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In: Europäische Musik – Musik Europas
Series:  Eikones
Bildkritik befasst sich üblicherweise mit Bildern, die aufbewahrt und gehütet, archiviert und dokumentiert werden. Was aber ist mit Bildern, denen kein dauerhafter Wert zugebilligt wird?
Einwegbilder generieren ihren Wert in der kurzen Dauer, in der sie ihre Funktion erfüllen. Ihnen scheinen eindeutige und ausschließliche Rezeptions- und Gebrauchsweisen eingeschrieben zu sein. Eintrittskarten werden entwertet, Briefmarken abgestempelt, Plakate überklebt, Bauanleitungen und Gebrauchsanweisungen, nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben, ebenso oft weggeworfen wie Bildkalender, Warenkataloge, Tageszeitungen und Modezeitschriften. Manche Arten von Bildern werden in rituellen Handlungen zerstört, wodurch sie einen Teil ihrer Magie gewinnen. Bei den meisten Einwegbildern, so die These, ergibt sich ihre ikonische Kraft erst durch das Verschwinden. Je erfolgreicher Einwegbilder sind, desto weniger lässt sich eigentlich über sie berichten. Mit dem vorliegenden Band werden die unterschiedlichen Verwendungs- und Existenzformen dieser Bilder untersucht.
Von privater Kunstbegeisterung zur kulturellen Akzeptation der Kunst
Die Entdeckung der 'Kunst als Kulturgut' hat ihren geschichtlichen Ursprung in der politischen Neuordnung Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach dem Ende des ›Heiligen Römischen Reiches‹ wird im Zuge der Ablösung des Absolutismus Kunst als kulturelles Gut wahrgenommen. Die Künste sind nicht länger vorrangig Gegenstand des Kultus bzw. Mittel fürstlicher Machtdemonstration; Kunst wird vielmehr zu einem Medium der politischen Neugestaltung. Der erste Band dokumentiert an einer privaten Kunstsammlung, der Sammlung der Brüder Boisserée den Weg der Kunst aus der Vergessenheit und Missachtung im kulturellen Lebensraum zur gesellschaftlichen Anerkennung.
Der vorliegende Band widmet sich der europäischen Musik. Er fragt nach dem gesamteuropäischen Charakter der Musik dieses Kontinents und nimmt dabei auch ihre Wirkung über Europa hinaus in den Blick.
Der Arbeitskreis Europa – Politisches Projekt und kulturelle Tradition versucht, das Phänomen Europa in seiner gesamten Breite aufzufächern. Weit mehr als eine Interessengemeinschaft versteht er dabei Europa als einen identitätsstiftenden, in sich differenzierten, von Spannungen nicht freien Raum von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, ebenso wie von Kunst, Wissenschaft und Philosophie. Die in der Tradition gewachsenen kulturellen und politischen Werte stehen dabei im Vordergrund. Ohne diese Wertegemeinschaft wäre der politische Zusammenschluss Europas nicht zustande gekommen, und ohne eine kontinuierliche Bekräftigung der gemeinsamen Werte, zeigt sich neuerdings mehr und mehr, wird die Zukunft Europas gefährdet.