Religionshermeneutische Studien zur Konstruktion von Norm und Abweichung
Series:  Kulte / Kulturen
Die Problemlagen, die das Aufkommen der Unterscheidung von Orthodoxie und Häresie bedingen, die Konstruktion der Unterscheidung und ihre paradoxen Folgewirkungen bilden den Gegenstand der im vorliegenden Band versammelten Studien renommierter Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Fachgebieten. Mit ihrer Hilfe wurde bewußt versucht, die eingeschränkte Perspektive auf das frühe Christentum um Untersuchungen aus anderen Kulturen und Zeiten zu erweitern. Kulturell, um zu erfahren, ob und in welcher Form sich die Vorstellungen von Häresie auch in Religionskulturen Vorderasiens und Ostasiens finden. Zeitlich, um bessere Kenntnis darüber zu erlangen, ob sich der Gegensatz von Häresie und Orthodoxie in der Neuzeit und in der Moderne aufzulösen begonnen hat, oder ob er eher in andere Sphären Einzug hielt.
Von privater Kunstbegeisterung zur kulturellen Akzeptation der Kunst
Die Entdeckung der 'Kunst als Kulturgut' hat ihren geschichtlichen Ursprung in der politischen Neuordnung Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach dem Ende des ›Heiligen Römischen Reiches‹ wird im Zuge der Ablösung des Absolutismus Kunst als kulturelles Gut wahrgenommen. Die Künste sind nicht länger vorrangig Gegenstand des Kultus bzw. Mittel fürstlicher Machtdemonstration; Kunst wird vielmehr zu einem Medium der politischen Neugestaltung. Der erste Band dokumentiert an einer privaten Kunstsammlung, der Sammlung der Brüder Boisserée den Weg der Kunst aus der Vergessenheit und Missachtung im kulturellen Lebensraum zur gesellschaftlichen Anerkennung.
Gedächtnis - Erinnerung - Geschichte
Die Diskussion um die Bedeutung des Museums wird im dritten Band von Philosophen, Kunsthistorikern und Literaturwissenschaftlern zum Anlass genommen, den Blick zurück zu den Anfängen der Museumsidee, insbesondere zur Idee des Kunstmuseums, zu lenken. Diese Anfänge sind aber, ebenso wie die Idee der Kunstgeschichte überhaupt, unlösbar mit dem Namen Hegels verknüpft. Vor diesem Hintergrund analysieren die Beiträge des Bandes die Verknüpfung von Musealisierung und Reflexion, die Hegel als konstitutives Merkmal einer modernen Gesellschaft bestimmt hatte.