In: Terror und Erlösung
In: Aisthesis und Noesis
In: Anschauung und Anschaulichkeit
Robert Musil und der Gewaltdiskurs der Zwischenkriegszeit
Das Thema ›Terror‹ ist in aller Munde. Dabei verbinden sich politische Aktionen mit einer religiös-fundamentalistischen Ideologie. Aus kulturgeschichtlicher Perspektive erweist sich der thematische Konnex von Terror und Erlösung keineswegs als neu, sondern ist mit dem Problem der ›Ungleichzeitigkeit‹ verschiedener Kulturen in der Moderne verbunden. In diesem Zusammenhang ist Robert Musil als politischer Autor und Diagnostiker der Zwischenkriegszeit erst noch zu entdecken.
Zwei Erkenntnisformen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Dem immer wieder unternommenen Versuch, Literatur in den unverbindlichen Bereich der ›Unterhaltung‹ abzudrängen, liegt eine falsche Idee davon zugrunde, was menschliches Wissen und was Literatur ist. Literatur kann zwar Wissen begleiten, es auch illustrieren und transportieren, vor allem aber, so die These dieses Bandes, ist Literatur selbst ein Wissen eigener Art. Von den »Wüstenvätern«, Giordano Bruno, Nikolaus von Kues, Baumgarten, Goethe, Hamann und Mendelssohn, über Baudelaire und Pirandello bis zu Musil, Hans Henny Jahnn, Wilhelm Genazino und W.G. Sebald geben die Beiträge dem Thema ein präzise kontextualisiertes Profil.
Visualisierung im Wahrnehmen, Lesen und Denken
Was sind ›äußere‹ und ›innere‹ Bilder? Wie entstehen sie? Was sind ihre Korrelate?
Seit der Antike bewegen diese Fragen Philosophie, Rhetorik, Literatur- und Kunstwissenschaft, gegenwärtig auch die Medien- und Intermedialitätsforschung und Neurowissenschaften. Als Beitrag zu Bild- und Literaturwissenschaften sowie Visual Studies bietet
der Band interdisziplinäre Untersuchungen der Bewegung vom Sehen über das Anschauen zu Anschaulichkeit und Anschauung. Die Beiträge zeigen Verflechtungen zwischen Epistemologie und Ästhetik auf, erhellen Fragen von Imagination und Stil, stellen neue Bezüge zwischen unterschiedlichen Künsten, Medien und Ausdrucksformen her und bieten neue Einsichten in die visuell-imaginativen Dimensionen von Wissen, Erkenntnis und Erfahrung.