in Formkonstanz und Bedeutungswandel
Bildphänomene der Schrift in kultur- und medienkomparativer Perspektive
Reihe: Eikones
Grammatologie und Ikonologie aufeinander beziehend, verfolgt die Schriftikonik das Ziel, Bildphänomene der Schrift aus kultur- und medienkomparativer Perspektive zu erforschen.
Um Schriftikonik als transdisziplinäres Forschungsfeld in Geschichte und Gegenwart zu verorten, wird ein Bogen geschlagen von den Anfängen der Schriftbildlichkeitsreflexion innerhalb der abendländischen Grammatologie des 17. Jahrhunderts bei Wilkins, Leibniz und Humboldt bis zu aktuellen Ideo-/Piktographisierungstendenzen in der digitalen Hyperschriftkultur. Am Ende der historisch-vergleichenden Argumentation steht die These, dass die abendländische Grammatologie erst in der digitalen Kultur des Computerzeitalters zu sich kommt. Dort kann sich Schriftbildlichkeit, von gesprochener Sprache losgelöst, in ihrer Eigenlogik entfalten.
in Musik und Schrift
HerausgeberInnen: Birgit Mersmann und Martin Schulz
Seit der ikonischen Wende Anfang der 1990er Jahre ist die Frage aktuell geblieben, was denn ein Bild ist. Alle bisherigen Versuche, einen Nenner für das Bild zu finden, auf den sich ein „cours iconologique“ gründen könnte, waren wenig zielführend. Dies liegt zum einen an der Vielfalt der Disziplinen und ihrer verschiedenen Denkmodelle; zum anderen an der Vielfalt der Bildphänomene selbst, die es nicht im Singular gibt. Das Bild existiert ausschliesslich in pluralen Erscheinungsformen. Es ist ungemein beweglich und wandelbar, muss sich übermitteln und verwandeln, um Gestalt annehmen zu können. Bilder bewegen sich gleich Nomaden von einem Medium zu einem anderen und waren daher immer schon massgeblich am Austausch zwischen den Kulturen beteiligt. Dies gilt nicht nur für die Geschichte der Medien, sondern auch für die Wissenschaftskulturen und nicht zuletzt für die unterschiedlichen Bildkulturen selbst. Herausgeber: Birgit Mersmann, Martin Schulz unter Mitarbeit von: Nicola Behrmann, Markus Buschhaus, Julia Glesner, Anette Hüsch, Katrin Kärcher, Kristin Marek, Dominic Olariu und Matthias Weiß
in Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt
in Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt
in Movens Bild. Zwischen Evidenz und Affekt
Reihe: Eikones
Die fundamentale Rolle, die das Bild in Kommunikationsprozessen spielt, lässt sich weder allein auf die oft diskutierte mediale Verfügbarkeit noch auf seine Zeichen- oder Symbolhaftigkeit zurückführen. Vielmehr erweist sich das Bild als ein aktives Gegenüber – als ein Gestaltungsmoment, das Kommunikationsprozesse initiiert, konturiert und steuert. Hier setzt der Begriff „Movens Bild“ an. Er bezeichnet die Wirkung des Ikonischen, das Bewegende wie auch das Bewegte des Bildes. Diese Bandbreite des Ikonischen wird in dem Band an dem Gegenüber von Evidenz und Affekt, die als integrale Momente bildlichen Ausdrucks doch unmittelbar zusammen gehören. Mit einem solchen veränderten Blick gewinnt die Frage nach bildlicher Darstellung und Vermittlung eine neue Brisanz. Wie verschränkt sich die affektive Dimension des Bildes mit seiner Evidenzerzeugung? Weder lässt sich die dem Bild innewohnende Affektleistung von seiner Evidenzerzeugung trennen noch ist bildliche Evidenz ohne affektive Motivierung denkbar. Im Zentrum der Debatte steht also die Einsicht, dass es eine eigene Logik des Zeigens und Offenbarens gibt, welche die Wirkmächtigkeit der Bilder ausmacht. Ihr Spektrum bleibt breit und bietet eine Vielfalt an Übergängen: Es reicht von luzider Sachhaltigkeit über emotionale Aufladung und ästhetische Suggestion bis hin zur affektiven Überwältigung.