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Im Zentrum dieser kulturgeschichtlichen Untersuchung steht die Frage, wie die aristokratische Schicht im mittelbyzantinischen Reich (10. - 13. Jahrhundert) gesellschaftlich sichtbar auftrat und welche Strategien sie zur Selbstdarstellung entwickelte.
Systematisch wertet Grünbart alle verfügbaren Zeugnisse aus, um die Wirkung von Kleidung, das kultivierte Auftreten, die Wichtigkeit der Familienzugehörigkeit, den entsprechend ausgestalteten Wohnraum und Stifter-/Patronagetätigkeiten zu untersuchen. Es zeigt sich, dass sich die aristokratischen Familien, die sich zunehmend in der Hauptstadt Konstantinopel konzentrierten, in einem steten Konkurrenzkampf untereinander befanden und keine Mittel scheuten, sich in Szene zu setzen. Die Studie betritt mit ihrer Fragestellung Neuland und trägt zum Verständnis der Dynamik der byzantinischen Gesellschaft bei.
Die Banalität des Alltags in unterschiedlichen literarischen Verwendungskontexten
Wie und warum werden in der griechisch-römischen und nachantiken Literatur bekannte mythologische Gestalten wie etwa Odysseus mit der lebensweltlichen Realität verschränkt, oft auch konfrontiert? Die gemeinsame Perspektive der hier versammelten Beiträge zum kreativinnovativen Umgang mit Mythen liegt in der Interpretation von Texten der europäischen Literatur, in denen mythisch-literarische Modelle jenseits der etablierten, klassisch gewordenen Großformen des Epos und der Tragödie rezipiert und transformiert werden. Durs Grünbein eröffnet den Band mit einem Essay über die römische Satire, die ihren End- und Höhepunkt in 'Bruder Juvenal' erreicht. In seiner poetischen Neuübersetzung von Juvenals dritter Satire führt Grünbein mit dem unverstellten Blick des praktizierenden Dichters in den römischen Alltag ein, in dem für mythologische Götter und Heroen kein Platz mehr ist.