in Stimme und Schrift
in Kleist revisited
in Stimmung
in Poetica
in Formbildung und Formbegriff
Zur Wiederkehr einer ästhetischen Kategorie
Das Thema ›Stimmung‹ hat Konjunktur. ›Stimmung‹ meint zumeist eine diffuse Gefühlslage, die übliche Kategorien wie Subjekt und Objekt unterläuft. Kann sie eine eigene ästhetische Kategorie bilden? Die Beiträge des Bandes, unter anderen von Hans Ulrich Gumbrecht, David E. Wellbery und Hermann Schmitz, beantworten die Frage auf verschiedenen Wegen. Sie analysieren die historische Semantik der Stimmung im ästhetischen Diskurs, die Bedeutung der Stimmung im Zusammenhang verschiedener Disziplinen sowie die poetologische Praxis in Kunst, Literatur und Musik. Die Kunstwahrnehmung wie -produktion wird durch den Bezug auf Stimmungen unter einer veränderten Perspektive erhellt.
Warum fasziniert uns Kleist mit neuer Intensität? Was ist das Besondere am Kleist-Erlebnis; wie lässt es sich beschreiben? Welche Affinitäten und Konvergenzen bestehen zwischen Kleists eigentümlichen Darstellungen und unserer Gegenwartskultur? Der Rezeptionsboom, den die Texte Kleists in den letzten Jahren erfahren haben, scheint sich nicht primär überraschenden Funden, neuen Anschlüssen an gegenwärtige Theorieformen oder anderen Möglichkeiten ihrer Aktualisierung zu verdanken, sondern Kleists ganz eigentümlichen Denkformen und Schreibweisen. Die Beobachtungen und Beschreibungen seiner Intensität, seiner Plötzlichkeit, seiner eigentümlichen Textwelten und Haltungen erregen darüber hinaus auch kulturdiagnostisches Interesse: auf welche kulturelle Disposition treffen Kleists Texte mit neuer Wucht? Mit Beiträgen von Günter Blamberger, Karl Heinz Bohrer, Hans Ulrich Gumbrecht, Wilhelm Voßkamp, David E. Wellbery u. a.