in Der Dichter und sein Schatten
in Textgerede
Ästhetik – Genealogien – Gegenwartskultur
HerausgeberInnen: Eckhard Schumacher und Davide Giuriato
»Drastik« – mit diesem Stichwort ist auf dem Feld ästhetischer Theoriebildung zuletzt ein Begriff ins Spiel gebracht worden, der im Blick auf seine dominante Rolle in der Gegenwartskultur zu widersprüchlichen Positionen Anlass gegeben hat. Mit Beiträgen zur Literatur sowie zu Politik, Bildender Kunst, Theater, Film und Popkultur wird eine Ästhetik des Drastischen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart in den Blick genommen.
Einerseits wird Drastik als Modus der Darstellung begriffen, der regelmäßig die Frage nach den Grenzen der Kunst aufwirft. Andererseits werden mit dem Drastischen weder eine bestimmte Epoche noch bestimmte Gegenstände, sondern genuin sprachliche Erfahrungen adressiert. Im Anschluss an eine Debatte über das Drastische, die noch nicht über tentative Ansätze hinausgekommen ist, führt der Sammelband vor Augen, dass eine Ästhetik des Drastischen nur auf der Grundlage eines systematisch präziser umrissenen, historisch aber weiter ausgreifenden Begriffs zu erschließen ist.
Ursprungsfiguren und Anfangskonstruktionen der Moderne
Reihe: Anfänge
HerausgeberInnen: Eckhard Schumacher und Inka Mülder-Bach
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Suspension der Anfangsfrage, der "Abschied vom Prinzipiellen", als eine zentrale Errungenschaft der Moderne. Heute dagegen muß man zur Kenntnis nehmen, daß Anfangsmythen territoriale Ansprüche und ethnische Exklusionen legitimieren, daß die Unantastbarkeit von Gründungstexten und Gründerfiguren gewaltsam durchgesetzt wird und daß Fundamentalisten mit Lehren von göttlicher Schöpfung und intelligent design in dem selben Moment schulische Lehrpläne erobern, in dem Gentechniker an der Produktion von Leben basteln.Vor diesem Hintergrund unternimmt es der Band, Prozesse der Modernisierung über die Denkfigur des Anfangs neu in den Blick zu nehmen.