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In: Poetiken des Staunens
In: Formen des Nichtwissens der Aufklärung
In: Name, Ding
Dass Aufklärung nötig sei, hört man derzeit häufig in öffentlichen Debatten. Die innovativen Konzepte und Praktiken des 18. Jahrhunderts gelten weiterhin und sogar wieder verstärkt als Grundlagen der westlichen Moderne und ihrer Versprechen von Freiheit und Humanität. Freilich entwickelten die Aufklärer durchaus divergierende Vorstellungen von den Fähigkeiten und Aufgaben des Menschen, von Religion und Vernunft, von Literatur, Kunst und Wissen¬schaft, von Staat, Gesellschaft und Bürgerlichkeit. Ihre Entwürfe und Kontroversen als Laboratorium zu begreifen heißt, sie auf ihre bis heute wirksamen Potenziale zu befragen. Genau das ist das Anliegen dieser Reihe. Sie vermittelt den historischen Bezug auf das 18. Jahrhundert mit der Gegenwart – in der Absicht, Impulse der Aufklärung zwischen ihrer klassischen Epoche und heutigen Debatten produktiv zu machen. Fachlich soll sie den Dialog zwischen der Literaturwissenschaft und den anderen Geistes- und Sozialwissenschaften fördern. Die historische wie jede Aufklärung möchte sie als in sich spannungsvolles und deshalb anhaltend aktuelles Unternehmen profilieren.
Referenzen
Moderne Literatur, so der Topos, ist selbstreferentiell. Heute jedoch schwingt das topologische Pendel der Theorie von der Selbst- zurück zur Weltreferenz.
Die Vorstellung einer adamitischen Namensprache (Gen 2, 19ff.), in der Wort und Ding sich auf magische Weise nahe sind oder sogar ineinanderfallen, zieht sich über Jahrhunderte durch Literatur und Sprachtheorie. Anders die Zeichen- und Kulturtheorie der 1970er und 1980er Jahre: Sie kennen keine auratisch-magische Referenz. Worte und Dinge sollen gar nicht mehr ursprünglich oder natürlich verbunden sein. Das hat sich, wie dieses Buch zeigt, gründlich geändert.

Schriftenreihe des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt
Die von Iuditha Balint herausgegebene Reihe des Fritz-Hüser-Instituts fokussiert literatur- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen im Spannungsfeld von Literatur und Ökonomie: Erforscht werden dabei Darstellungen von ökonomischen Prozessen oder Phänomenen, von Ökonomie als gesellschaftliche Sphäre, von Ökonomien des Stils, der Rhetorik oder der Form; beleuchtet werden aber auch theoretische und methodische Überlegungen zum Zusammenhang von Ökonomie, Literatur und Kultur.
Narratologische und dichtungstheoretische Perspektiven
Staunen als eine Emotion, die mit Verwirrung und Verunsicherung, aber auch Begehren und Genuss verbunden wird, ist weder begrifflich noch phänomenologisch leicht zu fassen. Und doch steht sie nicht nur am Anfang der Philosophie und der Ethnologie, sondern ist auch Anfang und Ziel von Dichtung. Der vorliegende Band untersucht Poetiken des Staunens von der Antike über das Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert; die Beiträge verhandeln einschlägige Beispiele der lateinischen, englischen, deutschen, italienischen und französischen Literatur aus narratologischer und dichtungstheoretischer Perspektive.
Wie gelangt Nichtwissen im 18. Jahrhundert zu diskursiver Präsenz?
Es ist die Aufklärung als Avantgarde moderner Wissenskulturen, die das Problem der finis cognitionis - der bestimmbaren Grenze sowohl wie des unvermittelten Endes des Wissens - thematisiert, die zugleich aber vom scheinbar nicht diskursfähigen Nichtwissen bestimmt wird. Widersprüche, Ambivalenzen und Amphibolien sind Spuren dieser Doppelpräsenz des Nichtwissens.