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In: Am Anfang war...
Allegorische Rede und mystische Erfahrung in der Dichtung des heiligen Johannes vom Kreuz
Author: Bernhard Teuber
Die drei grossen Gedichte des San Juan de la Cruz (1542-1591) gelten als Glanzlichter der spanischen Mystik. Auf semiotischer und kulturanthropologischer Grundlage werden jene rätselhaften Texte erschlossen, denen theologischer Sinn zugeschrieben wurde, wiewohl das Wort 'Gott' darin nicht vorkommt. Ihre immanente Poetik wird nunmehr (re-)konstruiert im Rückgriff auf die allegorische Exegese des Hohenlieds, auf die negative Theologie des Dionysius vom Areopag und auf J. Derridas Philosophie der Dekonstruktion. Den anthropologischen Horizont bildet G. Batailles Theorie des erotischen Exzesses und der unproduktiven Verausgabung, wie sie bereits in der Deutung des Kreuzesopfers durch die Osterliturgie angelegt ist. Noche oscura, Cántico espiritual und Llama de amor viva sind demnach lesbar als hoch komplexe Allegorien des Liebesopfers, der Liebeskunst und der Liebeswunde. Indem der mystische Dichter den fleischlichen Sinn der geistlichen Gottesliebe bis in die erotischen Perversionen hinein ausbuchstabiert und zugleich allegorisch durchkreuzt, performiert er ein radikales 'Buchstabenopfer', das auf 'nichts' (spanisch nada) anderes verweist denn auf die unsagbare Erfahrung des unsichtbaren Anderen.
In: Pathos – Affektformationen in Kunst, Literatur und Philosophie
In: Übertragene Anfänge
In: Zwischen dem Heiligen und dem Profanen
In: Gründungsorte der Moderne
In: Zwischen dem Heiligen und dem Profanen
In: Zwischen dem Heiligen und dem Profanen
Religion, Mythologie, Weltlichkeit in der spanischen Literatur und Kultur der frühen Neuzeit
Auch im Zeitalter der habsburgischen Könige und der Gegenreformation war die spanische Kultur nicht so einseitig theozentrisch ausgerichtet, wie bis heute vielfach behauptet wird. Gerade in der Literatur des Siglo de Oro zeigt sich vielmehr, dass es mannigfaltige Interferenzen zwischen dem Sakralen und dem Profanen gab. Offenbar lässt sie sich nicht einfach der geistlichen oder der weltlichen Sphäre zuschreiben, sondern ist viel-mehr anzusiedeln in einem Zwischen-raum inter fanum et profanum, in dem der antiken Mythologie eine entschei-dende Rolle zufällt. Dieser Vermutung gehen die hier versammelten Beiträge an Hand spanischer und hispanoame-rikanischer Texte der frühen Neuzeit, aber auch mit Blick auf das Theater und die Malerei des Siglo de Oro nach
Risiko und Erzählstruktur
Volume Editors: Wolfram Ette and Bernhard Teuber
Was ist überhaupt ein Glücksritter? Was ist ein Abenteurer oder eine Abenteurerin? Und wie erzählt man deren Geschichten? Der vorliegende Band dokumentiert Antworten, die im Umfeld der Forschungsgruppe „Philologie des Abenteuers“ auf solche Fragen gefunden wurden.
Es werden aufschlussreiche Stationen aus der Geschichte der Abenteuerliteratur beleuchtet. Anhebend mit der innovativen Figur des mittelalterlichen Ritters, der freiwillig in die Fremde zieht, um dort sein Glück zu finden – Reichtum, sozialer Status, erotische Erfüllung –, schlägt die Ringvorlesung einen großen historischen Bogen, der über die Übersteigerungen und parodistischen Brechungen der frühen Neuzeit, über Vagabunden und Entdecker bis zu Alltagsabenteurern und den invertierten Helden Kafkas führt.