in Braut Christi
Praxis poetischer Zustände
Baudelaire, die wichtigste Inaugurationsfigur der Moderne, hat an Bedeutung nicht verloren. Eher könnte man sagen, dass sie in ihren unterschiedlichen Akzentuieren wie Selbstzuwendung, Machtanspruch, Dandytum, Got-tesferne, Männlichkeit und Ruin gegenwärtig geblieben ist. Die allseits umgreifenden melancholischen und ressentimentiven Missverständnisse machen allerdings eine Bestandsaufnahme nötig, die im Anschluss an Benjamin und Foucault das Verhält-nis der Literatur und des Subjekts zur Macht in unterschiedlichen Zuständen reflektiert. Deren Fa-cetten Selbstermächtigung, Ar-beit und Hygiene, Diätetik, Rekonvaleszenz, Kindheit, cura sui, Athletik oder pharmakon begreift die Studie als Möglichkeiten der Reflexion einer Herrschaft über sich selbst. Die konstitutiven Figuren der Machtaneignung und ihrer Durchkreuzung, verweisen auf Baudelaires Nähe zu Augustinus, die in den Verwerfungen des Ichs den Spielraum testen, über den das Subjekt im Verhältnis zur Macht verfügt.
in Das Buch in den Büchern
in Rom rückwärts
in Im Gedränge
Europäische Übertragungsschicksale
HerausgeberInnen: Cornelia Wild und Judith Kasper
Die Allgegenwärtigkeit der Tropen Roms erschließt sich in den sprachlichen Strukturen, die von der Antike bis zur Moderne stets verborgen haben, wodurch sie sich konstituieren. Ob im politischen Körper oder im Gesetz der Buchstaben wirkt Rom mit seinen Bedeutungen manifest oder latent nach. Die in diesem Band vorgenommenen Lektüren zielen darauf, das anagrammatische Spiel, in das Roma seit je impliziert ist, zu nutzen, um im unvermeidlichen Bezug unserer Kultur auf Rom überraschende Wendungen und Inklinationen herauszuarbeiten. Die kommentierte Anthologie versammelt Essays zu ausgewählten Passagen aus den Werken von Lucan, Plutarch, Quintilian, Augustinus, Petrarca, Luther, Du Bellay, Gracián, Vico, Baudelaire, Zola, Saussure, Freud, Derrida und vielen anderen mehr, die Rom implizit oder explizit aufrufen, durchstreichen, affirmieren, traumhaft verstellen, wiederholen oder nachtragen. Mit Beiträgen von Barbara Natalie Nagel, Michèle Lowrie, Gianluca Solla, Edi Zollinger, Hans Ulrich Gumbrecht, Anselm Haverkamp u.a.
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