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Die Beweglichkeit des fotografischen Apparats, seine Möglichkeiten verschiedene Blickwinkel und Einstellungen zu erproben, die Option, ein Objekt ferner oder näher zu rücken, haben Proust dazu verlockt, diese visuellen Techniken in das Medium der Literatur zu transportieren. Der Band widmet sich einer Neuentdeckung dieses intermedialen Potentials in Prousts Recherche und der wahrnehmungsästhetischen Relevanz heterogener medialer Dispositive wie Telefon, Laterna Magica, Fotografie und Postkarte, die Prousts écriture kennzeichnen. Die Beiträge fokussieren die intermediale Ästhetik der Recherche und deren filmische Transformationen am Beispiel der Proust-Filme von Percy Adlon, Volker Schlöndorff, Raoul Ruiz und Chantal Akerman sowie der unverfilmten Proust-Drehbücher von Luchino Visconti und Harold Pinter. Das breite Spektrum der Beiträge bereichert die traditionelle Proust-Lektüre um neue visuelle, textuelle, akustische und sinnliche Erfahrungen.
I. Der Fall Ägypten
Das Erzählen in frühen Hochkulturen widmet sich in seinem ersten Band „Der Fall Ägypten“ der Vielfalt erzählerischer Funktionen und Kontexte in der altägyptischen Kultur. Das Erzählen spielte in frühen Hochkulturen wie dem Alten Ägypten eine wesentlich größere Rolle als in unseren modernen Kulturen. Neben dem alltäglichen Erzählen erfuhr das außeralltägliche, besonders geformte Erzählen eine hervorgehobene Bedeutung – beispielsweise im Kontext von Ritualen oder bei der Fundierung religiöser und moralischer Vorstellungen. Überliefert sind uns aus Ägypten nahezu ausschließlich solche außeralltäglichen Erzählungen in Schriftform. Sie sind ein wichtiger Informant für die religiöse, politische und soziale Ideenwelt dieser Kultur und für den Stellenwert des Erzählens in ihr. Das fordert zu einer intensiven Beschäftigung mit den Erzählungen heraus, die sich in der Ägyptologie in den letzten zwei Jahrzehnten in einer verstärkten literaturwissenschaftlichen Herangehensweise niedergeschlagen hat.
Die Mundhöhle in Kulturgeschichte und Zahnmedizin
Das Buch zur kulturellen und medizinischen Bedeutung des Oralen und des Dentalen ist die erste Publikation dieser Art. Es ist der Versuch, den Bedeutungswandel zahnmedizinischer Praxis im Zusammenhang mit aktuellen gesellschaftlichen Strömungen und Umbrüchen sowie im historischen Kontext darzustellen. Geboten wird eine integrale Gesamtansicht nicht nur der Zahnmedizin sondern auch der anthropologischen, kulturellen, ästhetischen, linguistischen, künstlerischen und psychodynamischen Dimension des "Mundwerks" vom Mythos bis zur neuesten Gegenwart.
Die kulturgeschichtliche, medizinische und praxisanalytische Ausrichtung des Buches ist nicht nur an Zahnärzte gerichtet, für die das Buch eine Erweiterung ihres fachlichen Horizonts und zugleich eine spannende Lektüre und Augenweide ist. Vielmehr ist der Band aufgrund seiner kulturwissenschaftlichen Ausrichtung (Körperforschung, Bild- und Wissenschaftsgeschichte, cultural studies, Psychoanalyse) auch an Leser mit geisteswissenschaftlichem oder kulturinteressiertem Hintergrund adressiert. Namhafte Künstler und Schriftsteller ergänzen die wissenschaftlichen Perspektiven auf das einzigartig multiple Organ des Menschen - seinen Mund.