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In: Russische Revolutionen 1917
Author: Dieter Martin

Abstract

Der deutschsprachige Naturalismus, der sich um 1885 vor allem in Berlin formierte, beanspruchte in seinen programmatischen Proklamationen einerseits den Anschluss an die europäische Avantgarde-Literatur. Man referierte öffentlichkeitswirksam auf Émile Zola, Henrik Ibsen sowie Lev Tolstoi und behauptete damit die Zugehörigkeit zur internationalen Moderne. Andererseits unterstrich man zugleich mit nationalistischem Impetus die Bindung an die eigenkulturelle Tradition, berief sich auf die deutschen Klassiker und behauptete die Unabhängigkeit der eigenen literarischen Kultur von fremden Vorbildern. Die vorliegende Fallstudie rekonstruiert die historische Symptomatik dieses bemerkenswerten Spagats zwischen Kosmopolitismus und Germanentum. Dazu wird aufgezeigt, wie sich die Berliner Naturalisten um Arno Holz und Wilhelm Bölsche, Karl Henckell und Hermann Conradi gezielt an ältere, Progressivität markierende nationale Dichtungstraditionen wie den Sturm und Drang und gleichzeitig an Internationalität indizierende Vorbilder der poetischen Vätergeneration angeschlossen haben. Indem erstmals die Herkunft eines von den Naturalisten mehrfach adaptierten Baudelaire-Zitats nachgewiesen wird, das sich als Übernahme aus den Schriften des unter dem Pseudonym Dranmor publizierenden Schweizer Lyrikers Ferdinand Schmid entpuppt, kann nachgezeichnet werden, mit welchen Strategien und Methoden sich die naturalistische Moderne gleichzeitig als fremdkulturell aufnahmebereit und doch als eigenkulturell verankert präsentiert hat.

