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In: Geteilte Gegenwarten
In: Wahn, Witz und Wirklichkeit
Poetik und Episteme des Wahns vor 1800
Der Wahn vor der Zeit des Wahnsinns war Wissensform und Mittel der Selbsterkenntnis, Begründung einer Poetik des Wirklichen und Bedingung von gesellschaftlicher Kommunikation.
Vor 1800, der Zeit vor dem Wahnsinn, ist im Begriff »Wahn« die Perspektivität der Wahrnehmung, die Aspekthaftigkeit der Wirklichkeit und die Zeitlichkeit der Dinge gefasst. In Verbindung mit dem »Witz«, dem intellektuellen Scharfsinn, wird der Wahn zu einem Instrument des kreativen Imaginierens, der Erkenntnis und Weltdeutung sowie der Selbstrefl exion. Sein Medium ist die Sprache, in erster Linie dann auch die verschriftlichte Sprache. So lässt sich eine Wahn-Poetik erkennen, die eng mit Imaginations- und Wirklichkeitskonzepten sowie Wissensund Gesprächskulturen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit verbunden ist.
Kulturelle Praktiken von Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit ist weit mehr als Ressource und Mangelware. Sie artikuliert sich im Zusammenspiel von Räumen, Gegenständen, Körpern und Bewusstsein und ist damit grundlegend für individuelles und gesellschaftliches Handeln und Erleben.
Krankheiten, Krisen und Konflikte der Aufmerksamkeit bilden einen zentralen Aspekt, mit dem sich die gegenwärtigen westlichen Gesellschaften selbst beschreiben. Im Gegensatz
zu gängigen kulturwissenschaftlichen Interpretationen betrachten die AutorInnen des Bandes die Geschichte der Aufmerksamkeit jedoch nicht als eine Geschichte des Niedergangs. Stattdessen stellen sie Aufmerksamkeit als Grundlage und Produkt individueller und kollektiver Praktiken vor, die vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart reichen und die so unterschiedliche Kontexte wie architektonische Gebilde, das Börsengeschehen, die Ratgeberliteratur oder den Raum eines fiktionalen Textes betreffen.