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Erlösung und Vernichtung
Die Goebbels-Studie von Claus-Ekkehard Bärsch ist sowohl ein Beitrag zur Erforschung des nationalsozialistischen Bewußtseins von Welt, Geschichte, Gesellschaft und Mensch als auch zur Phänomenologie eines erst werdenden Nationalsozialisten. Im ersten Teil wird der „Katechismus neuen politischen Glaubens“ und dessen apokalyptischer Gehalt dargestellt: die Sehnsucht nach „Erlösung“ im „Dritten Reich“, der Glaube an das Charisma Adolf Hitlers und die Stigmatisierung „des Juden“ zum „Antichrist der Weltgeschichte“. Im zweiten Teil wird auf der Basis der Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung von Goebbels versucht, den Zusammenhang zwischen Psyche und Ideologiebildung zu rekonstruieren. Im letzten Teil wird der Zusammenhang zwischen dem religiösen Gehalt der Weltanschauung (Gott, das Böse, Opfern, Selbsterlösung) und dem Willen zur Vernichtung aller Juden erörtert.
Die religiöse Dimension der NS-Ideologie in den Schriften von Dietrich Eckart, Joseph Goebbels, Alfred Rosenberg und Adolf Hitler
Politik, Religion und Anthropologie im Werk von Eric Voegelin
Reihe: Periagoge
Wie wenige andere Denker hat der politische Philosoph Eric Voegelin (1901-1985) das Verhältnis von Moderne und Religion analysiert. Er war, neben Raymond Aron, der erste, der in den 1930er Jahren totalitäre Bewegungen als „politische Religionen“ begriff. Später, in The New Science of Politics, charakterisierte Voegelin die Moderne insgesamt als eine ihrem Wesen nach gnostische. Dies löste zum Teil heftige Reaktionen aus. In seinem monumentalen Hauptwerk, dem fünfbändigen Order and History, hat Voegelin schließlich die großen philosophisch-historischen Sinnlinien rekonstruiert, die für die wechselseitige Beziehung von Politik, Religion und Anthropologie – auch und gerade in modernen Gesellschaften – konstitutiv sind. Der vorliegende Band soll den Fragen, die Voegelins Oeuvre eröffnet hat, nachgehen und neue Denkanstöße geben. Der Fokus liegt dabei auf dem Verhältnis von Moderne und Religion. Es gilt, dieses Verhältnis am Beginn des 21. Jahrhunderts zu bestimmen, ohne vorschnell zu neuen Mythen zu schreiten. Die gegenwärtige Stellung des Religiösen in der Politik und des Politischen in der Religion ist dabei ebenso zu beleuchten wie Fragen der Zivilreligion und Zivilgesellschaft. Die veränderte politische Weltlage hat die Relevanz des Themas zusätzlich vor Augen geführt. Inwieweit Voegelins Ansatz für die gegenwärtigen Phänomenlagen anzuwenden ist, wird zu klären sein – nicht zuletzt auch durch Kontrastierung mit konkurrierenden Theorieunternehmen. Am Ende wird nach den paradigmatischen Konsequenzen einer „Religionspolitologie“ für die Politische Wissenschaft insgesamt zu fragen sein.