In: Europäische Avantgarden um 1900
Die Partitur der Geste und das Theater der Avantgarde
Author: Martin Zenck
Pierre Boulez zählt zweifellos zu den renommiertesten Komponisten unserer Zeit. Von außerordentlicher Bedeutung ist darüber hinaus seine Rolle als Intellektueller, Autor, Theoretiker, Dirigent und Interpret. Martin Zenck legt mit seinem Buch Die Partitur der Geste und das Theater der Avantgarde die erste umfassende Studie über dessen vorläufiges Gesamtwerk in deutscher Sprache vor. Zenck verbindet es mit Boulez’ theoretischen Schriften, seiner Praxis als Dirigent und ›Kulturmanager‹ vor dem Hintergrund der philosophischen Diskurse und dem Panorama der anderen Künste seiner Zeit.
Im Mittelpunkt steht dabei der Musikdenker Boulez, der das Kompositorische selbst als eine genuine Denkpraxis begreift, die Martin Zenck auf völlig neue Weise als eine Praxis des ›Gestischen‹ versteht. Diese führt auf eine vierfache Signatur zurück: Die Textur der Schrift, ihre Bewegung einerseits, die zweitens den Leib und seine Gebärden einschließt, zum Dritten das synästhetische Spiel der Sinne und ihre verschiedenen Medien, und schließlich das performative Moment der Darbietung, der Präsentation, das auf seine Weise allererst Raum und Zeit entstehen lässt.
Der Band rekonstruiert anhand von Fallstudien das wirkungsgeschichtlich hochkomplexe Gefüge von Kontakten, Transfer- und Transformationsprozessen zwischen den europäischen Avantgarden in Literatur und bildender Kunst.
Die gesamteuropäische Dimension der Avantgarde-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts lässt sich aus dem engen Blickwinkel der Nationalphilologien nicht adäquat nachvollziehen und verlangt nach einer internationalen Untersuchungsperspektive. Der Band legt den Fokus auf die Austauschbeziehungen zwischen französischer, deutscher, russischer, italienischer und ukrainischer Avantgarde und versteht sich als ein Beitrag zur Erforschung der Internationalität der avantgardistischen Strömungen in Literatur und bildender Kunst.
Series:  Eikones
Standbilder, Ikonen, Königsporträts, Pressephotos, Filme für ein Millionenpublikum, wissenschaftliche Bildgebungstechniken, Passbilder oder Karikaturen entscheiden über die soziale, epistemische, rituelle und ästhetische Geltung von Ereignissen, Dingen und Personen.
Ihre Identität wird vielfach durch Bilder festgelegt. Bilder können die Erinnerung steuern oder politische Ereignisse auslösen. Unser Wissen von der Welt ist nicht nur durch Bilder vermittelt. Bilder sind nicht nur Medien einer Erkenntnis, sie sind nicht einfach optische Instrumente wie Fernrohr oder Teleskop, sie bilden nicht nur etwas ab, sondern sie stellen eine eigene Welt dar.
Zum Bildungsauftrag der Universität im 21. Jahrhundert
Der "Bologna-Prozess" symbolisiert wie kein anderes Schlagwort die Krise der europäischen Bildungsanstalten – doch liegt »Bologna« der Krise zugrunde, oder bietet die umstrittene Reform bereits den Ausweg?
Kritiker befürchten, dass bei der praktischen Umsetzung des Bologna-Prozesses die Hochschulen zu höheren Lernfabriken umgestaltet werden und nicht länger ihren eigentlichen Zweck erfüllen – nämlich in der Tradition Wilhelm von Humboldts der Wissenschaft zu dienen und Persönlichkeiten zu bilden. In diesem Zusammenhang geht es daher immer auch um die Frage, ob einzelne Komponenten von Humboldts Universitätskonzept anachronistisch geworden sind.
Der Band behandelt das Problem in historischer wie systematischer Hinsicht und aus der Perspektive verschiedener Einzelwissenschaften (Philosophie, Theologie, Pädagogik, Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft). Teil 1 untersucht die Wurzeln des humanistischen Bildungsideals vor der Folie wechselnder gesellschaftlicher und politischer Ansprüche. Teil 2 beleuchtet Risiken und Chancen des Bologna-Prozesses. Explizit oder implizit müssen sich alle vorgestellten Universitätsreformen an den Idealen Humboldts messen.
Festschrift zu Ehren von Gerhard Poppenberg
»Pathos« ist ein zentraler Begriff abendländischer Geistes-geschichte. Dieser umfasst eine emotionale Konfiguration, die in ihren etymologischen Ursprüngen das menschliche Leiden bedeutet und sich davon ausgehend semantisch als Gemütsbewegung schlechthin entfaltet, als Leidenschaft, Gefühl, Affekt oder Begierde. In einem ersten Schritt widmet sich der Band in Teil I dem Pathos in Literatur und Literaturtheorie, wobei die Beiträge einen Bogen von der Antike, über das Mittelalter, die frühe Neuzeit bis in die Moderne des 20. Jahrhunderts schlagen. Teil II konturiert das Pathos je in einem über das Literarische hinausgehenden öffentlichen Raum in Religion und Politik, Malerei und Film. Teil III untersucht das Pathos als das Seelische, Affektive und Emotionale in philosophischen Diskursen mit einer Spanne von Platon bis Walter Benjamin und Martin Buber.
Neununddreißigster Band 2014-2015
Das Hölderlin-Jahrbuch 39, 2014-2015, bringt Beiträge der 34. Jahresversammlung der Hölderlin-Gesellschaft 2014 in Konstanz zu dem Thema Hölderlin und die Religion und enthält darüber hinaus Abhandlungen u. a. zu Hölderlins Aufenthalt in Zürich 1791, zum Vergleich der Oden Der Main und Der Nekar und zu einem Entwurf im Homburger Folioheft. Rezensionen sowie Berichte aus den Arbeitsgesprächen und dem Forum junger Hölderlin-Forscher runden den Band ab.
Rationale, performative und mimetische Verstehensbegriffe in den Kulturwissenschaften
Während ‚Verstehen’ in der Wissenschaftsgeschichte primär als Sprachverstehen, als Verstehen in und durch die Sprache begriffen wird, wird hier mit dem ‚Sinn-Apriori’ sowie mit dem performativen und mimetischen Verstehen eine Grenze gezogen, die vor oder hinter dem Sprachverstehen liegt. Gerade die drei Bereiche des Sinn-Aprioris – das Nicht-Verstehen, die Erschütterung und das Fremde – eröffnen eine andere Dimension des Verstehens jenseits des Sprach-Verstehens über den performativen Vollzug und das mimetische Vermögen.
Denkerinnen und Denker über ihr liebstes Objekt
Die Gegenstände unserer Kindheit ist ein Experiment: Denkerinnen und Denker wagen sich an die Engführung, Durchdringung von persönlicher Erinnerung und Gegenstandsbeschreibung, von theoretischem Blick und praktischem Umgang damit. Ergänzt werden ihre Texte um Zeichnungen der Schweizer Künstlerin Rebekka Baumann.

Der Band verwebt künstlerische und geisteswissenschaftliche Forschung und regt zu einer diskursiven Vertiefung der Debatte um Gegenstände und ihre Bedeutung an. Es geht um eine Ethik und Ästhetik der Dinge, die sich im Umgang mit Gegenständen aus der Kindheit erschließt, in der sich Orientierungen in der Welt im Spiel mit Anderen und an Hand von Objekten vollziehen, Prozesse des Erlernens mit ermöglichen und Aufmerksamkeiten schaffen.