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In: Zwischen dem Heiligen und dem Profanen
In: Artificios
Technik und Erfindungsgeist in der spanischen Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit
Wenn in der Literatur des Siglo de Oro von Erfindungen und technischen Neuerungen die Rede ist, so kann sich das sowohl auf das technische Artefakt, seine Herstellung und Verwendung beziehen als auch auf Kunstwerke im engeren Sinne: der Baukunst, der Malerei und Skulptur sowie der Literatur.
Im Hinblick auf diese Bedeutungsdimensionen bezeichnet das Wort artificio gleichermaßen das ingeniöse Werk wie den ingeniösen Kunstgriff; als Schnittstelle kann das Theater gelten. Am Leitfaden dieses Schlüsselbegriffes untersuchen die Beiträge den Stellenwert von Technik und Erfindungsgeist in der spanischen Kultur der Renaissance und des Barock. Dabei kommen zeitgenössische Techniktheorien ebenso zur Sprache wie neuartige optische und nautische Apparaturen, theatrale Techniken auch außerhalb des Theaters und die durch den Buchdruck auf eine neue Grundlage gestellten Artifizien der Schrift.
Der Begriff der Natur gehört seit der Frühen Neuzeit zum Selbstverständnis der europäischen Kultur. Allerdings lässt er sich kaum erfassen.
»Natur« umfasst ein immenses Bedeutungsspektrum: den Gesamtzusammenhang des Universums und seiner Gesetzmäßigkeiten, das Wesen der Dinge und des Menschen sowie den Erfahrungsraum einer von der Zivilisation noch nicht gestalteten Welt. Es mag an dieser Vielschichtigkeit liegen, dass übergreifende Untersuchungen zu diesem Thema bisher selten sind.
Behandelt werden die anthropologische Dimension des Naturbegriffs, wie sie sich im Verständnis von Körper und Krankheit niederschlägt, die Begegnung mit außergewöhnlichen und neuen Naturphänomenen sowie der Entwurf von Gegenräumen zur gesellschaftlichen Welt, die sich von Bildern ungestalteter Wildheit bis zu idyllischen Szenerien erstrecken.