In: Perspektiven der politischen Ästhetik
Literatur und die Künste bei Wilhelm Heinse
Mit seinen zugleich gelehrten und eigenständigen Schriften, die Ausdruck eines programmatisch unsystematischen Systems der Künste und einer konsequenten Ausrichtung auf Individualisierung und Differenzierung sind, leistet Wilhelm Heinse einen bedeutenden Beitrag zur Ästhetik und Literatur um 1800. In seinem Werk nehmen die Künste eine prominente Stellung ein: Die 'Musikalischen Dialoge' (1805, entstanden um 1770), die fiktiven Briefe 'Über einige Gemälde der Düsseldorfer Galerie' (1776f.), die beiden Romane 'Ardinghello' (1787) und 'Hildegard von Hohenthal' (1795f.) sowie Heinses umfangreichen Notizhefte dokumentieren eine intensive Beschäftigung mit ästhetischen Theorien einerseits und konkreten Kunstwerken andererseits.
Bilder des Orients in der deutschen Literatur und Kultur von 1770 bis 1850
Die zahlreichen und facettenreichen Bilder des Morgenlandes im 18. und 19. Jahrhundert sind Gegenstand dieses Bandes, der in internationaler und interdisziplinärer Perspektive deutsche Sichtweisen des Orients rekonstruiert. Angesichts der gegenwärtigen Auseinandersetzung um kulturelle, religiöse und ökonomische Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der westlichen Welt und dem Orient gerät leicht aus dem Blick, dass der reale und der imaginäre Orient für deutsche Literaten, Philosophen und Künstler auch vielfach ein Ort der Inspiration und der Sehnsucht war. Nicht Verachtung und Polemik haben den deutschen Orient-Diskurs geprägt, sondern Neugier und Respekt sowie Achtung vor dem Fremden, welches das Eigene in einer ungeahnten Weise bereichern konnte – und heute noch kann.
Grundzüge der Sprach- und Literaturdidaktik
In: Der Deutschen Morgenland
In: Der Deutschen Morgenland
In: Der Deutschen Morgenland
Politische Macht an sich ist unsichtbar. Um zu erscheinen, ist sie auf Fiktionen angewiesen: Der machtvolle Politiker oder der Wille des »Volks« wird in politischen Inszenierungen sichtbar gemacht. Der Band untersucht ästhetische Konzepte, die in politischen Inszenierungen in der Geschichte Europas wirksam waren und sind.
Ziel des Bands ist eine Antwort auf die Frage, wie ästhetische Praktiken politisch wirksam werden – und wie sie in ästhetischen Werken reinszeniert werden. Die Beiträge analysieren in literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive die politische Ästhetik ebenso in Schillers Jungfrau von Orleans oder Novalis’ Glauben und Liebe wie in der Tiersymbolik der Politik oder der politischen Ästhetik der Wahrheitskommissionen in Südafrika. Es geht weniger um eine Systematik möglicher Zugriffe auf die Frage der politischen Ästhetik als vielmehr um die Sichtbarmachung möglicher Forschungsperspektiven.