in TABU
Zur Perspektive in Philosophie, Kunst und Recht
HerausgeberIn: Gertrud Koch
›Perspektivismus‹ ist ein fester Begriff der Philosophiegeschichte und reflektiert die Standortgebundenheit von Wahrnehmung und Erkenntnis. Nietzsche, der im Zentrum der gegenwärtigen Debatten um die Spaltung der Standorte in Perspektiven steht, warnte davor, daraus relativistische Schlüsse zu ziehen, wie das viele seiner Anhänger taten. Der Kunsthistoriker Panofksy erläuterte, wie die Perspektive zu einer symbolischen Form der Weltdeutung wurde. Wie aber werden Perspektiven konstruiert, dezentriert und als Perspektiven sichtbar gemacht und in ihren Konsequenzen bewertet? Vor allem in den perspektivischen Verfahren der künstlerischen Darstellung von Bild- und Erzählräumen wird diese Frage virulent. Diese Fragen beantworten die Beiträge des Bandes aus Philosophie, Film- und Kunstgeschichte, Literatur und Rechtstheorie.
in Gesten
in Affekt und Urteil
in Bild-Performanz
Zur ästhetischen Erfahrung in der Kunst
HerausgeberInnen: Christiane Voss und Gertrud Koch
Die Fragen, die in diesem Band verhandelt werden, lauten: Was lernen wir über uns und die Welt, in der wir leben, durch Ästhetik und wie urteilen wir über ästhetische Gegenstände? Ausgangspunkt der Beiträge ist das Phänomen, dass wir im Umgang mit ästhetischen Gegenständen unmittelbar mit zwei Bestimmungen konfrontiert sind: Zum einen ist die pure Materialität eines ästhetischen Gegenstandes Bezugspunkt unserer Wahrnehmung, zum anderen haben wir es zugleich mit einem Zeichen zu tun Erst im bewusst erfahrenden Vollzug der Wahrnehmung und deutenden Konstruktion eines Gegenstandes wird dieser als ein unauflösbares Spannungsverhältnis zwischen Ding und Zeichen verstehbar. Ästhetische Qualität, so lautet der Leitgedanke dieses Bandes, ist dabei nicht unabhängig von der Erfahrung solcher Gegenstände fixierbar.
HerausgeberInnen: Christiane Voss und Gertrud Koch
In diesem Band wird die Bedeutung von Illusion für ästhetische Erfahrung aus philosophischer, filmwissenschaftlicher, wahrnehmungspsychologischer und psychiatrischer Perspektive diskutiert. Illusion erweist sich als eine paradoxe Gestalt, als eine durchschaute (Sinnes-) Täuschung, die allererst den spezifisch ästhetischen Genuss ermöglicht. Auch heute, nach der anti-illusionistischen Phase der Kunst, ist es im Blick auf Kunst umstritten, ob die ästhetische Lust an einem Horrorfilm, einem Foto, oder einem Roman darauf angewiesen ist, dass wir uns reflexiv von der Suggestivkraft der Bilder bzw. der Erzählungen distanzieren können, oder ob gerade die distanzlose Verstrickung mit dem Gegenstand der zentrale ästhetische Effekt ist.
Fiktionalität in Philosophie, Film- und Medienwissenschaft
HerausgeberInnen: Christiane Voss und Gertrud Koch
Wenn fiktionale Welten als in sich geschlossene Universen gelten, die mit unserer Welt nichts zu tun haben, wie können wir dann von ihnen lernen, uns in sie einfühlen? Glaubt man hingegen fiktionale Welten seien bloß aufgrund von Ähnlichkeitsbeziehungen zu unserer Wirklichkeit interessant, so scheint dies wiederum die Eigensinnigkeit eben dieser prekären Existenzen zu unterlaufen. Die Überlegungen zum ontologischen Status fiktionaler Existenzen werden in diesem Buch mit philosophie- und filmästhetischen Analysen verbunden. Fragen nach der spezifischen Affektmodulierung von Rezipienten durch fiktionale Welten werden ebenso verhandelt, wie solche nach dem Verhältnis des Ästhetischen zu erkenntnistheoretischen Debatten um Realismus und Anti-Realismus.
Der Körper als Medium
HerausgeberInnen: Gertrud Koch und Paula Diehl
Inszenierungen der Politik – Der Körper als Medium untersucht die Beziehungen zwischen Kör-per, Ästhetik und Politik, die so-wohl im eindeutigen Bereich des Politischen, als auch im schein-bar Unpolitischen zu finden sind. In der mittelalterlichen Symbolik, in der Inszenierung von Ludwig XIV. oder in Zeiten von Wahl-kampagnen – die ästhetischen Darstellungen des Körpers stan-den immer im Mittelpunkt der politischen Repräsentation. Kör-perinszenierungen tragen zu utopischen Entwürfen, gesell-schaftlicher Normierung und Mythoskonstruktionen bei. Sie bieten Projektionsflächen für Identitätswünsche, Sehnsüchte und Ängste, die von politischen Visualisierungsstrategien mobili-siert werden können. Der Band knüpft an die breite Diskussion über die Ästhetisierung von Politik und über die Rolle des Körpers in der politischen Reprä-sentation an und eröffnet einen interdisziplinären Dialog über die Bedeutung des Körpers für politi-sche Praktiken und Diskurse.
HerausgeberInnen: Gertrud Koch und Thomas Hilgers
Dieser Band versammelt Aufsätze, die dem Verhältnis von Perspektive und Fiktion aus philosophischen sowie kunst-, literatur-, film- und musikwissenschaftlichen Blickwinkeln nachgehen. Visuelle Perspektiven spielen für die Konstruktion fiktionaler Bildräume eine wesentliche Rolle. Und auch für die Konstruktion fiktionaler Erzählungen sind narrative Perspektiven entscheidend. Dies führt zu der Frage, ob Fiktionen immer perspektivische Konstruktionen sind. Was genau jedoch könnte es überhaupt bedeuten, eine Fiktion als perspektivische Konstruktion zu definieren? Welche Modelle von Wahrnehmung, Erkenntnis und Affekt müssen hinzugezogen werden, um das Verhältnis von Fiktion und Perspektivität zu klären? Und welche Rolle spielen Perspektivierungen und Fiktionalisierungen für unsere ästhetischen sowie nicht-ästhetischen Erfahrungen und Handlungen?