In: Figuren des Ausdrucks
In: Philosemitismus
In: Ernesto Grassi in München
Formation einer Wissenskategorie zwischen 1700 und 1850
Series:  Trajekte
Zwischen 1700 und 1850 erfährt der Begriff des Ausdrucks in Kunst und Wissenschaft eine deutliche Aufwertung und Verbreitung. Die damit einhergehenden praktischen und diskursiven Veränderungen unterschiedlicher Ausdruckskulturen erforscht der vorliegende Band in Form eines interdisziplinären Dialogs. Ausdrucksphänomene werden dabei als Figuren des Wissens verstanden, zum einen als Darstellungsweisen des Schauspielers, Musikers, Malers, Rhetors oder Wissenschaftlers. Zum anderen als Denkfiguren, die das grundlegende Verhältnis von Affekt und Ausdruck, etwa die Probleme der künstlerischen Gestaltung in Malerei und Schauspiel oder die Systematisierungen der Rede durch die Rhetorik kulturwissenschaftlich erschließen. Erst durch eine Analyse seiner Formierungsprozesse wird die Erfolgsgeschichte des Ausdrucksbegriffs nachvollziehbar.
Series:  Forum
Seit Jahrtausenden fragen die Menschen sich »Was ist Zeit?«. Dieses Buch bietet überraschende Antworten.
»Was also ist die Zeit?«, fragte schon Augustinus, um zu antworten: »Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich’s, will ich’s aber einem Fragenden erklären, weiß ich’s nicht.« Ganz ein- fach klingt dagegen die Antwort von Albert Einstein: »Zeit ist, was die Uhr zeigt.« Weshalb seine Antwort sogar von tiefen Einsichten in das Wesen der Zeit zeugt, wird in Was ist die Zeit? erklärt.
Experten aus Physik, Theologie, Soziologie, Biologie, Astrophysik, Geschichte und Pädagogik erläutern, wie die Zeit immer genauer gemessen wird und ob unsere Uhren immer richtig ticken. Es geht um die Relativität von Zeit und um die Frage, wer unsere biologische Uhr stellt. Es wird nach der Ewigkeit gefragt und danach, ob man eines Tages eine Zeitmaschine bauen könnte.
Aspekte von Werk und Wirkung
Der Philosoph Ernesto Grassi (1902–1991) gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den bekanntesten und einflussreichsten Professoren der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Band arbeitet verschiedene Aspekte seiner intellektuellen Biographie heraus und leistet damit einen Beitrag zum akademischen Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik. Im Vordergrund stehen Grassis Wirken in München, seine Auseinandersetzung mit der deutschen Philosophie, seine Versuche zur Neukonstituierung einer bürgerlichen Öffentlichkeit im Nachkriegsdeutschland und seine internationale Ausstrahlung.
Rhetorik, Poetik, Diskursgeschichte
Wer von ›Philosemitismus‹ spricht, gerät unweigerlich in eine Debatte über den richtigen und falschen Umgang mit dem Judentum, er knüpft im schlimmsten Fall an eine antisemitische Diktion an. Er definiert nicht mehr, sondern diffamiert. Es besteht dennoch kein Grund, den Philosemitismus als Gegenstand einer wissenschaftlichen Analyse von vornherein zu verwerfen; stellt er doch – jenseits der Polemik – eine jahrhundertealte komplexe Schreib- und Redeform, mithin: ein diskursives Phänomen dar. Der vorliegende Band will den Regeln einer philosemitischen Rhetorik und Poetik auf den Grund gehen und begibt sich auf Spurensuche in der deutschsprachigen Literaturgeschichte der Neuzeit.