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Das umfassende Werk Hans Blumenbergs ist zweifellos ein bedeutsamer Beitrag zur Gegenwartsphilosophie. Felix Heidenreich legt nun die erste große Gesamtdarstellung vor, die allen Nachbardisziplinen von der Literatur- bis hin zur Kultur- und Geschichtswissenschaft eine konstante Inspirationsquelle bietet. Blumenbergs Weg zur Metaphorologie, zur Theorie der Rhetorik und des Mythos, führt über die Auseinandersetzung mit der Phänomenologie Husserls und Heideggers sowie der Anthropologie. In seiner Archäologie der Bedeutsamkeitsproduktion zeigt er sich als das erfrischende Gegenüber eines melancholischen Philosophen des modernen Sinnverlusts, nämlich als kühler und präziser Analytiker der Sinnproduktion. Blumenbergs Theorie der Moderne stellt somit eine originelle und wichtige Position dar, die sich gleichermaßen von Fortschrittsutopien wie von kulturpessimistischen Verfallstheorien abgrenzt.
In: Affektökonomien
In: Prometheus gibt nicht auf
In: Heidegger über Rhetorik
Der Band beantwortet die Fragen, welche Interessen Heidegger an der Rhetorik gehabt hat und wie stark dieses Interesse die 'Wiederkehr der Rhetorik' in der Philosophie befördert hat. In Heideggers Œuvre findet sich zwar keine Publikation mit dem Titel 'Über Rhetorik'; gleichwohl hat er sich einmal mit Rhetorik sehr intensiv beschäftigt, und zwar mit ihrer Aristotelischen Gestalt. Während diese Auseinandersetzung für sein Denken von nur geringem Gewicht gewesen sein dürfte, ist der Einfluss der Rhetorik auf die kategoriale Ausstattung der Existenzialanalyse in 'Sein und Zeit' unstrittig. Ebenso unstrittig ist der Modellcharakter der Rhetorik für die Verfallsgefährdung eines uneigentlichen Daseins, aus dem zu befreien die Philosophie als ihre originäre Aufgabe ansah, sei es mithilfe philosophisch gereinigter Grundbegriffe, sei es mithilfe eines politphilosophischen Projekts, das in höchst riskanter Weise den Ausbruch aus der Platonischen Höhle mit dem NS-Aufbruch in Beziehung zu bringen wagte.
Antike Welt und modernes Leben in Hans Blumenbergs Philosophie
Die Literatur der griechisch-römischen Antike spielt in Hans Blumenbergs Werk eine tragende, aber ambivalente Rolle. Auch wo Blumenberg kritisch über die Erkenntnisse und Methoden der Vergangenheit urteilt, legt er das denkerische Potential der Texte frei: In phänomenologischer Hinsicht erscheint die Antike geradezu als das erste Gesicht der Neuzeit, die Neuzeit als Allegorie der Antike.
Der Band erschließt erstmalig systematisch Blumenbergs Antike-Bild und reflektiert dessen Folgen für das wissenschaftliche Selbstverständnis der Neuzeit bzw. Moderne, wie Blumenberg es konturiert. Fächerübergreifend werden Blumenbergs Antike-Lektüren auf ihre Konsequenzen für den Stellenwert anthropologischer Konstanten und phäno-
menologischer Prinzipien, aber auch für die Genese und Entwicklung möglicher geistesgeschichtlicher Paradigmenwechsel hin überprüft. Im Fokus stehen die kritischen Platon-Deutungen, phänomenologische Analysen antiker Literatur und Überlegungen zum Spannungsverhältnis von Rhetorik und Philosophie. Auch diese Facetten des Blumenbergschen Denkens repräsentieren eine spezifische Form seiner Arbeit am Mythos.
Konzepte und Kodierungen im 18. und 19. Jahrhundert
Geld dynamisiert Affekte und Affekte dynamisieren Geld. Es ist sicher nicht zu bestreiten, dass ökonomische Entwicklungen insofern auch Einfluss auf die Entstehung von Affekten haben.
Eine Zusammenführung von Affekt und Ökonomie zum Begriff der Affektökonomie suggeriert jedoch darüber hinaus eine Übertragung ökonomischer Kategorien auf den Bereich des Affektiven. Nicht nur die Frage, welche ökonomischen Theorien für die Beschreibung und Analyse affektiver Zusammenhänge zur Verfügung stehen, sondern auch, welcher Mehrwert dadurch für das Verständnis der Affekte selbst zu gewinnen ist, rückt damit in den Vordergrund. Das vorliegende Buch geht diesen Fragen anhand literarischer Beispiele aus dem 18. und 19. Jahrhundert nach. Mit der sprunghaften Entwicklung ökonomischer Theorien zeigen sich in England, Frankreich und Spanien affektive Resonanzen, die modell- und ausschnitthaft in den Blick genommen werden.