Search Results

Zur Wirkmacht kultureller Figurationen
Meisterwerke sind allgegenwärtig: Obwohl der Begriff wissenschaftlich überholt erscheint, begegnet er uns doch tagtäglich. Museen, Verlage und Konzerthäuser werben mit diesem Etikett für Werke als ausgezeichnete Vorbilder, denen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit gebührt. Das wirft die Frage auf, welche Faktoren den Status von Artefakten als Meisterwerke begründen und tradieren. Auch Autorität ist allgegenwärtig: Als auszeichnende Eigenschaft strukturiert sie unsere Gesellschaft und ermöglicht, steuert oder verhindert soziales Handeln. Verbindet man den Meisterwerkbegriff mit dem der Autorität, eröffnen sich neue Perspektiven, um die Funktion und Dynamik von ästhetischen Vorbildern zu verstehen. Der vorliegende Band untersucht so das Meisterwerk als Autorität in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und verdeutlicht im Wechsel der Fragestellungen die Erkenntnismöglichkeiten dieses Konzepts.
Visualität in Wissenschaft, Literatur und Kunst um 1800
Was bedeutet Sichtbarkeit, betrachtet in ihrer je spezifischen Beziehung zu ihrem Gegenteil, der Unsichtbarkeit? Der vorliegende Band nimmt in neun Beiträgen diese verwickelte Relation auf dem Gebiet der drei maßgeblichen Diskurse – Wissenschaft, Literatur und Kunst – um 1800 in den Blick.
Um 1800 werden die später grundlegenden und wirkmächtigen Ausarbeitungen des Gegensatzes von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit konzipiert, theoretisch ausformuliert oder praktisch umgesetzt. Die Einzeluntersuchungen nehmen ihren Ausgangspunkt von zwei logisch-fundamentalen Grundkonstellationen des Gegensatzpaars »sichtbar/unsichtbar«: Die eine fasst das Verhältnis als komplementär-inklusiv auf, die andere spitzt es auf einen kontradiktorisch-exklusiven Gegensatz zu.
Gottfried Boehm zum 70. Geburtstag
Gottfried Boehms Frage, was ein Bild sei, hat für nachhaltige Unruhe in der kunsthistorischen Forschung und über ihre Grenzen hinaus gesorgt.
Diese intellektuelle Irritation war der Ausgangspunkt für den Jubiläumsband, in dem Freunde, Weggefährten, Kollegen und Schüler oder Gottfried Boehm anderweitig verbundene Autorinnen und Autoren je ein prägnantes Beispiel für das, was ein Bild sein kann, präsentieren. Die Vielstimmigkeit des hier vorgelegten Bandes spiegelt so die weitreichende Resonanz, die die Bildfrage in den letzten Jahrzehnten gefunden hat. Neben Gemälden, Skulpturen, Fotografien oder Mosaiken werden auch Werke und Objekte angesprochen, die traditionell seltener unter dem Vorzeichen von Bildlichkeit diskutiert wurden. Die Bandbreite reicht von der Architektur über Installationen, Filme, Theateraufführungen, Performances und literarische Erzeugnisse bis hin zu Computeranimationen, die jeweils auf ihre spezifisch ikonischen Momente hin befragt werden. Hinzu kommen Beispiele, die dezidiert nicht dem Bereich der Künste entstammen – vom Faustkeil über das Werbeplakat bis hin zur Google-Bildsuche.
Was ist ein Bild? 89 Autorinnen und Autoren geben Gottfried Boehm anhand eines von Ihnen gewählten Beispiels eine wie immer auch provisorische Antwort.