besitz, Tausch- und Gaben-Ökonomien sind insistente Motive gerade auch in modernistischen Romanen. Dies wird in der detaillierten Diskursanalyse zu fünf Klassikern der Moderne gezeigt. Erstmals unternommen wurde eine umfangreiche Inventur vorliegender Untersuchungen aus dem Forschungsfeld literarischer Ökonomie. Literatursoziologische Arbeiten und strukturalistische Studien der 70er Jahre, die versuchten, Strukturhomologien von Sprache und Ökonomie aufzuzeigen, werden dabei kritisch diskutiert und zugunsten neuer Leitbegriffe verabschiedet. Die Romaninterpretationen gehen in 3 Schritten vor: von den erzählten ökonomischen Akten von Kaufen und Verkaufen, von Arbeiten und Begehren geht es zu den Liebesbeziehungen, die in ökonomistischen Semantiken vorgeführt werden, um bei den literaturtheoretisch interessantesten Fragen der Kreditprobleme und der Zeichendeckung zu enden.
in Zwischen Provokation und Usurpation
Bestandsaufnahmen und Modellanalysen
HerausgeberInnen: Michael Hofmann, Axel Dunker und Bernd Blaschke
In der DDR war Reisen ein heikles Thema, weil die meisten Bürger des Landes vor dem Eintritt in das Rentenalter nicht reisen durften – oder zumindest nicht in Länder oder Städte ihrer Wahl. Und doch gab es Reiseliteratur in quantitativ und qualitativ bedeutenden Ausprägungen.
Deutlicher als in anderen Feldern der DDR-Literatur waren die Autorinnen und Autoren von Reiseliteratur privilegiert, und es ist interessant zu sehen, wie sie mit diesem Sachverhalt umgingen – ob sie ihn thematisierten oder stillschweigend hinnahmen. Und doch gilt auch für die Reiseliteratur der DDR: In einer sehr komplexen Weise schwanken die Texte zwischen Anpassung und impliziter oder offener Kritik an Zuständen in der DDR. Kommentare über das Fremde sind immer auch implizite und explizite Kommentare über das Eigene, und die Leserinnen und Leser der DDR-Literatur waren versiert in der Kunst, zwischen den Zeilen zu lesen.
Interkulturalität als (un)vollendetes Projekt der Literatur- und Sprachwissenschaften
Angesichts des besonders für die interkulturelle Literaturwissenschaft schon seit längerem konstatierten Mankos einer literaturtheoretischen Fundierung ihres Gegenstandes stellt sich das Buch einerseits der (Grundsatz-)Frage nach der Interkulturalität literarischer Texte und ihren entsprechenden Strategien und Verfahrensweisen; andererseits gehen die Beiträge im Einzelnen aber auch der Frage nach, innerhalb welcher kulturellen Muster und diskursiven Formationen sich sowohl die Texte als auch ihre Interpreten jeweils bewegen.