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Abstract

Zum ideologisch aufgeladenen NS-Sprachgebrauch gehört u.a. die herabsetzende Bezeichnung von Menschen als Schädlinge oder Parasiten. Insekten wie Ameisen können allerdings ebenso als Vorbild einer sozialen oder militärischen Ordnung dienen. Das von Hofer und Maurer gezeichnete Bestiarium zeigt Opfer wie Täter*innen als verschiedene, teils nicht zu identifizierende Insekten, die die abgebrühten Augenzeugenberichte eines SS-Mitglieds, des Großvaters von Maurer, im Widerspruch hierzu wie im Einklang hiermit bebildern. Als Schwärme breiten sich die Tiere nicht nur im grafischen Raum aus, sondern verbinden auch Zeitebenen visuell und evozieren surrende Geräuschkulissen. Dass der Enkel sich selbst in Rückblicken teils als mutiertes Insekt zeichnet, knüpft gleichfalls an die Ambivalenz der Tiersemantik an und deutet auf die belastende Auseinandersetzung mit seiner Nachkommenschaft. Piktoral verdichtet sich dies etwa in Hasenjagdszenen, in denen sich die Beute als menschliche Opfer erweist.

Die tierlichen Akteure und das grafische Schwarzweiß erinnern zwar an Art Spiegelmans Maus, jedoch erfolgt in Insekten hiermit keine konsequente Kennzeichnung von Opfern und Täter*innen. Vielmehr erzeugt der Comic gerade durch die Verzahnung polyphoner und polygraphischer Wiedergaben eine drastische Poetik, die einen von vielen Tätern explizit und exemplarisch ebenso wie dessen Kompliz*innen ins ausdruckstarke Tier-Bild setzt.

In: Animal Body
In: Lethe-Effekte

Abstract

Einführend wird ein Bogen über unterschiedliche Dimensionen eines Vergessens geschlagen, das sich gesellschaftlich, medial wie künstlerisch niederschlägt und entsprechend wissenschaftlich analysiert wird. Gefragt wird nach den profitablen Kehrseiten eines gemeinhin als Manko bewerteten Vergessens, aber auch nach dessen (geschichts)politischer Instrumentalisierung. Diesbezügliche Betrachtungen finden sich in den narrativen Medien und Gattungen ebenso als Reflexionen über historische Zeugnisse wie als explizierte Fiktionalisierungen verschiedenster Leerstellen. Hieraus resultiert eine Dynamik, bei der Vergessen und Erinnern sich wechselseitig bedingen. Unter dieser Prämisse werden die Beiträge des Bandes abschließend skizziert.

In: Lethe-Effekte

Abstract

Baras Comic wie Krugs Graphic Memoir behandeln Familiengeschichten aus der Sicht von Kriegsenkelinnen, die Vergessens seismografisch aufspüren. In Der Garten/Ogród führt die Erinnerung an das Polen der Kindheit in der Krise Anfang der 1980er Jahre zu der vergessenen Vorvergangenheit eines schlesischen Großvaters, der als Wehrmachtssoldat schuldig wurde. Auch wenn oder gerade weil sein Volkslisteausweis der jungen Familie seiner Tochter die Ausreise nach Deutschland ermöglichte, erweist sich die verdrängte Kriegsschuld als Last, die der Familie wohl unbekannt bleibt, aber als eine Latenz vorhanden ist, die vor allem grafisch markiert wird. In Heimat. Ein Familienalbum werden vergessene Kriegsspuren von Krugs Großvater und eines gefallenen Onkels detailliert nachgezeichnet, aber auch um fiktive Aspekte ergänzt. Das narrative Ich kommentiert Recherchefunde verbal und durch diverse grafische Techniken, die das Material etwa an kontingente Zeugnisse des Nationalsozialismus und selbst an Krugs eigene bundesrepublikanische Dokumente koppelt. Ergebnis der Spurensuche ist daher nicht nur die familiär unbekannte oder verdrängte NSDAP-Mitgliedschaft des Großvaters, sondern es sind zahlreiche Querverbindungen, die durch raffinierte Einzel- und Gesamtkompositionen vergessener Archivalien zustande kommen.

In: Lethe-Effekte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte