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In: Zum Planetarium
In: Das Orale
In: Mythos im Alltag – Alltag im Mythos
In: Hirngespinste
Die Banalität des Alltags in unterschiedlichen literarischen Verwendungskontexten
Wie und warum werden in der griechisch-römischen und nachantiken Literatur bekannte mythologische Gestalten wie etwa Odysseus mit der lebensweltlichen Realität verschränkt, oft auch konfrontiert? Die gemeinsame Perspektive der hier versammelten Beiträge zum kreativinnovativen Umgang mit Mythen liegt in der Interpretation von Texten der europäischen Literatur, in denen mythisch-literarische Modelle jenseits der etablierten, klassisch gewordenen Großformen des Epos und der Tragödie rezipiert und transformiert werden. Durs Grünbein eröffnet den Band mit einem Essay über die römische Satire, die ihren End- und Höhepunkt in 'Bruder Juvenal' erreicht. In seiner poetischen Neuübersetzung von Juvenals dritter Satire führt Grünbein mit dem unverstellten Blick des praktizierenden Dichters in den römischen Alltag ein, in dem für mythologische Götter und Heroen kein Platz mehr ist.
Die Mundhöhle in Kulturgeschichte und Zahnmedizin
Das Buch zur kulturellen und medizinischen Bedeutung des Oralen und des Dentalen ist die erste Publikation dieser Art. Es ist der Versuch, den Bedeutungswandel zahnmedizinischer Praxis im Zusammenhang mit aktuellen gesellschaftlichen Strömungen und Umbrüchen sowie im historischen Kontext darzustellen. Geboten wird eine integrale Gesamtansicht nicht nur der Zahnmedizin sondern auch der anthropologischen, kulturellen, ästhetischen, linguistischen, künstlerischen und psychodynamischen Dimension des "Mundwerks" vom Mythos bis zur neuesten Gegenwart.
Die kulturgeschichtliche, medizinische und praxisanalytische Ausrichtung des Buches ist nicht nur an Zahnärzte gerichtet, für die das Buch eine Erweiterung ihres fachlichen Horizonts und zugleich eine spannende Lektüre und Augenweide ist. Vielmehr ist der Band aufgrund seiner kulturwissenschaftlichen Ausrichtung (Körperforschung, Bild- und Wissenschaftsgeschichte, cultural studies, Psychoanalyse) auch an Leser mit geisteswissenschaftlichem oder kulturinteressiertem Hintergrund adressiert. Namhafte Künstler und Schriftsteller ergänzen die wissenschaftlichen Perspektiven auf das einzigartig multiple Organ des Menschen - seinen Mund.

Wissensgeschichtliche Studien
Als begehbares, immersives Modell des Kosmos gewährte das Projektionsplanetarium zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals die Erfahrung einer vollkommen technisch durchdrungenen Natur.
In den Jahren 1919 bis 1925 wurde in den Jenaer Zeiss-Werken ein kuppelförmiges Gebäude erfunden, das für seine Besucher den natürlichen Eindruck von Fixsternen und Planeten aus einer Projektion von Lichtpunkten und einer komplexen Überlagerung von Drehbewegungen hervorgehen ließ: das Projektionsplanetarium. Damit trat der entgötterte und in seinen Erscheinungen allein den Gesetzen von Newtons Mechanik folgende Sternenhimmel, an dem die Transzendentalphilosophie Kants die Autonomie des Erkenntnissubjekts exemplifiziert hatte, ins Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ein. Als Simulation des raum-zeitlichen Umweltbezugs des Menschen wurde das Projektionsplanetarium zu einem Ort, an dem mitten im städtischen Alltag Natur als Produkt medialer Prozesse hervortrat und zugleich ästhetisch der Übergang in neue technische Umwelten eingeübt werden konnte.